- Julie Bondeli
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Suzanne Julie Bondeli (* 1. Januar 1732 in Bern; † 8. August 1778 in Neuenburg) war eine Schweizer Salonière im Zeitalter der Aufklärung.
Inhaltsverzeichnis
Leben
Als Tochter einer Berner Patrizierfamilie verbrachte sie ihre Jugend auf dem Familiensitz in Köniz. Früh interessierte sie sich für Sprachen, Philosophie, Mathematik und Naturwissenschaften, und einer ihrer ersten Lehrer könnte Samuel Henzi gewesen sein. Als ihr historisch und literarisch gebildeter Vater Friedrich Bondeli (1705–1761) Landvogt in Burgdorf wurde, erhielt sie dort weiteren Unterricht von Johann Rudolf Gruner.
Später bildete sich in Bern um sie ein intellektueller Kreis, zu dem Niklaus Anton Kirchberger, Vincenz Bernhard Tscharner, Johann Rudolf Tschiffeli und Daniel Fellenberg sowie die Professoren Albrecht Stapfer und Samuel Anton Wilhelmi gehörten. 1759 verlobte sie sich zögerlich mit Christoph Martin Wieland, der sie in Bern aufgesucht und sich Hals über Kopf in sie verliebt hatte. Gleich danach floh Wieland jedoch überstürzt aus Bern und kehrte in seine Vaterstadt Biberach an der Riss zurück.
Als sich Jean-Jacques Rousseau 1762 im neuenburgischen Môtiers niederliess, trat sie mit ihm in einen Briefwechsel und suchte ihn 1765 bei einem Aufenthalt in Neuenburg zweimal auf. Weitere Korrespondenten waren Johann Georg Zimmermann, Sophie von La Roche, Leonhard Usteri, Johann Kaspar Lavater.
Nach dem Tod ihrer Mutter Julie Berseth 1767 verbrachte sie ihre letzten Jahre in Neuenburg als Gesellschafterin ihrer Freundin Henriette Sandoz, der Gattin eines Generals in niederländischen Diensten, und starb dort nach schwerem Leiden.
Goethe über Julie
- Leuchsenrings Schatullen enthielten in diesem Sinn manche Schätze. Die Briefe einer Julie Bondeli wurden sehr hoch geachtet; sie war als Frauenzimmer von Sinn und Verdienst und als Rousseaus Freundin, berühmt. Wer mit diesem außerordentlichen Mann nur irgend in Verhältnis gestanden hatte, genoss teil an der Glorie, die von ihm ausging, und in seinem Namen war eine stille Gemeinde weit und breit ausgesät. Johann Wolfgang von Goethe: Dichtung und Wahrheit Buch 13.
Werke
- Die Briefe von Julie Bondeli an Johann Georg Zimmermann und Leonhard Usteri, aus dem Französischen übertragen von Lilli Haller, Frauenfeld 1930
Literatur
- Eduard Bodemann: Bondeli, Julie von. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 3, Duncker & Humblot, Leipzig 1876, S. 120.
- Eveline Hasler: Tells Tochter. Julie Bondeli und die Zeit der Freiheit, Zürich 2004, ISBN 3312003423
Weblinks
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