Kurt Scheele

Kurt Scheele

Kurt Scheele (* 19. Mai 1905 in Frankfurt am Main; † 9. November 1944 bei Smolensk) war ein deutscher Maler der abstrakten Kunst.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Werk

Ausbildung

Kurt Scheele begann 1922 seine Ausbildung als Künstler der Frankfurter Fachschule für Buchgewerbe bei dem Schriftkünstler Albert Windisch. Gleichzeitig studierte er bei dem Gewerbezeichner und Schriftkünstler Rudolf Koch in Offenbach. 1924 wechselte er an die Frankfurter Kunstschule zu Franz Karl Delavilla, einem Vertreter des Expressionismus. Hier studierte er vor allem Zeichnen und Malen.

Berliner Impulse

1927 übersiedelte Scheele nach Berlin und wurde Mitglied der norddeutschen Künstlergruppe "Der Keil". In den Jahren bis 1930 unternahm er Studienreisen nach Dänemark, Frankreich, Italien, Norwegen und in die Schweiz. Ab 1929 besuchte er die Malkurse in der von Martin Bloch und Anton Kerschbaumer neu gegründeten Kunstschule in Berlin und wandte sich dem Holzschnitt zu, der zu seinem eigentlichen Metier wurde. Daneben aquarellierte er.

Anerkennung

Mit dem Jahr 1929 begann ein großer Reigen an Ausstellungen mit seinen Werken. Teilweise konnte er mehrmals im Jahr allein ausstellen oder sich an Kollektivausstellungen beteiligen, so 1929 in Berlin, 1931 in Ohio/USA, in Potsdam, 1932 in Berlin und Essen, 1933 in Essen, Duisburg, Köln, 1934 in Mannheim, 1935 in Leipzig, 1936 in New York, Frankfurt a. M. und Braunschweig und 1938 in Darmstadt. Museen in Aachen, Düren, Essen, Hannover, Köln, Krefeld, Wuppertal, Chicago und Oslo kauften seine Werke. Scheele galt in dieser Zeit als hochbegabter Künstler.

Verfemung als entartete Kunst

Indem er sich vom Spätimpressionismus und auch vom Expressionismus allmählich löste und zur künstlerischen Darstellung ohne Bezug zu einer figurativen Realität überging, erregte er das Missfallen des NS-Regimes, das die entsprechenden abstrakten Werke von ihm als „entartet“ einstufte und beschlagnahmte. 1939 wurde ihm ein generelles Ausstellungsverbot erteilt.

Einberufung, Kriegsgefangenschaft und Tod

1940 wurde ihm eine Professur in Kairo angeboten, die er aber wegen des Kriegsausbruchs nicht antreten konnte. Stattdessen wurde er zum Militärdienst einberufen. 1943 zerstörten Bomben sein Berliner Atelier und den größten Teil seiner Werke. An der Ostfront eingesetzt, geriet er in russische Gefangenschaft und starb im November 1944 in oder bei Smolensk.

Wiederentdeckung

Es dauerte fast ein halbes Jahrhundert, bis dem vergessenen Künstler wieder eine eigene Ausstellung gewidmet wurde, und zwar 1992 in einer Berliner Galerie. 2005 waren Werke von ihm in der Sammelausstellung „Unser Weg durch die Nacht“ der „Bürgerstiftung für verfemte Künste“ im Museum Baden in Solingen-Gräfrath zu sehen.

Publikationen

  • Borst Bernhard (Hrsg.): Baukunst, 2. Jahrgang 1926, Heft 10 (Titel: Architektur und Film) (mit Entwürfen des Künstlers)
  • 50 Illustrationen in Holzschnitt zu Wanda von Gerhart Hauptmann, um 1932, 51 ill. Blätter
  • Kleine Frankfurter Geschichten, Frankfurt a. M.: Peter Naacher Verlag 1941, 94 S. (mit s/w-Zeichnungen)

Literatur

  • Holzschnitte (Ausstellungskatalog), Berlin: Galerie Bodo Niemann 1992, 47 S., ISBN 3-926298-19-7
  • Vollmer, Hans, Allgemeines Lexikon der bildenden Künstler des XX. Jahrhunderts, Leipzig: Verlag E. A. Seemann o. J. (1953-1970), Band 4, S. 178

Weblinks


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