Lanxess-Arena

Lanxess-Arena
Lanxess Arena
Lanxess Arena
Standort Köln, Deutschland
Baubeginn 31. Juli 1996
Eröffnung 17. Oktober 1998
Betreiber Arena Management GmbH
Baukosten 153 Mio. Euro
Architekt Architekturbüro Böhm
Frühere Namen Köln-Deutz-Arena (1996)
Kölnarena (1996–2008)
Nutzer Kölner Haie (DEL, seit 1998)
VfL Gummersbach (HBL, seit 2001)
Kapazität 18.500 (Eishockey)
20.000 (maximale Kapazität)
Areni, das Maskottchen der Lanxess Arena
Der Innenraum der Lanxess Arena vor einem Handballspiel
Die Lanxess Arena vor einem Spiel des VfL Gummersbach
Die Lanxess Arena bei einem Bundesligaspiel des VfL Gummersbach
Die Lanxess Arena vor dem vierten Finalspiel der DEL-Saison 2007/08 zwischen den Haien und Berlin.
Die Lanxess Arena während des EM Finales 2008 im Außenbereich

Die Lanxess Arena (bis 31. Mai 2008 Kölnarena) ist eine Multifunktionshalle.

Mit bis zu 20.000 Plätzen (variiert je nach Veranstaltung und ist abhängig vom Bühnenaufbau) und 83.700 Quadratmetern Nutzfläche, diversen gastronomischen Einrichtungen, moderner Bühnen-, Ton- und Lichttechnik eignet sie sich für viele Arten von Veranstaltungen wie beispielsweise Sport, Konzerte, Musicals, Kongresse oder Tagungen.

Die Halle besitzt wegen der regelmäßig hier stattfindenden Spiele des Kölner Eishockeyclubs Kölner Haie eine abdeckbare Eisfläche sowie in der Größe variable Sitz- und Stehplatztribünen. Erbaut wurde die Lanxess Arena in den Jahren 1996 bis 1998 nach dem Entwurf des Architekturbüros Böhm.

Die offizielle Eröffnung war am 17. Oktober 1998 im Rahmen eines Konzertes von Luciano Pavarotti. Bereits ab dem 11. September 1998 fanden Spiele der Kölner Haie in der Arena statt; auch Konzerte gab es bereits vor der offiziellen Eröffnung.

Die Lanxess Arena hat ein eigenes Maskottchen mit dem Namen „Areni“, das auf allen größeren Veranstaltungen auftritt.

Inhaltsverzeichnis

Veranstaltungen

Sport

Regelmäßig tragen in der Lanxess Arena folgende Vereine ihre Heimspiele aus:

2006 fanden in der Arena die European Club Championship im Handball statt sowie das Finalturnier der NBA Europe Live Tour. Bei der Handball-Weltmeisterschaft der Herren 2007 fanden acht Spiele in der Arena statt, darunter das Finale. Nach der Eishockey-Weltmeisterschaft 2001 findet bereits mit der Eishockey-Weltmeisterschaft 2010 zum zweiten Mal ein Eishockey-WM-Turnier in der Arena statt.

World Wrestling Entertainment war bislang viermal zu Gast in der Arena, am 1. Mai 2002 im Rahmen der „Insurrextion“-Tour mit dem RAW-Kader, am 10. Oktober 2003 als Teil der „Passport to Pain“-Tour mit dem SmackDown!-Kader sowie am 23. April 2006 im Rahmen der „WrestleMania Revenge“-Tour erneut mit dem SmackDown!-Kader. Die bis dato letzte Veranstaltung in der Arena fand am 13. Oktober 2007 im Rahmen der „Survivor Series“-Tour mit dem RAW-Kader statt. Bei diesen vier Veranstaltungen konnten die WWE-Superstars insgesamt ungefähr 41.000 Zuschauer in die Arena locken.

Die Fußball-Europameisterschaft 2008 wurde zudem im Rahmen einer Public-Viewing-Veranstaltung in die Arena übertragen. Hierbei wurden alle Spiele der deutschen Fußball-Nationalmannschaft sowie alle Paarungen ab dem Viertelfinale übertragen. Neben dem Innenbereich der Arena wurde auch im Außenbereich eine 50m² große Leinwand angebracht, wodurch 32.000 Besuchern der kostenfreien Eintritt zu der Veranstaltung ermöglicht werden konnte.[1] Dennoch mussten beispielsweise beim Halbfinale Deutschland – Türkei die Tore bereits 2 Stunden vor Spielbeginn geschlossen werden, da beide Bereiche schon frühzeitig überfüllt waren.

Ein weiteres Event, das in der Lanxess Arena stattfinden wird, ist der von Moderator Stefan Raab initiierte "Deutsche Eisfußball Pokal 2009", der von Pro Sieben übertragen wird.

Konzerte

Zahlreiche namhafte Künstler gaben bislang in der Lanxess Arena Konzerte. Das allererste Konzert in der Arena gab am 1. Oktober 1998 der Schweizer Popstar DJ BoBo. Es folgten am 5. und 6. Oktober 1998 zwei Konzerte der britischen Popgruppe Depeche Mode im Rahmen ihrer „Singles 1986–1998 Tour“. Auch Bruce Springsteen ist bereits dreimal in einer jeweiles ausverkauften Arena aufgetreten. Zuletzt 2007 mit der E Street Band.

Auch die international erfolgreiche Tournee der The Nokia Night of the Proms füllt regelmäßig an zwei Abenden im Dezember die Lanxess Arena. Im November 1998 fand dort auch die Deutschlandpremiere von Disney’s Mulan statt. Heimspiel haben zudem die großen, alteingesessenen kölschen Bands, wie beispielsweise die Bläck Fööss mit ihren Silvesterkonzerten oder die Höhner, die beide regelmäßig die Arena ausverkaufen.

Ein Publikumsmagnet im Kölner Karneval ist die Veranstaltung „Lachende Kölnarena“, der Nachfolger der „Lachenden Sporthalle“.

Versammlungen

Darüber hinaus finden in der Lanxess Arena einige Hauptversammlungen von deutschen Aktiengesellschaften statt. Dazu zählen die in der Nähe beheimateten Unternehmen Lufthansa, Deutsche Post AG und Deutsche Telekom AG.

Sonstige Veranstaltungen

Stefan Raab führt immer wieder Sondersendungen außerhalb seiner eigentlichen Show TV total in der Lanxess Arena durch. Hier fand unter anderem der Boxrückkampf gegen Regina Halmich am 30. März 2007 statt. Im Jahr 2008 wurde zudem die erste Autoball-Europameisterschaft in der Arena ausgetragen – ebenfalls eine Idee von Stefan Raab.

Geschichte

Logo der Kölnarena
Köln-Deutz, Arena mit Stadthaus

Jahrzehntelang besaß die Stadt keine Halle dieser Größenordnung, obwohl man sich spätestens seit den 1980er Jahren in Politik und Wirtschaft weitgehend einig war, dass ein Gebäude dieser Art fehle. Die 1958 erbaute Kölner Sporthalle auf dem Messegelände mit 8.000 Sitzplätzen besaß weder die Größe noch die Funktionalität einer modernen Veranstaltungshalle.

Nachdem relativ schnell klar war, dass der Bau die öffentlichen Kassen nicht belasten dürfe, suchte man nach Investoren. Diese fand man 1989 unter Beteiligung der Bauholding Strabag SE, die den sogenannten EuroPalast bauen wollte. Doch diese zog ihre Beteiligung kurze Zeit später zurück.

Schließlich einigte man sich auf den Entwurf der Philipp Holzmann AG und die Finanzierung durch einen Immobilienfonds Köln-Deutz Arena. Als Bauplatz wurden der Fest- und Messeparkplatz in Köln-Deutz ausgewählt. Was das Projekt schließlich noch bis 1996 herauszögerte, waren Zweifel, ob sich der Bau einer Veranstaltungshalle alleine hinterher tragen würde; deshalb war schnell klar, dass die Halle eine Randbebauung erhalten sollte. Da Mieter hier im Vorfeld nicht in ausreichender Zahl zu finden waren, entschied der Stadtrat, dass ein Großteil der Stadtverwaltung in diese Gebäude ziehen sollte. Die Eröffnung der damaligen Kölnarena fand im Oktober 1998 statt. 2000 wurde zudem die „Kölnarena 2“ eröffnet, die ebenfalls zur Randbebauung gehört und in der seitdem die Kölner Haie ihr Trainings- und Verwaltungszentrum haben.

Geführt wird die Lanxess Arena von der Arena Management GmbH, einer ehemaligen Holzmann-Tochtergesellschaft, gegründet von den Geschäftsführern Ralf-B. Assenmacher und Götz Gessner. Heute werden die Geschäfte von Ralf-B. Assenmacher und Stefan Löcher geführt.

Seit dem 2. Juni 2008 trägt die Arena den Namen Lanxess Arena aufgrund einer auf zehn Jahre vertraglich geregelten Kooperation zwischen den Betreibern der Kölnarena und dem Leverkusener Spezialchemiekonzern Lanxess.[2]

Architektur

Bauliche Daten

Die Lanxess Arena 2: Trainings- und Verwaltungszentrum der Kölner Haie
  • Baubeginn: 1. Spatenstich: 31. Juli 1996
  • Bauzeit: 26 Monate
  • Investitionssumme: 300 Millionen Deutsche Mark (≈ 153 Millionen Euro)
  • Gesamtfläche über alle Ebenen: 83.700 m²
  • Grundfläche: 16.800 m²
  • Länge und Breite: 140 m lang, 120 m breit
  • Gesamthöhe mit Bogen: 76 m
  • Höhe Innenraum: 42 m (höchster Punkt)
  • Zuschauerplätze: ca. 7.000 (Unterrang), ca. 20.000 (Maximalkapazität)
  • Maximale Aktionsfläche: 52 x 84 m
  • Belastbarkeit: 2.500 kg pro m²
  • Abmessungen der Bühne: bis zu 50 x 40 m
  • Hinterbühnenbereich: 700 m²
  • Belastbarkeit des Daches: bis zu 90 t

Bogen

Der Bogen, der in Polen produziert wurde, ist im beleuchteten Innenraum für Wartungszwecke begehbar. In der Höhe oberhalb der Dachkante befindet sich auf beiden Seiten des Bogens ein Eingang, ebenso im Mittelpunkt des Bogens in 76 m Höhe. Eine eingeschweißte Treppe im Bogenverlauf ermöglicht den Durchgang.

Der Bogen hat die Außenmaße von 3 m x 3 m und eine Abwicklung von 250 m. Die kurze Fläche hat eine Breite von 0,5 m.

Der Bogen besteht aus insgesamt 10 Einzelteilen. Das größte Einzelteil hat ein Gewicht von ca. 90 t. Bei der Montage wurden je zwei Teile einer Seite getrennt angeliefert und vor Ort verschweißt. Während der Montage wurden die jeweiligen Enden auf der Nord- und Südseite der Arena auf entsprechenden hydraulischen Betonplattformen abgestützt.

Die Abhängungen vom Bogen zum Dach haben einen Außendurchmesser von 220 mm und eine Wandstärke von 18 bis 30 mm. Der erste Abhänger auf der Südseite der Lanxess Arena kann eine Last von bis zu 360 t aushalten.
Aus Unwettergründen bestand ein hohes Risiko, dass sich die Abhänger aufwiegeln, ins Schlingern geraten und so erheblichen Schaden anrichten konnten. Aus diesem Grunde spannte man im unteren Drittel der Abhänger ein Edelstahl-Drahtseil mit einem Durchmesser von 6 mm.

Die Bodenlager des Bogens auf der Nord- und Südseite sind so gearbeitet, dass sich der Bogen in alle Himmelsrichtungen frei bewegen kann. Diese Lager können eine Maximallast von 2.500 t aufnehmen.

Dach

In die Außenhülle des Daches sind Rippen eingearbeitet, die den gleichmäßigen und langsamen Abfluss von Regenwasser in die Regenrinne gewährleisten. Somit wird verhindert, dass sich die Regenrinne ungleichmäßig füllt und/oder durch die Dachneigung überläuft.

Die eingearbeitete, von unten nicht ersichtliche Regenrinne befindet sich im Randbereich und wird von der Verkleidung komplett verdeckt. Die Regenrinne hat die Innenmaße von BxH 1,5 x 1,8 m und jedes der 24 Bauteile wiegt ca. 7 t. Aufgrund der Dachneigung von der Süd- zur Nordseite mit einem Höhenunterschied von 12 m wurden in die Rinne Stufen eingebaut, die das Wasser in seinem Fluss beruhigen sollen.
Auf der Nordseite fällt das Wasser durch zwei Durchlässe in ein Auffangbecken, um es nochmals zu beruhigen, bevor es in das Kanalsystem abgeleitet wird.

Akustik

Die Akustik in der Lanxess Arena ist aufgrund der baulichen Besonderheiten schwierig. Sie bereitete besonders in der Anfangszeit vielen Bands große Probleme, da es sich für nicht ausgebildete Tontechniker als nahezu unmöglich herausstellte, die leere Halle (ohne Zuschauer) im Soundcheck einzuschätzen[3]. Durch entsprechend angepasste Tontechnik ist jedoch auch bei Konzerten ein zufriedenstellender Klang möglich[4].

Die in der Lanxess Arena installierte Musikanlage, die alleine über 1 Mio. DM kostete, wurde ebenfalls von vielen als nicht tauglich eingestuft und teilweise boykottiert. Obwohl sich viele klangliche Unzulänglichkeiten auf mangelnde Fähigkeiten der Abmischer zurückführen lassen, musste die tontechnische Anlage nachgebessert werden.

Kritik

Zusätzlich zur Lanxess Arena wurde auf dem Gelände ein technisches Rathaus gebaut. Dieses ist laut Presseberichten zu überteuerten Mieten und mit falschen Angaben zur Grundfläche an die Stadt Köln vermietet. So finanzieren angeblich die Kölner Bürger über ihre Steuern die hohen Mieten im technischen Rathaus und wiederum die Profite der Arena-Betreiber. Der für diesen Vorgang verantwortliche ehemalige Oberstadtdirektor Lothar Ruschmeier (SPD) ist heute Geschäftsführer der Oppenheim-Esch-Holding, die den Immobilienfonds Köln-Deutz Arena aufgelegt hat.

Literatur

  • Die Kölnarena – Impressionen ihrer Entstehung von Dorothea Heiermann (Fotos) und Hildegard Josten (Text), ISBN 3-933468-41-8. Herausgeber: Kölnarena, Oktober 1998

Einzelnachweise

  1. Pressemitteilung der Stadt Köln
  2. Kölner Stadt-Anzeiger, 2. Juni 2008
  3. Wertvolles Henkelmännchen, vigo Management, geholt 2008-10-26
  4. Sinfonieorchester-Konzert in der Kölnarena,Gisela Bruns, VDT Aktuell, 2000/II; geholt 2008-10-26

Weblinks

50.9383333333336.98277777777787Koordinaten: 50° 56′ 18″ N, 6° 58′ 58″ O


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