Nephila pilipes

Nephila pilipes
Nephila pilipes
Nephila pilipes, Weibchen

Nephila pilipes, Weibchen

Systematik
Unterordnung: Echte Webspinnen (Araneomorphae)
Teilordnung: Entelegynae
Überfamilie: Radnetzspinnen (Araneoidea)
Familie: Seidenspinnen (Nephilidae)
Gattung: Seidenspinnen (Nephila)
Art: Nephila pilipes
Wissenschaftlicher Name
Nephila pilipes
(Fabricius, 1793)

Nephila pilipes ist eine Seidenspinne, deren Verbreitungsgebiet sich von China über die Philippinen bis Australien erstreckt. Eine Unterart N. p. malagassa kommt außerdem auf Madagaskar vor.[1] Die Art gehört zu den größten Seidenspinnen und wird auch als Nutztier gebraucht. Dabei werden vor allem die Netze als Fischernetze und ihr Fleisch als Nahrung verwendet.[2]

Inhaltsverzeichnis

Merkmale

Diese Spinnenart gehört zu den größten nicht zu den Vogelspinnen gehörenden Spinnenarten der Welt. Die Weibchen werden vermutlich drei bis fünf Zentimeter lang. Die von Michael H. Robinson und Barbara Robinson dokumentierte Körperlänge eines ausgewachsenen Weibchens betrug 4,21 Zentimeter, wobei die Cephalothorax-Länge 1,41 Zentimeter betrug. Bei einem Bein des ersten Beinpaars wurde die Länge von 8,6 Zentimeter und bei einem Bein des vierten Beinpaares eine Länge von 7,05 Zentimeter ermittelt.[3] Die Männchen sind vergleichsweise winzig und durchschnittlich vermutlich 0,5 Zentimeter lang.[4] Die größte von Michael H. Robinson und Barbara Robinson dokumentiere Körperlänge eines Männchen betrug 0,76 Zentimeter.[3]

Weibchen haben einen lang gezogenen Hinterleib (Opisthosoma), welcher je nach Alter und Größe sehr unterschiedlich gefärbt ist. Dies ist möglicherweise auch Ursache dafür ist, dass für diese Spinnenart viele Synonyme existieren. Das Opisthosoma ist in einem jüngeren Alter schwarz bis olivfarben und trägt je nach Größe zwei oder vier gelbe Längsstreifen. Zuerst bilden sich die äußeren zwei Längsstreifen zurück und bei zunehmendem Alter die inneren zwei Längsstreifen. Mit zunehmendem Alter und Größe ist das Abdomen fast einheitlich graubraun bis olivfarben gefärbt; nur in der vorderen Hälfte nahe dem Vorderleib (Prosoma) hat das Opisthosoma einen schwarzen Querbalken, wo häufig auch Reste der gelben Längsstreifen als feiner gelber Querstreifen zu erkennen sind. Das Zurückbilden dieser Streifen kann je nach Individuum unterschiedlich schnell gehen. So findet man jüngere Tiere, die nur noch zwei gelbe Längsstreifen haben und ältere, die immer noch alle vier Längsstreifen besitzen.[4][3] Die Unterseite hat mehrere gelbe Punkte, nur die Region der Spinnwarzen ist rot gefärbt.[4]

Das Prosoma ist leuchtend weiß, silbern bis beigefarben. Die Taster sind auffällig orange bis rot gefärbt, nur der Metatarsus ist zweifarbig gelbschwarz und der Tarsus schwarz gefärbt. Die Farbe der Beine variiert je nach Fundort und Alter: Bei den sehr lang gestreckten Beine ist je nach Fundort die Coxa gelb und der Trochanter schwarz gefärbt. Das Femur ist schwarz mit je einer gelben Stelle auf der Unterseite am Anfang und Ende. Die Patellen sind schwarz gefärbt mit einer schmalen gelben Stelle auf der Unterseite beim Übergang zur Tibia. Die Tibia ist ebenfalls schwarz gefärbt und hat eine gelbe Stelle auf der Unterseite beim Übergang zum Metatarsus. Metatarsen und Tarsen sind einheitlich schwarz. Es gibt Exemplare mit rötlichen Beinen mit schwarzen Kniekehlen, wo diese gelben Partien fehlen. Das Sternum ist schwarz.[4][5]

Verhalten

Fortpflanzung

Männchen sucht den Weg auf die Unterseite eines Weibchens.

Im Netz des Weibchens kommen sehr häufig mehrere Männchen vor, die gleichzeitig versuchen, sich mit dem Weibchen zu paaren. Die Männchen interagieren dabei miteinander, in dem sie bei zu starker Annäherung mit den Beinen kämpfen und sich beißen. Nur das siegreiche Männchen paart sich mit dem Weibchen. Dazu klettert das Männchen auf die Unterseite des Abdomens des Weibchens und pumpt seinen Samen aus seinen Bulben in die Geschlechtsöffnung des Weibchens. Dieser Vorgang dauert relativ lange. Paarungszeiten von zehn bis siebzig Minuten wurden gemessen. Es wurde noch nie beobachtet, dass das Weibchen das Männchen nach einer Paarung frisst. Das Männchen verlässt nach der Paarung das Weibchen.[3]

Zur Eiablage baut das Weibchen einen ca. 5 Zentimeter langen Kokon. Gemessen wurde durchschnittlich zwischen 2000 und 3000 Eier mit einem durchschnittlichen Gewicht von insgesamt etwa 1,2 Gramm.[3]

Netzbau

Die weibliche Spinne baut Netze mit 0,6 bis 1,0 Meter Durchmesser.[4] Männliche Spinnen bauen keine Netze, sondern leben im Netz eines Weibchen und ernähren sich von Insekten, die für das Weibchen zu klein sind und von den Überbleibseln der Beute des Weibchens.

Schutz vor Überhitzung

Die Spinne schützt sich ähnlich wie die Goldene Seidenspinne vor Überhitzung. Dazu streckt sie das Abdomen der Sonne entgegen, was den Einfallswinkel der Sonnenstrahlen erhöht. Ebenso wird Flüssigkeit in den Cheliceren bearbeitet, was ebenfalls für Kühlung sorgt.[3]

Feinde und Parasiten

Die Diebspinne Argyrodes flavescens in einem Netz der Nephila pilipes.

In den Netzen befinden sich häufig bis zu vierzig Diebsspinnen der Gattung Argyrodes. Es handelt sich hier um kleine Spinnen, die einen Teil der Beute von der Seidenspinne stehlen.[2]

Es wurde untersucht, warum die Spinnen in der Natur nicht von Vögeln gefressen werden; unter Laborbedingungen fraßen viele Vögel die Spinnen. Die Laborvögel versuchten aber nur einmal eine Spinne im Netz von Nephila zu fressen. Der Grund liegt in den klebrigen Netzen der Seidenspinnen, die gleichzeitig als Schutz vor Vögeln dienen. Sobald ein Vogel einmal in ein Netz geflogen ist, bleibt ein großes Netzstück am Vogelkörper hängen und der Vogel braucht eine lange Zeit, bis er sein Gefieder davon befreit hat. Vögel, die einmal diese Erfahrung gemacht haben, scheuen Seidenspinnennetze in Zukunft.[3]

Die Spinne als Nutztier

Weibchen in Sai Kung, Hong Kong

Die Weibchen von Nephila pilipes werden im südpazifischen Raum als Fischnetzhersteller genutzt. Es werden Bambusrohre als Rahmen aufgestellt und die Spinne macht in diesem Rahmen ihr Netz, welches später für den Fischfang verwendet wird.[2]

Die Ureinwohner essen die weiblichen Spinnen als Proteinzusatz roh oder geröstet. Als Gericht können sie auch mit rohen Kartoffeln oder Salat gemischt werden.[2][3]

Synonyme

Da diese Spinnenart je nach Fundort, Größe und Alter eine andere Körperfärbung aufweist, wurde sie mehrmals taxonomisch erfasst. Es kommen gemäß Platnick mehrere Synonyme vor. Das bekannteste Synonym ist Nephila maculata.[1]

Einzelnachweise

  1. a b N. I. Platnick: http://research.amnh.org/entomology/spiders/catalog/NEPHILIDAE.html Stand 2008. The world spider catalog, version 8.0. American Museum of Natural History
  2. a b c d University of Florida Institute of Food and Agriculture Sciences http://creatures.ifas.ufl.edu/misc/golden_silk_spider.htm, (Stand: 28. Oktober 2007)
  3. a b c d e f g h Michael H. Robinson and Barbara Robinson, The Ecology and Behavior of Nephila maculata: A Supplement, Smithsonian contributions to zoology, Number 218, Smithsonian Institution Press, City of Washington, 1967
  4. a b c d e W. Rea Sherriffs, Hong Kong Spiders, in: The Hong Kong Naturalist, Juni 1934 [1]
  5. Friedrich Dahl, Seidenspinne und Spinnenseide, in: Mitteilungen aus dem Zoologischen Museum in Berlin, Berlin 1912

Weblinks

 Commons: Nephila pilipes – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

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