- Olympische Winterspiele 2006/Eiskunstlauf
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Die Eiskunstlauf-Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele 2006 fanden vom 11. bis 24. Februar 2006 in der Halle Torino Palavela in Turin statt. Torino Palaghiaccio war der offizielle Trainingsplatz. Das Training begann mit der Eröffnung des Olympischen Dorfes am 31. Januar 2006.
Inhaltsverzeichnis
System der Qualifikation
Die Qualifikation basierte auf einer Punktwertung aus der 2005 Weltmeisterschaft oder der Platzierung an einer Internationalen Meisterschaft, die von der ISU (International Skating Union – Internationale Eislaufunion) als Qualifikation für die Olympischen Winterspiele festgelegt worden war.
Qualifikation durch Weltmeisterschaft 2005
Jeweils vierundzwanzig (24) Qualifikationsplätze für Männer und Damen im Einzellauf, sechzehn (16) Qualifikationsplätze für Paare und neunzehn (19) Qualifikationsplätze für Eistanzpaare wurden vergeben. Nahmen drei (3) Einzelläufer/Paare/Eistanzpaare an der Weltmeisterschaft 2005 teil, so konnten nur die zwei (2) bestplatzierten Punkte bekommen.
Qualifikation durch Internationale Qualifikationsmeisterschaft der ISU
Der Rest der Qualifikationsplätze (jeweils 6 Plätzen für Männer und Damen im Einzellauf, 4 Plätze für Paare und 5 Plätze für Eistanzpaare) wurde von den NOKs (National Olympic Committee – Nationales Olympisches Komitee) bei einer Internationalen Qualifikationsmeisterschaft aufgefüllt. Nur ein (1) Qualifikationsplatz pro Disziplin und NOK konnte erworben werden. Die Plätze sind nur für diejenigen NOKs bestimmt, die sich vorher in keiner der Disziplinen (Einzellauf – Männer/Damen, Paarlauf, Eistanz) qualifizieren konnten.
2005 Weltmeisterschaft ISU Senior-Internationalmeisterschaft Gesamt Einzellauf – Männer/Damen 24/24 6/6 30/30 Paarlauf 16 4 20 Eistanz 19 5 24 Männer
Platz Land Athlet Punkte 1 RUS Jewgeni Pljuschtschenko 258,33 2 SUI Stéphane Lambiel 231,21 3 CAN Jeffrey Buttle 227,59 4 USA Evan Lysacek 220,13 5 USA Johnny Weir 216,63 6 FRA Brian Joubert 212,89 7 USA Matthew Savoie 206,67 8 JPN Daisuke Takahashi 204,89 Datum: 14. Februar 19:00 Uhr (Kurzprogramm)
16. Februar 19:00 Uhr (Kür)Jewgeni Pljuschtschenko gewann überlegen wie selten ein Eiskunstläufer zuvor. Keiner der Verfolger blieb fehlerlos in der Kür. Einzig der nach dem Kurzprogramm auf dem aussichtslosen 10. Rang liegende Evan Lysacek überzeugt und wurde am Ende Vierter. Bemerkenswert auch der 9. Rang des Belgiers Kevin van der Perren.
Der einzige Deutsche Teilnehmer Stefan Lindemann wurde nach sehr schlechter Kurzkür und schwacher Kür lediglich 21. von 24 Läufern im Finale mit nur 172,57 Punkten. Einzig gelungenes Highlight in seiner Kür war der dreifache Axel.
Der noch sehr junge Österreicher Viktor Pfeifer wurde 22. mit 163,87 Punkten.
Damen
Platz Land Athletin Punkte 1 JPN Shizuka Arakawa 191,34 2 USA Sasha Cohen 183,36 3 RUS Irina Sluzkaja 181,44 4 JPN Fumie Suguri 175,23 5 CAN Joannie Rochette 167,27 6 USA Kimmie Meissner 165,71 7 USA Emily Hughes 160,87 8 SUI Sarah Meier 156,13 Datum: 21. Februar 19:00 Uhr (Kurzprogramm)
23. Februar 19:00 Uhr (Kür)Arakawa Shizuka gewinnt als erste Asiatin eine olympische Goldmedaille im Eiskunstlaufen. Medaillengewinnerinnen waren die drei schon nach der Kurzkür Führenden. Alle drei blieben in der Kurzkür fehlerlos. In der Kür machten Sasha Cohen und Irina Sluzkaja Fehler. Arakawa Shizuka blieb auch in der Kür ohne Makel und zeigte zudem die beste Schlittschuhtechnik aller Läuferinnen. Die Südtirolerin Carolina Kostner wurde nach Fehlern in Kurzkür und Kür noch Neunte. Sehenswerte Auftritte lieferten zudem Kimmie Meissner, Fumie Suguri und die noch sehr junge Georgierin Elene Gedewanischwili (10. Rang). Miki Ando scheiterte am vierfachen Salchow.
Deutsche und österreichische Läuferinnen waren nicht am Start.
Paare
Platz Land Athleten Punkte 1 RUS Tatjana Totmjanina
Maxim Marinin204,48 2 CHN Zhang Dan
Zhang Hao189,73 3 CHN Shen Xue
Zhao Hongbo186,91 4 CHN Pang Qing
Tong Jian186,67 5 RUS Maria Petrowa
Alexei Tichonow181,69 6 GER Aljona Savchenko
Robin Szolkowy180,15 7 USA Rena Inoue
John Baldwin175,01 8 RUS Julia Obertas
Sergej Slawnow166,54 Datum: 11. Februar 2006, 19:00 Uhr (Kurzprogramm)
13. Februar 2006, 19:00 Uhr (Kür)Nach einem schweren Sturz von Zhang Dan musste das Paar Zhang Dan & Zhang Hao die Kür einige Minuten unterbrechen. Sie erlitt eine Bänderdehnung. Sie behaupteten jedoch die zweite Position nach dem Kurzprogramm. Der Sturz verhinderte den ersten vierfachen Wurf-Salchow bei einem internationalen Wettbewerb.
Das zweite deutsche Paar Eva-Maria Fitze und Rico Rex belegten am Ende Platz 15 mit 120,23 Punkten.
Schon im Kurzprogramm gab es eine Weltneuheit. Rena Inoue & John Baldwin zeigten den ersten geworfenen Dreifachaxel in einem internationalen Wettbewerb. Sie konnten keine Medaille gewinnen, da sie im Kurzprogramm keinen Dreifachsprung nebeneinander zeigten. In der Kür stürzte Rena Inoue bei dem geworfenen Dreifachaxel.
Paare aus Österreich und der Schweiz waren nicht am Start.
Eistanz
Platz Land Athleten Punkte 1 RUS Tatjana Nawka
Roman Kostomarow200,64 2 USA Tanith Belbin
Benjamin Agosto196,06 3 UKR Olena Hruschyna
Ruslan Hontscharow195,85 4 FRA Isabelle Delobel
Olivier Schoenfelder194,28 5 BUL Albena Denkowa
Maxim Stawiski189,53 6 ITA Barbara Fusar-Poli
Maurizio Margaglio183,46 7 LTU Margarita Drobiazko
Povilas Vanagas183,21 8 ISR Galit Chait
Sergei Sakhnovski181,16 Datum: 17. Februar 2006, 19:00 Uhr (Pflichttanz)
19. Februar 2006, 19:00 Uhr (Originaltanz)
20. Februar 2006, 19:00 Uhr (Kürtanz)Der Pflichttanz und der Originaltanz waren durch für das Eistanzen ungewöhnlich viele Fehler und Stürze durch Medaillenkandidaten gekennzeichnet. In der Pflicht stürzten Galit Chait/Sergei Sakhnovski. Im Originaltanz stürzten unter anderem Marie-France Dubreuil/Patrice Lauzon (traten wegen Verletzung zur Kür nicht mehr an), Barbara Fusar-Poli/Maurizio Margaglio, Margarita Drobiazko/Povilas Vanagas und Federica Faiella/Massimo Scali. Auch Albena Denkowa/Maxim Stawiski machten schwere Fehler. Alle diese Fehler wurden durch das neue Bewertungssystem sehr streng geahndet und das Klassement nach der Pflicht völlig verändert – sehr ungewöhnlich für den Eistanz.
Mit einer wenig spektakulären Kür gewannen Tatjana Nawka/Roman Kostomarow auch den Eistanzwettbewerb insgesamt. Über alle drei Wettbewerbsteile machten sie die wenigsten Fehler. Herausragende Choreografien wurden nicht belohnt. Diese lieferten insbesondere Margarita Drobiazko/Povilas Vanagas, Albena Denkowa/Maxim Stawiski und Isabelle Delobel/Olivier Schoenfelder, letzter wurden Kürzweite – alle diese Paare blieben ohne Medaille.
Es gab in diesem Wettbewerb keine Teilnehmer aus Deutschland, Österreich und der Schweiz.
Medaillenspiegel
Medaillenspiegel Platz Land Gold Silber Bronze Gesamt 1 Russland 3 – 1 4 2 Japan 1 – – 1 3 Vereinigte Staaten – 2 – 2 4 China – 1 1 2 5 Schweiz – 1 – 1 6 Kanada – – 1 1 6 Ukraine – – 1 1 Wettbewerbe bei den Olympischen Winterspielen 2006Biathlon | Bob | Curling | Eishockey | Eiskunstlauf | Eisschnelllauf | Freestyle | Rennrodeln | Shorttrack | Skeleton | Ski Alpin | Ski Nordisch | Snowboard
London 1908 (Sommer) | Antwerpen 1920 (Sommer) | Chamonix 1924 | St. Moritz 1928 | Lake Placid 1932 | Garmisch-Partenkirchen 1936 | St. Moritz 1948 | Oslo 1952 | Cortina d'Ampezzo 1956 | Squaw Valley 1960 | Innsbruck 1964 | Grenoble 1968 | Sapporo 1972 | Innsbruck 1976 | Lake Placid 1980 | Sarajevo 1984 | Calgary 1988 | Albertville 1992 | Lillehammer 1994 | Nagano 1998 | Salt Lake City 2002 | Turin 2006 | Vancouver 2010
siehe auch: Liste der Olympiasieger im Eiskunstlauf
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