Priamos

Priamos
Neoptolemos tötet Priamos. Attische Amphore mit schwarzfigürlichen Darstellungen, um 520/510 v. Chr., Louvre

Priamos (griechisch Πρίαμος, lateinisch Priamus, (eingedeutscht) auch Priam), Sohn des Laomedon und der Leukippe (oder: Plakia, Tochter des Otreus), war in der griechischen Mythologie der sechste und letzte König von Troja, während des von Homer geschilderten trojanischen Krieges.

Sein Name rührt nach antiker Etymologie von dem (griech. oder lydischen) Wort priasthai ‚das Kaufgeschäft‘ her. Diesen Namen hatte er der Sage nach erhalten, weil seine Schwester Hesione ihn erkaufte, als die Stadt von Herakles erstürmt worden war, da dieser von seinem Vater und damaligen König Laomedon, betrogen worden war. Davor soll er Podarkes (Ποδάρκης ‚leichter Fuß‘) genannt worden sein.

Als seine (Halb-)Brüder gelten Tithonos, Lampo, Klytios, Hiketaon, als (Halb-)Schwestern Hesione, Killa und Astyoche.

In der Ilias Homers tritt er als Greis durch seinen nächtlichen Gang ins griechische Schiffslager hervor, wo er von Achilleus den geschändeten Leichnam seines Sohnes Hektor erbittet und erhält.

Priamos wurde bei der Eroberung Trojas von Neoptolemos (bei Vergil: Pyrrhus), dem Sohn des Achilles, am Altar des Zeus vor seinen Angehörigen niedergemacht.

Inhaltsverzeichnis

Ehe und Nachkommen

Priamos war an erster Stelle mit Hekabe verheiratet. Er soll mit zahlreichen Nebenfrauen weit über 50 Kinder gehabt haben, die fast alle im Krieg um Troja gefallen oder umgekommen sind.

Hier nach antiken Überlieferungen seine Frauen und die bekanntesten Nachkommen:

  • von Hekabe (Tochter des phrygischen Königs Dymas): Hektor, Krëusa, Helenos, Antiphos, Polites, Laodike, Paris, Kassandra, Polydoros, Polyxena, Troilos, Agathon, Deiphobos
  • von Arisbe (Tochter des Merops Perkosios): Aisakos
  • von Laothoe (Tochter des lelegischen Königs Altes): Lykaon
  • von Kastianeira aus Aisyme: Gorgythion
  • von anderen teils nicht bekannten Frauen:
    • Söhne: Melanippos, Philaimon, Hippothous, Glaukos, Chersidamas, Euagoras, Hippodamas, Mestor, Atas, Doryklous, Dryops, Bias, Chromios, Astygonos, Telestas, Euander, Cebriones, Mylios, Archemachos, Laodokos, Echephron, Idomeneus, Hyperion, Askanios, Demokoon, Aretos, Deioptes, Klonios, Echemmon, Hypiochos, Aigeoneus, Lysithous, Polymedon, Isos, Pammon, Antiphonos, Dios
    • Töchter: Medusa, Medesikaste, Lysimache, Aristodeme

Namensgeber

Nach Priamos wurde 1872 von Heinrich Schliemann der „Schatz des Priamos“ benannt, den dieser bei Ausgrabungen in den Ruinen von Troja entdeckt hatte.

Priamos in Literatur und Kunst

Priam und Achilles (Alexander Iwanow)

Literatur

Priamos tritt sowohl in Homers „Ilias“ als auch in der „AeneisVergils auf, sowie in zahlreichen Erzählungen und Bühnenstücken über den Trojanischen Krieg, bis hinein in die Moderne.

Priamos’ Klage bei Homer:

Ich unseliger Mann! Die tapfersten Söhn’ erzeugt ich
Weit in Troja umher, und nun ist keiner mir übrig!
Fünfzig hatt’ ich der Söhn’, als Argos’ Menge[1] daherzog:
Ihrer neunzehn wurden von einer Mutter geboren,
Und die anderen zeugt’ ich mit Nebenfraun im Palaste.

Ilias, Gesang 24, V.493–497

Spielfilm, Fernsehen

In Auswahl seien genannt:

Weblinks

 Commons: Priamos – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Anmerkungen

  1. „Argos’ Menge“: gemeint ist „das Heer der Argiver“, Homers Wort für „die Griechen“

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