- Schlackenbad
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Als Schlackenbad bezeichnet man Kur-Badeanlagen, die durch bei der Metallverhüttung entstehendes Prozesswasser gespeist werden.
Um die bei der Verhüttung von Kupfer oder Eisen entstehende Schlacke/Hochofenschlacke in als Baustoff nutzbares Granulat zu verwandeln, wird sie mit Wasser abgeschreckt. Das Wasser nimmt dabei aus der Schlacke Schwefel und andere Mineralien auf und hat damit eine ähnlich heilende Wirkung wie die bekannten Heilbäder. Durch die oft mehrfache Nutzung des Wassers im Granulationsprozess werden die Mineralien sogar stärker konzentriert als bei natürlichen Quellen.
Beispiele für Schlackenbäder sind
- das ehemalige Bochumer Schwefelbad im Ortsteil Bochum-Hamme, das aus den Schlacken des Bochumer Vereins gespeist wurde (Koordinaten 51° 29′ N, 7° 11′ O51.4857597.190372),
- die Bäder im ehemaligen Freibad Schallacker in Dortmund-Hörde, die von der Granulationsanlage des Hörder Bergwerks- und Hütten-Vereins mit Schwefel gespeist wurden (Koordinaten 51° 29′ N, 7° 30′ O51.4893577.491871),
- sowie Das Schlackenbad der Kupferhütte in Hettstedt/Sachsen-Anhalt und weitere.
Quellen
- Artikel Schlackenbad in der Oekonomischen Encyklopädie von J. G. Krünitz
- Bericht Von der Schlackenhalde zum Heilbad im Report 12/2006 des FEhS – INSTITUT FÜR BAUSTOFF-FORSCHUNG e.V., Duisburg, ISSN 0948-4795
- Bild Schlackenbad Hettstedt auf Mineralienatlas.de
- Bilder und Texte zum ehemaligen Freibad Schallacker auf fotocommuntiy.de
- Christian Kleinschmidt: "Freibad Schallacker" in: Norbert Tempel (Hrsg.) "Industriekultur in Dortmund", Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Dortmund 1991, S.64, ISBN 3-921980-33-x
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