Schwedisches Lehrsystem

Schwedisches Lehrsystem
Sankt-Georgs-Kreuz
Das Sankt-Georgs-Kreuz ist ein Symbol der Schwedischen Freimaurerei

Schwedisches Lehrsystem, auch Schwedischer Ritus oder Schwedisches Ritual ist ein Begriff der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland.

Das Schwedische System ist eine Lehrart, die in Schweden, in Norwegen, in Dänemark, in Finnland und in Island bearbeitet wird. Sie wird auch in einer deutschen Variante ausgeführt, und zwar von der Großen Landesloge der Freimaurer von Deutschland (nach Friedrich Wilhelm Kellner v. Zinnendorf, 1770). Von 1776 bis 1779 wurde das Zinnendorfsche System auch in Russland bearbeitet, als Schwedisches System unter Herzog Karl von Södermannland hielt es sich noch einige Jahre länger, wurde letztlich aber auch eingestellt.

Das schwedische System beruht auf den Akten von Carl Friedrich Eckleff, die Basis des Hochgrad-Systems der Freimaurer-Orden, einem christlich orientierten Zweig der Freimaurerei. Die Ordenslehre betont den Charakter eines christlichen Ritterordens und gründet sich auf die Lehre Jesu Christi, wie sie in der Heiligen Schrift steht.

Der Schwedische Ritus ist ein in sich geschlossenes System mit 10 Erkenntnisstufen bzw. Graden. Jeder Grad baut auf den vorhergehenden auf.

Es gibt innerhalb jeder Großloge, die das Schwedische System verwendet, nur eine Form des geltenden Rituals für jeden Grad. Die Rituale in den verschiedenen Ländern unterscheiden sich voneinander, wobei die Unterschiede zwischen den Großlogen Skandinaviens nur gering sind. Im Laufe der Geschichte kam es zu mehreren Redaktionen des Rituals, die nicht in allen Ländern übernommen wurden. Am bedeutendsten sind wahrscheinlich die Bearbeitungen durch Herzog Carl von Södermannland für Schweden und durch Christian Nettelbladt (begonnen 1819) in Deutschland[1].

Anders als in der englischen Freimaurerei wird das Ritual nicht auswendig gelernt, sondern der Vorsitzende Meister folgt einem geltenden rituellen Manuskript, wenn er eine Logenarbeit leitet.

Inhaltsverzeichnis

Ordensabteilungen

Das System besteht aus drei Ordensabteilungen:

Johannisgrade

Karl XIII., König von Schweden und Norwegen
  • 1.Grad: Lehrling
  • 2.Grad: Geselle
  • 3.Grad: Meister

Andreasgrade

  • 4.Grad: Andreas-Lehrling
  • 5.Grad: Andreas-Geselle
  • 6.Grad: Andreas-Meister
Friedrich VII. König von Dänemark

Kapitelgrade

  • 7.Grad: Ritter vom Osten
  • 8.Grad: Ritter vom Westen
  • 9.Grad: Vertrauter Bruder der Johannisloge
  • 10.Grad: Vertrauter Bruder der Andreasloge

Ehrenstufe

  • Höchsterleuchteter Bruder mit dem Roten Kreuz. R+K, Tempelmeister, Ritter-Kommandeur

Zurzeit besitzen ca. 74 Freimaurer in Deutschland den Orden.

Königlicher Orden König Karl XIII.

König Karl von Schweden stiftete und etablierte 1811 den „Königlichen Orden König Karl XIII”. Es ist ein ziviler Orden und wurde vom König nur an Freimaurer verliehen. Ursprünglich war seine Anzahl auf 33 limitiert. Er entspricht keinem neuen - oder freimaurerischen Grad. Zur Zeit besitzen ca. 60 Freimaurer in Schweden den Orden.

König Friedrich VII. von Dänemark

1862 stiftete und etablierte Friedrich VII. (Dänemark) den Orden Ritter-Kommandeur mit dem „Roten Kreuz“ für Freimaurer. Dessen Mitgliederzahl war ursprünglich auf 33 limitiert. Heute sind ca. 55 dänische Freimaurer Träger dieses Ordens. Er ist jedoch kein neuer- oder freimaurerischer Grad.

Leitung

  • Der Hochwürdige Meister regiert eine Johannisloge.
  • Der Hochleuchtende Andreasmeister leitet die Andreasloge.
  • Der Weise Kapitelmeister leitet das Kapitel.
  • Der Höchstleuchtende Landesgroßmeister ist für die Grade 1 bis 6 zuständig.
  • Dem Weisesten Ordensmeister an der Spitze des Ordensrates unterstehen die Kapitelgrade ab dem 7. Grad.

Literatur

  • Reinhold Dosch: Deutsches Freimaurer Lexikon. Die Bauhütte, Bonn 1999, ISBN 3-930139-15-4
  • Ferdinand Runkel: Geschichte der Freimaurerei. Reprint von 1932, Edition Lempertz, Bonn 2006, ISBN 3-933070-96-1

Weblinks

Einzelnachweise

  1. Ferdinand Runkel, 3. Band, S. 210 ff

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