Settha Thitsa

Settha Thitsa

Settha Thitsa (* 1678 in Luang Prabang; † 1713 in der Provinz Champasak) war der zweite Sohn des berühmten laoitischen Königs Sulinya Vongsa (auch Sulinavongsa, 1637-1694) und einer seiner drei Nachfolger. Er war König der Provinz Champasak von 1698 bis 1713.

Inhaltsverzeichnis

Jugend und Epoche

Settha Thitsa (eigentlich Settha Brhat Chao Suriya Raja Parama Pavitra Prasidhadhiraja Sri Sadhana Thitsa) wurde im Jahr 1678 als einziger Sohn der zweiten Frau des Sulinya Vongsa in der Blüte der Lan Xang-Dynastie in den Hof von Luang Prabang geboren. Das Königreich, in das der kleine Prinz hinein geboren wurde, umfasste zu diesem Zeitpunkt das gesamte heutige Laos, sowie das heutige Nordthailand und Teile Myanmars. Literatur und Dichtung waren von hohem Rang, Handel und Bildung florierten.

Aus den etwas früheren Berichten des holländischen Abenteurers Wuysthof (1642 als erster Europäer am Hof Lan Xang) oder des Venezianers Leria (1643) wissen wir, dass Prinz Settha Thitsa wohl eine für damalige Verhältnisse sehr unbeschwerte Kindheit erlebt haben muss. Seine Jugend fällt wie die Besuche van Wuysthofs und Lerias in eine friedliche und ereignisarme Epoche, die durch Wohlstand und Kultur geprägt ist.

Tod des Vaters

Dies ändert sich jedoch schlagartig mit dem Tod seines Vaters im Jahr 1694. Sulinya Vongsa hatte es versäumt, eine eindeutige Nachfolgeregelung für sein Reich zu treffen und so formierten sich noch im Laufe des Jahres 1694 verschiedene rivalisierende Gruppen, die ihren Anspruch auf das Reich geltend machten. Um ihre Ansprüche zu legalisieren bedienten sich die Gruppen der Nachkommen Sulinya Vongsas, insbesondere der beiden Prinzen Settha Thitsa und Indra Brahma (* 1642). Letzterer war ein Sohn des Sulinya Vongsas aus erster Ehe und damit der traditionell rechtmäßige Nachfolger seines Vaters.

Erbfolgekrieg von Lan Xang

Der große Altersunterschied und die unterschiedliche Herkunft der beiden Prinzen mütterlicherseits hatten dazu geführt, dass beide kein inniges Verhältnis zu einander aufgebaut hatten. Unklar ist, inwieweit Prinz Settha Thitsa, damals gerade 16-jährig, willentlich Teil einer Hofintrige gegen seinen Halbbruder nach dem Tod des Vaters wurde. Gesichert ist allein, dass Teile des Militärs Indra Brahma zunächst aus Luang Prabang vertrieben und Settha Thitsa zum neuen König ausriefen.

Settha Thitsas Herrschaft über das Lan Xang-Reich dauerte allerdings kaum mehr als ein halbes Jahr. Bereits im Jahr 1695 mussten Settha Thitsa und die unter General Theng Phu Noi Kommando stehenden Truppen nach Angriffen von Truppen des Indra Brahma treuen Generals Suriya Thra wieder aus Luang Prabang fliehen. In der Folge kam es bis ins Jahr 1700 zu immer wieder aufflammenden Kämpfen zwischen den Gefolgsleuten Indra Brahmas, Settha Thitsas und der Fürsten Tian Thala und Nan Tharat (sogenannter „Erbfolgekrieg von Lan Xang“), nach deren Ende das Reich in drei rivalisierende Dynastien Luang Prabang, Vientiane und Champasak zerfiel.

König von Champasak

Dem mittlerweile 20-jährigen Settha Thitsa gelang es dabei, sich zum König von Champasak auszurufen und die gleichnamige Provinz zunächst zu befrieden. Obgleich die Provinz immer wieder auch Invasionen der mächtigen Nachbarn aus Burma, Siam und Vietnam ausgesetzt war, erreichte er eine rund 10-jährige militärische wie wirtschaftliche Stabilisierung im „Königreich“ Champasak. Bedeutendes Zeugnis dieser Epoche ist der von Settha Thitsa gestiftete Buddha-Tempel Vat Phathong (1707) in Champasak, der von der berühmten an der südöstlichen Seite des Phousi-Berges gelegenen Tempelanlage von Vat Visounarath inspiriert ist.

Die großteils ereignisarme Regentschaft Settha Thitsa endete im Frühjahr 1713 durch dessen Vergiftung. Settha Thitsa starb unverheiratet und kinderlos. Urheber des Mordkomplotts war der Überlieferung zufolge der champasakische Fürst Soi Sisamut, der in der Nachfolge Settha Thitsa zum König von Champasak aufstieg.

Quellen

  • Simms, Peter: The Kingdoms of Laos: Six Hundred Years of History, London 2001
  • Smeed, Antonius: The Kingdom of Lan Xang between 1450 and 1713, University of California Press 1975

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