Spengergasse

Spengergasse
HTBLVA Wien 5 Spengergasse
Schultyp berufsbildende höhere Schule mit Matura
Gründung 1758
Bundesland Wien
Staat Österreich
Koordinaten 48° 11′ 9″ N, 16° 21′ 23″ O48.18583333333316.3563888888897Koordinaten: 48° 11′ 9″ N, 16° 21′ 23″ O
Schüler ca. 1300
Lehrer 153
Leitung Wolfgang Hickel
Website www.spengergasse.at

Die HTBLVA Wien 5 Spengergasse ist eine große österreichische berufsbildende höhere technische Schule in Wien und wird als eine von fünf Technischen und Gewerblichen Lehranstalten (TGLA) in Österreich gezählt.

Sie hat ungefähr 1.300 Schüler und 153 Lehrer. Etwa die Hälfte der Schüler wird in der Abteilung für EDV und Organisation unterrichtet.

Daneben gibt es eine Vielfalt von unterschiedlichen Aus- und Weiterbildungsmöglichkeiten für Jugendliche und Erwachsene.

Inhaltsverzeichnis

Leitbild

Wir bauen auf einer langen Tradition im berufsbildenden Schulwesen auf, arbeiten intensiv mit der Wirtschaft zusammen und verpflichten uns zu innovativem Denken, zeitgemäßer Teamarbeit und projektorientierten Unterrichtsmethoden.

Geschichte

Eingang der HTBLVA Wien V
Frontansicht der HTBLVA Wien V

Die Lehranstalt wurde am 11. Jänner 1758 von Kaiserin Maria Theresia als "k.k. Commerzialzeichnungsakademie" gegründet. Schon damals war der unmittelbare Anlass zur Gründung der Mangel an textilen Fachkräften. Der Anfang des Schulbetriebes war sehr bescheiden: Die neue Schule begann mit sechs Schülern im dürftig ausgestatteten Raum eines Palais in der Wiener Innenstadt. 1785 waren es bereits 108 Schüler und mit der zunehmenden Industrialisierung Österreichs wuchs auch die Bedeutung der Schule. Im darauffolgenden Jahrhundert war sie mit dem Polytechnikum verbunden und als aus diesem die Technische Hochschule entstand, erlangte sie wieder ihre Selbständigkeit. Das Wachstum der österreichischen Textilindustrie im 19. Jahrhundert machte einen weiteren Ausbau der Schule notwendig und seit 1881 führte sie den Namen "Lehranstalt für Textilindustrie".

Nach dem Zusammenbruch der österreichisch-ungarischen Monarchie war die Schule die einzige textiltechnische Bildungsstätte der nunmehrigen Republik Österreich. Ihr Aufgabenkreis musste daher auf alle Gebiete der Textilindustrie erweitert werden. 1921 wurde sie in eine Höhere Lehranstalt mit dem Namen "Bundeslehr- und Versuchsanstalt für Textilindustrie" umgewandelt und durch eine chemische Abteilung sowie eine textilkaufmännische Abteilung erweitert. Dies war vor allem dadurch möglich, dass ein größeres Gebäude, nämlich das ehemalige Monturdepot der k.k. Landwehr in Wien 5., Spengergasse 20, erworben werden konnte.

Die EDV-Ausbildung an der Spengergasse

1971 ist eine große EDV-Anlage (IBM System/360 Model 25 mit 32 KB Hauptspeicher) in Betrieb genommen worden, deren Vorhandensein auch die Gründung eines "Abiturientenlehrganges für elektronische Datenverarbeitung" ermöglicht hat.

1981/82 wurde aus dem Abiturientenlehrgang die Höhere Abteilung für EDV und Organisation, die heute die größte Abteilung der Schule ist. Seit dem Schuljahr 1998/99 gilt der heutige Lehrplan, der eine Unterscheidung in drei Ausbildungsschwerpunkte ab dem 4. Jahrgang vorsieht.

Fachschule für Datenverarbeitung

1999/2000 wurde die sog. Fachschule für Datenverarbeitung als 3 1/2jährige Ausbildung eingeführt. Sie endet im Gegensatz zu den höheren Abteilungen mit einer Abschlussprüfung statt mit einer Reife- und Diplomprüfung. Das Ausbildungsziel der Fachschule ist ein praxisnaher Unterricht im technischen und betriebswirtschaftlichen Bereich.

Die Abteilung Betriebsmanagement

1995/96 wurde die Höhere Lehranstalt für Betriebsmanagement als Schulversuch eingeführt. Im darauffolgenden Jahr wurde die Abteilung in die Schule eingegliedert. Seit 2003/04 gibt es einen neuen Lehrplan, der eine Unterscheidung in zwei Ausbildungsschwerpunkte ab dem 3. Jahrgang vorsieht.

Die textile Ausbildung

Neben den textiltechnischen und textilchemischen Ausbildungsrichtungen konnte schließlich 1976 die Fachschule für Musterzeichnen in eine Höhere Abteilung für Dessinatur und Modezeichnen erweitert werden.

Im Schuljahr 1998/99 wurden die alten Abteilungen (Textildesign, Textiltechnik, Textilmanagement und Textilchemie) durch den neuen Lehrplan für Kunst und Design ersetzt. Die Textiltechnische Ausbildung findet heute im Ausbildungsschwerpunkt "Textile Product Engineering" der Abteilung Betriebsmanagement statt.

Alte Gebäudeansichten

Umbau

Blick auf das Schulgebäude nach Abbruch des C-Traktes

Nach der Bewilligung des Umbaues im Jahr 2006 wurde im Schuljahr 2007/08 das Ausweichquartier für die EDV-Abteilung in der Schellinggasse adaptiert und die Technik nach den Erfordernissen installiert.

Ab dem Schuljahr 2008/09 ist die Schule an zwei Standorten untergebracht:

  • Die Abteilung EDV und Organisation in der Schellinggasse 13, 1010 Wien
  • Die Abteilungen Betriebsmanagement, Kunst & Design, Informatik Abend, eGovernment und eHealth sowie die Verwaltung in der Spengergasse 20, 1050 Wien

Eine Rückübersiedlung der EDV-Abteilung ist nach Fertigstellung der Bautätigkeiten im Hauptgebäude für 2012 vorgesehen.

Aus dem Pressetext der Ausschreibung der BIG vom 29. Juni 2006: [...] Die Investitionen für die erste Phase des Projektes belaufen sich auf 8,4 Mio. Euro (netto Baukosten). Nach Abschluss des Zubaus wird voraussichtlich ab Anfang 2009 der Rest der Schule saniert.[1]

Ausbildungszweige

Gebäude in der Spengergasse
Blick vom Dach der Schule auf das A-Gebäude
Der Schulhof bei Nacht (Blick vom C-Gebäude)
  • Höhere Abteilung bzw. Kolleg für Kunst und Design
    • Schwerpunkt Textildesign
    • Schwerpunkt Mediendesign
  • Höhere Abteilung Betriebsmanagement (5-jährig)
    • Die ersten zwei Jahre sind für alle Schüler gleich, danach Aufteilung in die Fachbereiche:
    • Die Abteilung Betriebsmanagement (BM) vermittelt eine interdisziplinäre Ausbildung zwischen Wirtschaft und Technik. In den ersten beiden Jahrgängen werden den Schülern Grundlagen aus den Bereichen technische Textilien, technisches Prozessmanagement sowie Maschinen- und Elektrotechnik und Projektmanagement und Informatik nahegebracht.
      • Textile Product Engineering
        Im Mittelpunkt steht die Anwendung und Entwicklung von technischen Textilien. Dieser neue Bereich der Textilindustrie umfasst u.A. die Innenausstattung von Automobilen oder medizintechnische Einsatzbereiche.
      • Technical Process Management
        Inhalte dieses in Österreich einmaligen Ausbildungsschwerpunktes sind Qualitäts- und Umweltmanagementsstandards gemäß den internationalen Regelwerken ISO 9001:2000, ISO 14001:2004 und EMAS II sowie die Bereiche Risiko- und Sicherheitsmanagement, Facilitymanagement sowie technische Logistik. Eine umfassende Statistikausbildung erfolgt auf Basis der anerkannten QII Statistikausbildung internationaler Qualitätsinstitute.
  • Höhere Abteilung für EDV und Organisation (5-jährig)
    • Die ersten drei Jahre sind für alle Schüler gleich, danach Aufteilung in die Fachbereiche:
      • Kommerzielle Datenverarbeitung
      • Netzwerktechnik
      • Medientechnik und Medienwirtschaft
  • Fachschule für EDV
  • Kollegs
    • 4-semestriges Kolleg für EDV (mit Schwerpunkten Kommerzielle Datenverarbeitung, Netzwerktechnik und Medientechnik)
    • 4-semestriges Kolleg für Kunst und Design
    • 6-semestriges Abendkolleg für Kunst und Design
    • 4-semestriger Aufbaulehrgang EDV und Organisation für Absolventen einer einschlägigen Fachschule (Abschluss: Reife- und Diplomprüfung)
  • Höhere Abteilung für Berufstätige (Abendschule für Informatik)

Bekannte Absolventen

Club Spengergasse

Der Club Spengergasse ist der offizielle Verein der Schüler, Lehrer und Absolventen der HTBLVA Spengergasse. Geführt wird dieser seit 1999 von Walter Weiss. Ziel und Zweck des Club ist es, den Schülern fachliche und finanzielle Unterstützung zu gewährleisten. Zu den Aufgabengebieten des Clubs gehört weiters die Kontaktpflege zu Wirtschaftspartnern, die Administration der Verleihterminals und die Veranstaltung/Betreuung von "Spengerevents", wie z.B. des Schulballs.

Einzelnachweise

  1. http://www.big.at/projekte/aktuelle-projekte/2008/htblv-spengergasse/

Weblinks


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