Vietnamesische Literatur

Vietnamesische Literatur

Vietnamesische Literatur ist Literatur, sowohl mündlich als auch geschrieben, von Vietnamesisch Sprechenden verfasst. Die meiste Zeit seiner Geschichte war Vietnam von China beherrscht und als Ergebnis war viel der geschriebenen Werke aus dieser Zeit im klassischen Chinesisch. Chữ nôm, ungefähr im 10. Jahrhundert erschaffen, erlaubte es Schriftstellern in Vietnamesisch zu dichten unter Benutzung modifizierter, chinesischer Schriftzeichen. Obwohl es niedriger als Chinesisch angesehen wurde, gewann es nach und nach an Ansehen. Es gedieh im 18. Jahrhundert, als viele wichtige vietnamesische Schriftsteller und Dichter ihre Werke in chữ nôm verfassten und als es kurz die offizielle Schriftsprache wurde. Während die Quốc ngữ-Schrift im 17. Jahrhundert erschaffen wurde, wurde es außerhalb der Missionsgruppen bis zum 20. Jahrhundert nicht beliebt, als die französische Kolonialadministration ihre Benutzung in Französisch-Indochina einem Mandat unterstellte. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts wurden eigentlich alle vietnamesischen Werke der Literatur in quốc ngữ verfasst.

Inhaltsverzeichnis

Schrift

Klassisches Chinesisch

Viele offizielle Dokumente der vietnamesischen Geschichte wurden im klassischen Chinesisch geschrieben. Die Chinesische Schrift ist modernen Vietnamesisch-Sprechenden nicht nur fremd, diese Werke sind aufgrund der chinesischen Syntax und teilweise des Vokabulars oft unverständlich, selbst wenn sie direkt ins moderne quốc ngữ übersetzt wurden. So mussten diese Werke ins Vietnamesische übersetzt werden, um verstanden werden zu können. Diese Werke beinhalten offizielle Ankündigungen vietnamesischer Könige, königliche Geschichte, Unabhängigkeitserklärungen von China, ebenso wie Gedichte.

Chữ nôm

Werke in Chữ nôm können in die moderne quốc ngữ Schrift übersetzt werden und ohne weiteres von modernen Vietnamesisch-Sprechenden verstanden werden. Chữ nôm wurden nie genormt, es gibt Unklarheiten darüber, welche Worte gemeint sind, wenn ein Schriftsteller verschiedene Schriftzeichen nutzte. Dies resultierte in viele Variationen bei Übersetzungen von Chữ nôm in quốc ngữ. Einige hochgeschätzte Werke der vietnamesischen Literatur wurden in Chữ nôm verfasst, so z.B. Truyện Kiều von Nguyễn Du, Đoàn Thị Điểms chữ nôm Übersetzung des Gedichtes Chinh Phụ Ngâm Khúc aus dem klassischen Chinesisch, verfasst von ihrem Freund Đặng Trần Côn (auf ihre Weise bekannt) und Gedichte der namhaften Dichterin Hồ Xuân Hương.

Quốc ngữ

Während es im 17. Jahrhundert erschaffen wurde, wurde quốc ngữ außerhalb missionarischer Zirkel kaum benutzt bis zum frühen 20. Jahrhundert, als die französische Kolonialregierung seine Nutzung in Französisch-Indochina einem Mandat unterstellte. Während der frühen Jahre des 20. Jahrhunderts gediehen viele Zeitschriften auf quốc ngữ und deren Beliebtheit half quốc ngữ zu popularisieren. Während manche Anführer der Beliebtheit von quốc ngữ als Last der Franzosen widerstanden, nahmen es andere als bequemes Mittel an, um die Literatur zu fördern. Nach der Unabhängigkeitserklärung von Frankreich 1945, nahm Ho Chi Minhs provisorische Việt Minh Regierung eine Versicherung für die wachsende Literatur in quốc ngữ an. Deren Leistungen war ungemein erfolgreich, dass die Alphabetisierungsrate über Nacht sprunghaft anstieg.

In jenen frühen Jahren gab es viele Unterschiede in der Orthographie und es gab keinen Konsens wie man bestimmte Wörter zu schreiben hatte. Nach einigen Konferenzen wurden die Probleme erkannt, aber siechen bis heute dahin. Ab der Mitte des 20. Jahrhunderts sind alle Werke der vietnamesischen Literatur in quốc ngữ verfasst, während Werke früherer Schriften in quốc ngữ übersetzt werden, um sie den modernen Vietnamesisch-Sprechenden zugänglich zu machen. Die Benutzung früherer Schriften ist nun auf historische Verweise begrenzt.

Genres

Volkstümliche Literatur

Vietnamesische Volksliteratur ist eine Vermengung von vielerlei Formen. Es ist nicht nur eine mündliche Tradition, sondern ein Mix dreierlei Medien: verborgen (ausschließlich in der Erinnerung der volkstümlichen Autoren behalten), festgehalten (geschrieben) und gezeigt (veröffentlicht). Volkstümliche Literatur gibt es gewöhnlich in vielen Versionen, mündlich überliefert und mit unbekannten Autoren.

Mythen

Mythen bestehen aus Geschichten über übernatürliche Dinge, Helden, Schöpfungsgötter und reflektieren die Ansicht altertümlicher Leute über menschliches Leben. Sie bestehen aus Schöpfungsgeschichten, Geschichten über ihre Ursprünge (Lạc Long Quân, Âu Cơ), kulturelle Helden (Sơn Tinh - Thủy Tinh).

Ca dao

Dies sind die volkstümlichen Weisen und Gedichte der einfachen Leute.[1]

Siehe auch

Einzelnachweise

  1. Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung 10. April 2010 Seite Z3 letzter Absatz

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