Warmfrontokklusion

Warmfrontokklusion
Kaltfrontokklusion (Erläuterung siehe Text)
Warmfrontokklusion (Erläuterung siehe Text)

Als Okklusion bezeichnet man einen Vorgang in einem dynamischen Tiefdruckgebiet, bei dem dessen Warmsektor durch Vereinigung zweier Fronten vom Boden gehoben wird. Bei dynamischen Tiefdruckgebieten in mittleren Breitengraden, der sogenannten Ferrel-Zelle oder Westwindzone, kommt es im Zuge der Zyklogenese zur Ausbildung zweier Fronten, der Warmfront und Kaltfront. Hierbei drehen sich beide Fronten mit dem Tiefdruckgebiet mit, also gegen den Uhrzeigersinn auf der Nordhalbkugel bzw. im Uhrzeigersinn auf der Südhalbkugel.

Okklusionstypen

Man unterscheidet zwei grundlegende Arten von Okklusion, die Kaltfrontokklusion und die Warmfrontokklusion.

In der Abbildung Kaltfrontokklusion ist die Kaltfront ("Kalte Luft schiebt warme Luft vor sich her") die Grenze zwischen Warmsektor und den bläulich gezeichneten kalten Luftmassen links unten (zweites und drittes Teilbild). Die Warmfront ("Warme Luft schiebt kalte Luft vor sich her") ist die Grenze zwischen dem rot dargestellten Warmsektor und den grünlich dargestellten kühlen Luftmassen rechts unten. Die Kaltfront ist schneller als die Warmfront und holt sie schließlich ein. Beide Fronten vereinigen sich zur Okklusionsfront. Der Warmsektor wird hierbei aufgrund der geringeren Dichte wärmerer Luft über die Kaltluft gehoben.

Auch bei einer Warmfrontokklusion (zweite Abbildung) holt eine Kaltfront eine Warmfront ein (deswegen ist das erste Teilbild beider Darstellungen auch identisch). Nach der Vereinigung der Fronten, also der Okklusion, findet sich bei einer Kaltfrontokklusion kalte Luft hinter kühler, bei einer Warmfrontokklusion aber kühle Luft hinter kalter.

Aus der Bodenwetterkarte lassen sich die Okklusionstypen nicht unterscheiden, man braucht dafür das Temperaturprofil.

Nahe dem Okklusionskern herrschen schwach umlaufende Winde. Im Randbereich des Kerns kann der Wind Sturmstärke annehmen. Erst in größerem Abstand fällt die Windgeschwindigkeit wieder ab.

Die Temperaturen beider kalter Sektoren (hier: bläulich = kalt; grünlich = kühl) unterscheiden sich nur geringfügig, im Vergleich zum Warmsektor sind beide kälter. Dennoch reicht der Dichteunterschied auch bei kleinem Temperaturunterschied meist aus, um die Okklusion von einer der Fronten dominieren zu lassen. Ist der Temperaturunterschied aber zu klein bzw. nicht vorhanden, kann gelegentlich eine solche Dominanz nicht mehr festgestellt werden. Man nimmt dann auch keine begriffliche Unterscheidung mehr vor. Dieses Phänomen kann man auch als dritten Okklusionstyp betrachten.

In mittleren Breitengraden treten Kaltfrontokklusionen bevorzugt in den Sommermonaten und Warmfrontokklusionen bevorzugt in den Wintermonaten auf.

Bildbeschreibung

In der rechten Grafik sind die bisher erwähnten Begriffe zusammen mit typischen Wolkentypen und Niederschlagsereignissen dargestellt.

Das erste Teilbild zeigt die gleiche Bodenwetterkarte mit einem gesamten Tiefdruckgebiet. Eine Warmfront wird hier durch Halbkreise an der Frontlinie dargestellt, eine Kaltfront durch Dreiecke und eine Okklusion durch Dreiecke und Halbkreise nebeneinander. Die orangen, horizontalen Trennstriche markieren bestimmte Bereiche des Tiefdruckgebiets, die in den folgenden Teilbildern detaillierter dargestellt sind. Zu beachten ist hierbei, dass ein Tiefdruckgebiet nur in den mittleren Breitengraden und auch nur auf der Nordhalbkugel die dargestellte Form besitzt.

Das zweite Teilbild zeigt einen Schnitt durch das Tiefdruckgebiet bei Linie (a). Es stellt die Okklusion dar, also die Vereinigung beider Fronten.

Das dritte Teilbild zeigt einen Schnitt durch das Tiefdruckgebiet bei Linie (b). Hier sind die Fronten noch getrennt. Dies ist also der Zustand vor Zustandekommen der Okklusion.

Das zugehörige Temperaturprofil im vierten Teilbild weist auf den Typ der Okklusion hin.


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