Bismarckturm (Iserlohn)

Bismarckturm (Iserlohn)
Bismarckturm Iserlohn

Der Bismarckturm in Iserlohn ist ein zu Ehren des ehemaligen deutschen Reichskanzlers Fürst Otto von Bismarck errichtetes Bismarck-Denkmal.

Inhaltsverzeichnis

Geografische Lage

Der Turm ist eine Landmarke auf der Seilerkuppe im Seilerwald oberhalb des Seilersees auf 338 m ü. NN. Von der Dammkrone des Seilersees bis zum Fuß des Turmes besteht ein Höhenunterschied von etwa 130 m. Nordöstlich des Turmes ist der Hemeraner Ortsteil Landhausen gelegen, nordwestlich die Historische Fabrikenanlage Maste-Barendorf.

Geschichte

In Iserlohn wurde 1911 über den Bau eines Nationaldenkmals nachgedacht. Es bildete sich ein Ortsausschuss, der am 1. April 1913 die Gründung eines Bismarckturm-Komitees beschloss. Für den Bau der nationalen Gedenkstätte als Aussichtsturm mit Feuerschale wurden allein von Bürgern der Stadt Iserlohn innerhalb kürzester Zeit Spenden in Höhe von 25.000 Mark gesammelt.

Eingang

Dem Komitee lagen vier Bauentwürfe vor. Der Entwurf des Architekten August Deucker und des Stadtbaumeisters Karl Hoffmann wurde ausgewählt.

Zur damaligen Zeit war die Stadt Iserlohn nicht Eigentümerin des auf Hemeraner Stadtgebiet liegenden Grundstücks im Seilerwald, auf dem der Turm errichtet werden sollte. Für 3.600 Mark wurde ein sechs Morgen großes Grundstück erworben.

Vor Baubeginn fand man mit einem hölzernen Turmmodell auf der Seilerkuppe den besten Standort heraus.

Das für die Bauarbeiten benötigte Wasser kam aus einem eigens für den Bau gebohrten Brunnen. Als Baumaterial diente Grauwacke, die nordwestlich des Turmes unterhalb des Steinbruchs Gut Magney, heute Steinbruch im Griesenbrauck, gebrochen wurde. Für die Außenwände der Feuerschale und das Portal wurde Basaltlava verwendet. Die Gesamtkosten für die Errichtung der Gedenkstätte beliefen sich auf 28.000 Mark.

Während der ersten Kriegstage erfolgte am 6. September 1914 die Grundsteinlegung. Die Einweihung des Turmes fand am 31. März 1915 statt. Einen Tag später, an Bismarcks 100. Geburtstag, wurde erstmals das Feuer in der Schale im Turmkopf entzündet. Bis Kriegsende diente der Turm als Standort für die Flugwacht.

Während des Zweiten Weltkriegs wurde er ab 1940 von der Deutschen Wehrmacht genutzt. Nach Kriegsende verwendete ihn das britische Militär als Funkleitstelle.

Die Bevölkerung durfte den Bismarckturm erst ab 1955 als Aussichtsturm nutzen. Von 1957 bis 1989 wurde im Turmkopf kein Feuer mehr entzündet.

Das Sauerland/Paderborn-Gesetz ordnete 1975 den Teil des Seilerwaldes mit dem Bismarckturm Iserlohn zu.

In den Jahren 1968 und 1991 erfolgten notwendige Sanierungsmaßnahmen. Zur großen Feier des 75. Jubiläums des Bismarckturms im Jahr 1990 entzündete Bürgermeister Fritz Fischer das Feuer in der nunmehr gasbetriebenen Schale erstmals wieder. Seit der Jubiläumsfeier befindet sich am Turm auch eine Gedenktafel.

Beschreibung des Turmes

Der viereckige Unterbau steht auf einem quadratischen Fundament mit einer Seitenlänge von 7,5 m. Die Aussichtsplattform liegt 11 m hoch und ist erreichbar über eine Steintreppe mit 44 und eine Wendeltreppe mit 13 Stufen. Insgesamt ist der Turm 14,5 m hoch.

Sonstiges

Der Bismarckturm befindet sich nach wie vor in städtischem Besitz. Von 1988 bis 1995 gab es regelmäßige Öffnungszeiten für die Besichtigung des Denkmals. Heute ist nur noch nach vorheriger Kontaktaufnahme mit der Stadt Iserlohn eine Innenbesichtigung und Turmbesteigung möglich. Zudem wird das Bauwerk an mehreren Sonntagen zwischen April bis September vom Aktionskreis Pater Beda geöffnet.

Eine Besonderheit des Bismarckturmes ist, dass er eine Photovoltaikanlage mit acht Modulen auf dem Dach zur Stromerzeugung besitzt. Diese Module versorgen eine Relaisfunkstelle für Amateurfunk und sind für Besucher von unten aus nicht sichtbar.

Weblinks

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