Alawerdi (Armenien)

Alawerdi (Armenien)
Alawerdi
Ալավերդի
Staat: Armenien Armenien
Provinz: Lori
Gegründet: 1938
Koordinaten: 41° 8′ N, 44° 39′ O41.13333333333344.651000Koordinaten: 41° 8′ N, 44° 39′ O
Höhe: 1.000 m
 
Einwohner: 16.500 (2009)
Zeitzone: UTC+4
Telefonvorwahl: (+374) 253
 
Gemeindeart: Stadt
Bürgermeister: Artur Nalbandjan
Webpräsenz:
Alawerdi (Armenien)
Alawerdi
Alawerdi

Alawerdi (armenisch Գորիս) ist eine Stadt in der nordarmenischen Provinz Lori, 167 km von der Hauptstadt Jerewan entfernt, sie bildet das Zentrum der Tumanian-Region und war ein bedeutender Industrie- und Bergbaustandort.

Blick in die Unterstadt Alawerdis

Die Topografie der Stadt wird vom stark zerklüfteten Gebirge und einer 300 bis 500 m tiefen Schlucht geprägt, auf ihrem Grund fließt der reißende Gebirgsfluss Debed. Schon 1192 wurde hier auf Veranlassung der armenischen Königin Waneni die Sanahinbrücke mit einer Bogenspannweite von 18 m errichtet. Sie ist nach einem nahe gelegenen Kloster benannt.
Nach der Eroberung des Kaukasus durch die Armeen des zaristischen Russland kamen Geologen und andere Wissenschaftler in diese abgelegenen Täler. Die Bergbauunternehmer Argoutinski-Dolgorukov lockten bald Hunderte von griechischen Bergarbeitern von der Schwarzmeerküste in das Tal, sie schufen damit die Grundlagen einer auf Kupfererz gegründeten Montanregion - Alawerdi deckte um 1900 bereits 25 Prozent des Kupferbedarfs im zarististischen Russland. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts vergrößerte sich die Bergbausiedlung nochmals mit britischer und französischer Unterstützung, auch eine Eisenbahnstrecke wurde später im Talgrund angelegt. In der Sowjetzeit begann der Ausbau der Kupferhütte zum Kupfer- und Chemiekombinat Alawerdi. Auf den zumeist ungeschützten kargen und zugigen Bergplateaus wurden neue Stadtteile als Wohnblocksiedlungen angelegt und Seilbahnen für den Personen- und Materialtransport errichtet. Auf Druck der Bevölkerung wurde bereits 1989 aus Gesundheits- und Umweltschutzgründen das Kupfer- und Chemiekombinat geschlossen, damit ging jedoch der Hauptarbeitgeber der Region verloren. Noch im Jahr 1972 hatte die Stadt 21.624 Einwohner, nach der Unabhängigkeit sank diese Zahl kontinuierlich auf 16.500 Einwohner im Jahr 2009.

Die ehemalige Kupferhütte Alawerdi

Zum Stadtgebiet gehört das Dorf Sanahin, dort befindet sich ein berühmter Klosterkomplex, der als UNESCO-Weltkulturerbe aufgeführt ist. Weiterhin ist es der Geburtsort der Brüder Artjom Mikojan und Anastas Mikojan.

Die heutigen Bewohner erklären den Ortsnamen Alawerdi gerne mit Verweis auf den arabisch-persischen Segensspruch „Allah werdi!“, in einem regionalen Dialekt bedeutet der Ortsname „Roter Stein“.

Siehe auch

Weblinks

 Commons: Alawerdi – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Literatur

  • Tessa Hofmann: Armenien - Georgien. Zwischen Ararat und Kaukasus. Mundo-Verlag, Leer 1990, ISBN 3-87322-001-6, S. 142.

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