Aquädukte auf Malta

Aquädukte auf Malta

Die Aquädukte auf Malta dienten der Wasserversorgung der Hauptorte auf Malta (Valletta) und Gozo (Victoria). Der poröse Globigerinen-Kalkstein, aus dem die Inseln des Archipels fast gänzlich bestehen, lässt die Niederschläge schnell versickern. Flüsse oder Seen gibt es deshalb keine.

In feuchten Wintern führen die Wieds (maltesische Bezeichnung der Trockentäler) für einige Zeit Wasser. Geologisch bedingt existieren auf Malta zwei Grundwasserstockwerke. Unter der Hochebene von Mdina liegt eine Schicht wasserundurchlässiger, so genannter Blauer Tone zwischen den Kalksteinschichten. Die Süßwasservorkommen über der Tonschicht sind relativ leicht anzuzapfen.

Wignacourt-Aquädukt

Der Wignacourt-Aquädukt

Bei der großen Belagerung von Malta (1565) durch die Türken unter Piale Pascha verteidigt der seit 1530 auf der Insel heimische Malteserorden unter Führung von Jean de la Valette vier Monate lang die Inselhauptstadt gegen eine Überzahl von Angreifern. Bei einer Befestigung des erst 1566 gegründeten La Valletta war von Nachteil, dass der strategisch günstig gelegene Hafen keine natürlichen Wasserquellen besaß. Seine Belagerung hätte die Verteidiger also binnen kurzer Zeit zur Aufgabe gezwungen. 1596 entwickelte Großmeister Martin Garzes die Idee, Valletta mit einer Wasserleitung zu versorgen. 1610 stellte sein Nachfolger Alof de Wignacourt die erforderliche Summe bereit. Das Problem, die Landsenke vor Valletta zu überbrücken, löste der Malteser Giovanni Attard, indem er den 13 km langen Aquädukt entwarf. Die 1614 fertig gestellte Leitung versorgte vier Hauptzisternen in der Stadt, die wiederum weitere Wasserspeicher füllten. Für die Bevölkerung errichtete man, über die Stadt verteilt, öffentliche Brunnen. Aus dem Jahr 1615 stammt der Brunnen am St. James Cavalier in Valletta. Das Wignacourt-Aquädukt ist in Attard an der Triq Valette erhalten. Sein Bauherr, Alof de Wignacourt (1547-1622), war von 1601 bis 1622 Großmeister des Malteserordens.

Seit 1802 war Malta britische Kolonie. Ab 1845 wurde eine zweite Leitung aus dem Hochplateau bei Fawwara in Betrieb genommen, die den Osten Maltas versorgte.

Kercem Aquädukt

Zwischen 1839 und 1843 errichteten die Briten das Aquädukt zur Versorgung von Victoria auf Gozo, von dem sich nordwestlich von Kercem noch Reste erhalten haben. Kercem liegt westlich der Inselhauptstadt Victoria zwischen dem Lunzjata Valley und dem höchsten Punkt auf Gozo, dem Ghar Ilma Hill (Hügel des Wassers) mit der Quelle, aus der das Wasser für das Aquädukt geschöpft wurde.

Literatur

  • Hans E. Latzke: DuMont Reise-Taschenbuch Malta mit Gozo und Comino. 2004, ISBN 3-7701-5972-1..
  • Geoffrey Aquilina Ross (Photos: Eddie Aquilina, Daniel Cilia): Images Of Malta.

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