Kindelsee-Springluch

Kindelsee-Springluch
Erlenbruchwald am Kindelfließ

Kindelsee-Springluch ist ein 69 ha großes Naturschutzgebiet (NSG), das innerhalb des brandenburgischen Landschaftsschutzgebiets (LSG) Westbarnim liegt.

Es ist Teil des Naturparks Barnim und gehört zu den Gemeinden Glienicke/Nordbahn und Schönfließ. Im Jahre 2001 wurde es vom Ministerium für Landwirtschaft, Umweltschutz und Raumordnung (MLUR) zum Naturschutzgebiet erklärt. Seitdem können Schutzgegenstand und -zweck, Verbote, zulässige Handlungen, Pflege- und Entwicklungsmaßnahmen etc. in der Verordnung vom 22. Juli 2001 nachgelesen werden.

Inhaltsverzeichnis

Naturschutzgebiet

Das Naturschutzgebiet ist als Teil der ostbrandenburgischen Platte von nacheiszeitlichen Rinnen durchzogen, die sich durch Wind- und Wassererosion mit Sedimenten füllten und heute Erlenbruchwälder, Wiesen und Verlandungsmoore tragen. Als stadtnahes Schutzgebiet besitzt das walddominierte Areal eine wichtige Naherholungsfunktion.

Im Zentrum des vom Kindelfließ durchzogenen Naturschutzgebietes liegt der Kindelsee, der mit seinem ursprünglichen Umfang und einer Tiefe von 12 bis 15 Metern die größte Erweiterung des Kindelfließes darstellte. In den 1960er Jahren wurde das Kindelfließ in Folge von Maßnahmen zur Bodenverbesserung um den See geleitet, worauf das Gewässer für einige Jahre trocken fiel. In den 1990er Jahren wurde der Zufluss des Springluchgrabens in das Kindelfließ verschlossen und stattdessen in den Kindelsee gespeist, worauf sich der See wieder mit Wasser füllte. Der See ist heute durch Muddeablagerungen stark verlandet und nährstoffreich. Das Seegebiet besitzt als spätes Stadium einer Gewässerverlandung eine wertvolle Vegetationszonierung. Die Wasserfläche ist umschlossen von einem etwa 30 Meter breiten Röhrichtgürtel, an den sich Weidengebüsche, Feuchtwiesen und Erlenbrüche anschließen. Auf trockeneren Standorten um den See stehen Eichenmischwälder mit Birke und Kiefer. Das Naturschutzgebiet bietet nicht zuletzt wegen seiner Biotopvielfalt einer Vielzahl von Tier- und Pflanzenarten einen wertvollen Lebensraum.

Schützenswerte Lebensräume und Lebensgemeinschaften

  • Feuchtwiesen
  • Eichenmischwälder bodensauerer Standorte
  • Erlenbruchwälder
  • Kindelfließ mit Flachsee und Niedermoorumgebung (verlandet zusehends)

Tier- und Pflanzenarten

  • Vögel (23 Arten): u. a. Gartengrasmücke, Rotkehlchen, Grün- und Mittelspecht, Pirol, Trauerschnäpper, Bachstelze, Graureiher, Rotmilan, Kranich, Weißstorch
  • Pflanzenarten: u. a. Sumpf-Pippau, Sumpf-Schachtelhalm, Sumpf-Segge, Fluss-Ampfer, Sumpf-Blutauge, Mai-Glöckchen, Berg-Ulme

Schutzzweck

  • Erhalt und Entwicklung Kindelsee und Feucht-Niedermoorumgebung
  • Biotopverbundsystem zum Tegeler Fließ
  • Strukturreichtum erhalten

Für Teile des Schutzgebietes sind im Juni 2010 Vegetationsaufnahmen gemacht worden. Zudem liegt eine Biotoptypenkartierung des gesamten Gebietes vor. Im Juni 2010 fanden auch ornithologische Beobachtungen statt.

NABU-Stiftung Nationales Naturerbe

Im Jahre 2005 erwarb die NABU-Stiftung Nationales Naturerbe 26,6 ha von der Treuhandnachfolgegesellschaft BVVG. Hierbei handelte es sich um Mischwälder mit Birke, Kiefer und Eiche, brachgefallendes Grünland der feuchten Niederungen und Verlandungszonen des Kindelsees. Weitere 10 ha kamen im Jahr 2010 hinzu. Seit dem Jahr 2009 setzen sich ehrenamtliche Schutzgebietsbetreuer für den Erhalt, die Pflege und Entwicklung des Gebietes ein. Vorrangige Aufgaben sind die Datenerhebung, Informations- und Öffentlichkeitsarbeit, Beteiligung an der Maßnahmenplanung und die Beobachtung der Gebietsentwicklung. Die Maßnahmen belaufen sich nicht auf die Änderung des Bestands, da im Großteil (Ausnahme Wiesen) der NABU-Gebietsflächen Prozessschutz praktiziert wird.

Weblinks


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