Kreiswerke Main-Kinzig

Kreiswerke Main-Kinzig
Kreiswerke Main Kinzig GmbH
Rechtsform GmbH
Gründung 1921 Stromversorgung, 1930 Trinkwasserversorgung
Sitz Gelnhausen DeutschlandDeutschland Deutschland
Leitung Bernd Schneider
Mitarbeiter 229 (Stand: 31. Dez. 2010)
Umsatz 84,5 Mio. (2009; nach Stromsteuer)[1]
Branche Versorgungsunternehmen
Website www.kreiswerke-main-kinzig.de

Die Kreiswerke Main-Kinzig GmbH sind ein regionales Strom- und Wasserversorgungsunternehmen mit Sitz in Gelnhausen. Im Altkreis Gelnhausen und den umliegenden Kommunen versorgen sie rund 100.000 Menschen mit Energie und rund 125.000 Menschen mit Trinkwasser. Ihren Strom vertreiben die Kreiswerke deutschlandweit. Zu den Geschäftsbereichen des Unternehmens gehören zudem Verkehrsdienstleistungen im ÖPNV. Im Jahr 2009 nutzten rund 2,7 Mio. Menschen die Busse der Kreiswerke. [2]

Inhaltsverzeichnis

Unternehmensgeschichte

Mit dem Zusammenschluss zweier Unternehmen, dem Stromversorger Kreiswerke Gelnhausen und dem Wasserversorger Kreiswerke Hanau, entstand zum 1. August 2008 das gemeinsame Versorgungsunternehmen Kreiswerke Main-Kinzig GmbH mit den Sparten Energie und Wasser. Die Kreiswerke Main-Kinzig wurden damit zu einem der größten Versorgungsunternehmen im Main-Kinzig Kreis.

Stromhistorie

1920: Landrat Delius beruft den ehemaligen Leiter der Kreiswerke Gelnhausen, Conrad Lohrey in die Verwaltung des Kreises Gelnhausen mit der Aufgabe, ein kreiseigenes Elektrizitätsunternehmen, die heutigen Kreiswerke, aufzubauen.

1921: Das Elektrizitätsamt wird aufgebaut, die meisten Gemeinden werden an das Versorgungsnetz angeschlossen.

1937: Zusammenlegung der kreiseigenen Kleinbahnen als Gelnhäuser Kreisbahnen unter dem Dach der Kreiswerke.

1965: Die Stromversorgung und die Verkehrsbetriebe werden zusammengelegt und unter dem Namen Kreiswerke Gelnhausen weitergeführt.

1970: Die Kreiswerke werden vom Eigenbetrieb in eine GmbH umgewandelt.

1980: Gründung der Gas- und Wasserversorgung Main-Kinzig GmbH mit 50 % Gesellschaftsanteilen durch die Kreiswerke Gelnhausen GmbH.

2000: Die Stromversorgung Bad Orb wird hundertprozentige Tochter. Die Kreiswerke liefern insgesamt 404 Mio. Kilowattstunden Strom an ihre Kunden.

2003: Gründung der Gesellschaft "Energiedienst Main-Kinzig GmbH"

2005: Ausgliederung des Kraftverkehrs in Stromversorgung Bad Orb. Ausgliederung der Stromsparte aus Stromversorgung Bad Orb und Eingliederung in Kreiswerk Gelnhausen. Umbenennung der Stromversorgung Bad Orb in Regionalverkehr Main-Kinzig GmbH.

1. Juli 2008: Fusion der Kreiswerke Hanau mit den Kreiswerken Gelnhausen zur Kreiswerke Main-Kinzig GmbH.

2009: Gründung des Tochterunternehmens Versorgungsservice Main-Kinzig GmbH.[3]

Wasserhistorie

1912 bis 1917: Der Kreis Gelnhausen errichtet ein Gruppenwasserwerk im Gebiet der heutigen Gemeinden Linsengericht, Freigericht und Hasselroth. Die Gewinnungsanlagen (Quellen Lützel) befinden sich in der Gemarkung Linsengericht-Großenhausen. Bis zum Jahr 1920 waren von 32 Kreisgemeinden nur 7 mit Leitungswasser versorgt. In den übrigen Gemeinden des Kreises erfolgte die Entnahme von Wasser aus öffentlichen und privaten Brunnen, deren Wasserqualität zum Teil den hygienischen Anforderungen nicht genügte. Im Zuge von Infrastruktur- und Arbeitsbeschaffungsprojekten veranlasst Landrat Eugen Kaiser die Planung und den Bau eines überörtlichen Trinkwasserversorgungssystems durch das Kreis-Elektrizitätsamt. Der Landkreis Hanau erwirbt die Wasserversorgungsanlagen der ehemaligen Gas- und Wasserwerk Langenselbold AG. Mit dem Bau und Betrieb zentraler öffentlicher Wasserversorgungsanlagen haben es die Kreiswerke Hanau zum Ende der 20er Jahre ermöglicht, der Bevölkerung in 17 von 32 Gemeinden des ehemaligen Landkreises Hanau einwandfreies Trinkwasser verfügbar zu machen.

1929/1930: Ein Vertrag mit den Kommunen überträgt dem Landkreis Hanau Rechte und Pflichten zur Versorgung mit Trinkwasser. Aus dem Kreis-Elektrizitätsamt werden die Wirtschaftlichen Betriebe des Landkreises Hanau.

1. April 1955: Umbenennung der "Wirtschaftlichen Betriebe des Landkreises Hanau" in Kreiswerke Hanau.

1964: Die Haushalte im gesamten Versorgungsgebiet sind mit Wasserzählern ausgestattet. Vorher wurde der Wasserverbrauch pro Haushalt hauptsächlich nach der Personen- und der Viehanzahl berechnet.

1. Januar 1970: Wechsel vom Eigenbetrieb zur Eigengesellschaft: Gründung der Kreiswerke Hanau GmbH. Gründer: der Landkreis Hanau, die Stadt Dörnigheim sowie die Gemeinden Oberrodenbach und Wolfgang.

1. Januar 1986: Ausgliederung der Versorgungssparte Wasser aus der GWM, nunmehr Gasversorgung Main-Kinzig GmbH. Kauf der Wasserversorgungsnetze Biebergemünd-Breitenborn, Freigericht, Hasselroth, Linsengericht-Geislitz, Linsengericht-Waldrode und der Quellen Lützel durch die Kreiswerke Hanau GmbH.

1. Januar 2005: Verkauf des Wasserversorgungsnetzes Linsengericht-Geislitz und Linsengericht-Waldrode an die Stadtwerke Gelnhausen GmbH. Neuordnung der Wasserversorgung in Maintal. Wasserversorgungsunternehmen und Netzeigentümer ist nunmehr die Maintal-Werke GmbH (MWG). MWG beauftragt die Kreiswerke Hanau GmbH mit der technischen Betriebsführung des Netzes.

1. Juli 2008: Fusion der Kreiswerke Hanau mit den Kreiswerken Gelnhausen zur Kreiswerke Main-Kinzig GmbH.[4]

Unternehmensstruktur

Die Kreiswerke Main-Kinzig GmbH und Ihre Tochter- und Beteiligungsgesellschaften versorgen ihre Kunden mit Strom, Erdgas (über die Beteiligung an der Gasversorgung Main-Kinzig GmbH) sowie mit Trinkwasser. Zusätzlich bietet das Unternehmen versorgungsnahe Dienstleistungen an, die seit Jahresbeginn 2009 durch die Tochtergesellschaft Versorgungsservice Main-Kinzig GmbH erbracht werden. Die Tochtergesellschaft Regionalverkehr Main-Kinzig GmbH bedient im Main-Kinzig-Kreis die Linienbündel 8 und 9 im öffentlichen Personennahverkehr.

Die Kreiswerke Main-Kinzig GmbH versorgen in Summe rund 50 Prozent der im Main-Kinzig-Kreis lebenden Bürgerinnen und Bürger mit Strom bzw. Wasser. Als mehrheitlich kommunal geführtes Unternehmen sind die Kreiswerke der Region verpflichtet. Sie sichern regionale Arbeits- und Ausbildungsplätze, fördern die heimische Wirtschaft, unterstützen als Sponsor das regionale Leben in Kultur und Sport und kümmern sich um soziale Einrichtungen.

Die Strategie des kommunal geführten Unternehmens ist auf Nachhaltigkeit ausgerichtet. Angestrebt wird die Balance zwischen bürgerorientierter Daseinsfürsorge, regionaler Verantwortung und wirtschaftlicher Stabilität.[5]

Der Aufsichtsrat der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH

Der Aufsichtsrat der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH besteht aus 18 Mitgliedern[6] und ist paritätisch besetzt. Aufsichtsratsvorsitzender ist Herr Landrat Erich Pipa. Stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende sind:

  • Frau Lilo Ewig (Betriebsratsvorsitzende der Kreiswerke Main-Kinzig)
  • Herr Dr. Henrich Wickens (Vorstandsvorsitzender der E.ON Mitte AG, Kassel)
  • Herr Direktor Dipl. Ing. Günter Bury (Vorstandsvorsitzender der ÜWAG in Fulda)

Gesellschafterstruktur

Stand Januar 2011.[7] Die Unternehmensanteile der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH halten mit:

Beteiligungen und Tochterunternehmen

Die Kreiswerke Main-Kinzig sind mit 50 Prozent an der Energiedienst Main-Kinzig GmbH und mit 50 Prozent an der Gasversorgung Main-Kinzig GmbH beteiligt. Weiterhin gibt es Tochterunternehmen im Bereich ÖPNV, Gasversorgung und Energiedienstleistungen.

Die Regionalverkehr Main-Kinzig GmbH

Die Regionalverkehr Main-Kinzig GmbH[8] wurde zum 1. Januar 2006 als Tochterfirma der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH gegründet. Über die Linienbündel 8 und 9 bindet sie die Gemeinden im Altkreis Gelnhausen an die Verkehrsknotenpunkte des RMV in Gelnhausen, Wächtersbach und Bad Orb an. Für den Main-Kinzig-Kreis übernimmt die Regionalverkehr Main-Kinzig GmbH zudem den Schülerverkehr in der Region.

Die Energiedienst Main-Kinzig GmbH

Die Energiedienst Main-Kinzig GmbH ist eine 50-prozentige Tochterfirma der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH. Sie versorgt das städtische Freibad Gelnhausen mit Wärme und übernimmt die Aufbereitung des Bade- und Trinkwassers.

Die Versorgungsservice Main-Kinzig GmbH

Die Versorgungsservice Main-Kinzig GmbH[9] erbringt als Tochterunternehmen der Kreiswerke Main-Kinzig Infrastrukturdienstleistungen im Main-Kinzig-Kreis. Ein wesentliches Geschäftsfeld ist der Bereich der Energiedienstleistungen und dabei ins-besondere der Wärmemarkt auf dem Gebiet Wärmepumpen und Wärmecontracting. Die Elektromobilität ist das neueste Projekt der Versorgungsservice Main-Kinzig, mit dem der Ausbau der CO2-neutralen Fortbewegung im Main-Kinzig-Kreis forciert werden soll. Hierzu eröffnete das Unternehmen am 21. Dezember 2010 ihre erste Elektro-Tankstelle in Gelnhausen, bei der kostenlos deren Grünstrom „Öko-e-Power“ getankt werden kann.

Stromkennzeichnung

Die folgende Tabelle zeigt den Energiemix[10] der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH im Vergleich zum bundesweiten Durchschnitt aller Energieversorger aus dem Jahr 2010.

Energieträgermix Gesamt Stromlieferung der Kreiswerke Main-Kinzig Kreiswerke "ÖkoPower" Verbleibender Energiemix Zum Vergleich Stromerzeugung in Deutschland¹
Erneuerbare Energien² 38,6 % 100 % 37,3 % 17,3 %
Fossile und sonstige Energien³ 37,5 % 0 % 38,3 % 57,8 %
Kernkraft 23,9 % 0 % 24,4 % 24,9 %
Umweltauswirkung
CO2-Emissionen 286 g/kWh 0 g/kWh 292 g/kWh 508 g/kWh
Radioaktiver Abfall 0,001 g/kWh 0,000 g/kWh 0,001 g/kWh 0,001 g/kWh

Kennzahlen

Kennzahlen[11] 2009 2008 Abweichungen
Gesamtstromabsatz MWh 373.375 413.603 - 40.228
davon Kleinkunden MWh 203.931 203.743 + 188
davon Großkunden MWh 97.447 93.818 + 3.629
davon Weiterverteiler MWh 71.997 116.042 - 44.045
Wasserabsatz
Gesamtabsatz Tm3 5.192 5.199 - 7
davon Tarifkunden Tm3 5.137 5.144 - 7
davon Weiterverteiler Tm3 55 55 0
Netzgebiet Strom
Leitungslänge km 2.114 2.118 - 4
Netzgebiet Wasser
Leitungslänge km 696 681 + 15

Weblinks

Einzelnachweise

  1. aus dem Geschäftsbericht 2009 der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH; Seite 4
  2. Unternehmen auf http://www.kreiswerke-main-kinzig.de
  3. Daten und Fakten/ Historie Strom auf http://www.kreiswerke-main-kinzig.de
  4. Daten und Fakten/ Historie Wasser auf http://www.kreiswerke-main-kinzig.de
  5. aus dem Geschäftsbericht 2009 der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH; Seite 22
  6. Daten und Fakten/ Aufsichtsrat auf http://www.kreiswerke-main-kinzig.de
  7. Daten und Fakten auf http://www.kreiswerke-main-kinzig.de
  8. Regionalverkehr Main-Kinzig GmbH auf http://www.kreiswerke-main-kinzig.de
  9. "Wir über uns" auf http://www.versorgungsservice-main-kinzig.de
  10. Stromkennzeichnung unter Strom-Geschäftskunden/ Stromtarife auf http://www.kreiswerke-main-kinzig.de
  11. Kennzahlen aus dem Geschäftsbericht 2009 der Kreiswerke Main-Kinzig GmbH; Seite 4

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