Kumara (Neuseeland)

Kumara (Neuseeland)
Kumara
Kumara (Neuseeland)
Kumara
Koordinaten 42° 38′ S, 171° 11′ O-42.631111111111171.18694444444Koordinaten: 42° 38′ S, 171° 11′ O
Einwohner 318 (2006)
Region West Coast
Distrikt Westland-Distrikt

Kumara ist eine heute kleine Ortschaft in der Region West Coast im Westen der Südinsel Neuseelands. Sie liegt etwa 30 km südlich von Greymouth am State Highway 73 zwischen Kumara Junction und Dillmanstown. Kumara liegt südlich des Taramakau Rivers.[1] Der Ort hatte beim Zensus 2006 318 Einwohner gegenüber 324 im Jahre 2001.[2] Allerdings hatte der Ort in seiner Geschichte schon erheblich mehr Einwohner, z. B. im Oktober 1877 hatte er 4220 Bewohner.

Das Umland ist heute von Land- und Forstwirtschaft geprägt. Vom regen Goldbergbau in der Gegend sind nur noch die Abraumhalden erhalten.[3]

Der Name des Ortes entstand nicht aus den in Neuseeland bekannten Namen der Māori „Kumara“ für die Süßkartoffel, sondern aus „Kuhimara“ oder „Kohe mara“ , dem Namen der Ureinwohner für die Blüte der in Neuseeland heimischen, kletternden Brombeerpflanze Bush Lawyer oder tātarāmoa[4][5], nach anderen Quellen einer anderen Pflanze, Convolvulvus arvenis.[3]

Das jährliche Mehrkampfrennen „Coast to Coast“ startet in Kumara.[6]

Geschichte

In der Nähe des Ortes wurde in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts Gold geschürft, besonders ab 1864 an der Mündung des Greenstone River in den Taramakau River. Eine Straßenverbindung zwischen der Westküste und Canterbury entstand bereits 1866.[3] Kumaras Gründung und Aufstieg zu einer der wichtigsten Goldgräberzentren Neuseelands folgte der Entdeckung von Gold beim etwa drei Kilometer westlich gelegene Dillmanstown im Jahre 1876. Die Güterbahnlinie von Greymouth nach Paroa wurde im darauffolgenden Jahr nach Kumara verlängert. Im Oktober 1877 hatte der Ort bereits 4220 Einwohner. Im gleichen Jahr erhielt Kumara den Status eines Borough.[7] Ein Krankenhaus entstand 1881 und wurde bis ins 20. Jahrhundert betrieben.[8][9] 1882 wurde eine Freiwillige Feuerwehr gegründet.[10]

Ab 1926 gingen die Goldfunde stark zurück und der Abbau wurde am Ende der 1930er Jahre eingestellt. Ein letzter Versuch eines industriellen Abbaues erfolgte 1956, als man einen Goldbagger aus einem anderen Abbaugebiet hierher transportierte und für kurze Zeit betrieb, jedoch wurde dieses Vorhaben bald wieder eingestellt, da der Ertrag zu gering war.[3]

Kumara war Heimatstadt des bekannten neuseeländischen Politikers Richard Seddon, der 1877 zum Bürgermeister gewählt wurde.[11] und später 13 Jahre Premierminister von Neuseeland war.

Der Ort hatte einst 80 Hotels, eine Bergbauschule und eine Tageszeitung.[3] Im Juni 2009 wurde dem letzten Pub, dem Empire Hotel durch die Liquor Licensing Authority die Ausschanklizenz entzogen.[12] Die Tankstelle schloss und 2010 steht auch der letzte Laden wegen der geringen Einwohnerzahl vor der Schließung. Die letzte Hoffnung auf einen erneuten wirtschaftlichen Aufschwung liegt im Tourismus, da man hofft einer der neuen New Zealand Cycle Trail- Radwege durch die Stadt könne zu einer Wiederbelebung führen.[13]

Bildung

Die Kumara School ist eine Grundschule und hatte im Januar 2011 30 Schüler.[14]

Einzelnachweise

  1. New Zealand Travel Atlas, Wise Maps Auckland Katere 54 ISBN 0-908794-47-9
  2. Zensusdaten bei Statistics New Zealand
  3. a b c d e Das Neuseelandbuch, NZ Visitor Publications Ltd., Nelson 2003 S. 697 ISBN 1-877339-00-8]
  4. Das Neuseelandbuch, NZ Visitor Publications Ltd., Nelson 2003 S. 978 ISBN 1-877339-00-8
  5. [http://www.teara.govt.nz/en/1966/kumara-westland/1 Te Ara - An Encoclopedia of New Zealand 1966, abgerufen 21. Januar 2011
  6. Tourism West Coast: Kumara. Archiviert vom Original am 14. Oktober 2007. Abgerufen am 12. August 2008.
  7. Dollimore, Edward Stewart. - "Kumara, Westland". - Encyclopedia of New Zealand (1966).
  8. Kumara Hospital, West Coast Times. 6. August 1881, S. 2. 
  9. Anna Rogers: Illustrated History of the West Coast. Auckland: Reed Books 2005, ISBN 0-7900-1022-4
  10. Rogers, S. 115
  11. Rogers, S. 71-72
  12. Residents angry after town's only pub shut down. In: The New Zealand Herald, 11. Juni 2009. 
  13. Hope rests on cycleway. In: The Press, 18 March 2010. Abgerufen am 31. März 2010. 
  14. Schuldatenbank des neuseeländischen Bildungsministeriums

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