Paria (Halbinsel)

Paria (Halbinsel)
Halbinsel Paria
Paria-Halbinsel aus dem All
Paria-Halbinsel aus dem All
Gewässer 1 Karibisches Meer
Gewässer 2 Golf von Paria

Geographische Lage

10° 42′ 0″ N, 62° 30′ 0″ W10.7-62.5Koordinaten: 10° 42′ 0″ N, 62° 30′ 0″ W
Halbinsel Paria (Venezuela)
Halbinsel Paria

Die Halbinsel Paria ist eine Halbinsel im Bundesstaat Sucre im äußersten Nordosten Venezuelas. Die Halbinsel trennt den Golf von Paria und das Karibische Meer. Auf der Halbinsel befindet sich der am 12 Dezember 1978 gegründete 37.500 Hektar große Nationalpark Península de Paria. Auch Teile des 70.000 Hektar großen Turuépano National Park befinden sich im Südwesten der Halbinsel. Politisch gehört die Halbinsel zu den Verwaltungsbezirken Arismendi, Mariño und Valdez.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Der höchste Berg ist der 1374 Meter hohe Cerro el Humo. Außerdem finden sich auf der Halbinsel Ausläufer des Orinoko Delta. Man findet typische karibischen Sandstränden wie beispielsweise den Playa Medina, Playa Pui-Pui, Playa Chaguarama de Sotillo, Playa Cangua und Cabo Tres Puntas. Im Süden der Halbinsel befinden sich sumpfige Savanne.

Klima

Das Klima auf Paria ist tropisch warm. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt ca. 26 Grad Celsius. Die Niederschlägemenge schwankt stark zwischen Westen und Osten sowie Norden und Süden der Halbinsel. Die relative Luftfeuchtigkeit ist im Bereich von 80 %. Starke Regenfälle gibt es praktisch das ganze Jahr. Am trockensten sind die Monate Februar bis Mai. An der Nordküste gibt es in insbesondere in den Monaten Dezember und Januar oft Sturm.[1]

Flora und Fauna

Zur Flora von Paria gehören Orchideen, Farnen und Bromeliengewächse. In isolierten Zonen finden sich auch endemische Pflanzenarten. Die Fauna ist wenig erforscht und birgt viele unbekannte Arten. Zu den endemischen Vögeln gehören Weißfleckenkotinga (Pipreola formosa), Grünbrustnymphe (Hylonympha macrocerca), Östlicher Fleckenstachelschwanz (Premnoplex tatei), Trauerhakenschnabel (Diglossa venezuelensis) und Goldaugen-Waldsänger (Myioborus pariae).[2] Neben Kolibris kann man Anakondas, Seekühe, Brüllaffen, Fettschwalme, den Rotbauchbussard (Buteogallus aequinoctialis), Papageien und zahlreiche Wasservögel wie Nördlicher Trauerameisenfänger (Cercomacra nigricans) oder Silbergrauer Ameisenschnäpper (Sclateria naevia) beobachten. Im Jahr 2005 wurde in den Nebelwäldern eine neue Schlangenart mit dem Namen Taeniophallus nebularis entdeckt.[3]

Geschichte

Auf seiner dritten Reise betrat Christoph Kolumbus am 5. August 1498 zum ersten Mal südamerikanisches Festland. Er ging an diesem Tag angeblich in Macuro auf Paria an Land. Allerdings war diese historische Tatsache Kolumbus keineswegs bewusst. Er ging davon aus, dass er sich um eine Insel handelte, ähnlich der kurz zuvor entdeckten vorgelagerte Insel Trinidad.

Literatur

  • Hilary Dunsterville-Branch: Venezuela. The Bradt Travel Guide, 2003, ISBN 978-1-84162-054-1.
  • Steven L. Hilty: Birds of Venezuela. Princeton University Press, 2003, ISBN 978-0-691-09250-8.
  • Schargel, Walter E., Rivas Fuenmayor, Gilson Myers, Charles W.: An enigmatic new snake from cloud forest of the Península de Paria, Venezuela (Colubridae, genus Taeniophallus?). American Museum novitates ; no. 3484, 2005.
  • Urs Bitterli: Die Entdeckung Amerikas: Von Kolumbus bis Alexander von Humboldt. C.H.Beck, 2006, ISBN 978-3-406-42122-8.

Einzelnachweise

  1. Die Paria-Region
  2. BirdLife International Gas threat to Venezuelan peninsula (engl.)
  3. Artikel American Museum

Wikimedia Foundation.

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • Paria (Begriffsklärung) — Paria bezeichnet in der Geographie: Paria (Halbinsel), Halbinsel im Nordosten Venezuelas Golf von Paria, Meeresbucht an der Westküste Trinidads Paria River, Fluss in den USA Paria (Indien), indisches Dorf in der Nähe von Vapi, Valsad, im… …   Deutsch Wikipedia

  • Parĭa — Parĭa, Halbinsel an der Nordostküste von Venezuela, durchzogen von der malerischen Küstenkette Venezuelas, die sich von Punta Panas, der nordöstlichsten Spitze Südamerikas, nach der Insel Trinidad hinüberzieht und mit ihr den Pariagolf umschließt …   Meyers Großes Konversations-Lexikon

  • Paria [2] — Parĭa, Halbinsel im äußersten O. der Nordküste von Venezuela, bildet mit der Insel Trinidad den Golfo de P …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Paria — Paria, Halbinsel in Venezuela, bildet mit der Insel Trinidad den Meerbusen P., welcher die nördl. Arme des Orinoco aufnimmt …   Herders Conversations-Lexikon

  • Paria [1] — Paria (Meer des süßen Wassers, Trauriger Meerbusen), 1) Golf des Atlantischen Oceans an der Nordostküste der südamerikanischen Republik Venezuela; trennt die Insel Trinidad von dem Festlande, 20 Meilen lang, 11 Meilen breit, nimmt mehre von den… …   Pierer's Universal-Lexikon

  • Península de Paria — Penị́nsula de Paria,   bergige Halbinsel in Nordwestvenezuela, 120 km lang, 5 20 km breit, umschließt mit der Insel Trinidad den Golf von Paria …   Universal-Lexikon

  • William Henry Phelps — (W. H. Phelps; * 14. Juni 1875 in New York City; † 8. Dezember 1965 in Caracas, Venezuela) war ein US amerikanischer Ornithologe und Geschäftsmann. Später nahm er die venez …   Deutsch Wikipedia

  • Carupano — 10.666666666667 63.250Koordinaten: 10° 40′ N, 63° 15′ W …   Deutsch Wikipedia

  • Carúpano — 10.666666666667 63.250 Koordinaten: 10° 40′ N, 63° 15′ W Carúpano …   Deutsch Wikipedia

  • Trauerhakenschnabel — Systematik Ordnung: Sperlingsvögel (Passeriformes) Unterordnung: Singvögel (Passeri) Familie: Tangaren (Thraupidae) Gattung …   Deutsch Wikipedia

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”