Reginald Czermack

Reginald Czermack
Reginald Czermack, österreichischer Unternehmer und Feuerwehrpionier

Reginald Czermack (* 1846 in Prag; † 4. März 1929 in Teplitz-Schönau) war ein österreichischer Unternehmer und Feuerwehrpionier.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Czermack kam als Jugendlicher von Prag nach Teplitz und begann im Jahr 1868 mit dem Bau von Feuerspritzen. Im Jahr 1879 baute er in der Feuerwehr-Straße in Teplitz eine Fabrik auf, die zu einer der größten auf dem Gebiet in Österreich-Ungarn zählte.[1]

Gleichzeitig unterstützte er in zahlreichen Orten die Gründung neuer Feuerwehren, die er dann auch mit seinen Geräten ausstatten konnte.

Seine Bedeutung liegt aber auch in seiner Tätigkeit in übergeordneten Ebenen. Er gilt als der Gründungsvater des Österreichischen Bundesfeuerwehrbandes, indem er alle Landesfeuerwehrverbände der österreichischen Hälfte der Monarchie vereint hatte. Als Obmann des damaligen Ständigen Österreichischen Feuerwehrausschusses war er auch bei den Gründern des CTIF, dem Internationales technisches Komitee für vorbeugenden Brandschutz und Feuerlöschwesen.

Außerdem war er ein Verfechter der Vereinigung der Aufgaben Brandschutz und Sanitätsdienst, sodass die verschiedenen Abkommen mit dem Roten Kreuz in seiner Zeit dazu führten, dass im ganzen damaligen Österreich die Feuerwehr auch die Sanitätsdienste und Verletztentransporte durchführte. Während des Ersten Weltkrieges hatte er dadurch die komplette Transportorganisation von Kriegsopfern der gesamten Monarchie über. Siehe auch: Geschichte des Sanitätswesens bei den österreichischen Feuerwehren

Sämtliche Funktionen bei der Feuerwehr und im Sanitätsdienst führte er ehrenamtlich aus. Teilweise konnte er auf Ressourcen im eigenen Unternehmen zurückgreifen. 1915 übergab er sein Unternehmen an seine Söhne und zog selbst nach Wien um seiner Tätigkeit leichter nachkommen zu können. Er war Kaiser Franz Joseph immer sehr loyal. Im Krieg zeichnete er noch mit seinem Vermögen Kriegsanleihen, die am Ende des Krieges wertlos waren und so verarmte er.

Nach dem Ersten Weltkrieg kehrte er aus Wien nach Teplitz zurück und zog sich nach Graupen in eine Villa zurück. Enttäuscht vom tschechoslowakischen Staat, der alle alten Verbindungen zwischen den österreichischen und tschechischen Verbindungen unter den Feuerwehren untersagte, nahm er den Doppelnamen seines Vaters Alois Czermack-Warteck, um seine deutsche Abstammung zu unterstreichen, an. Von österreichischer Seite wurde er beim neu gegründeten Österreichischen Bundesfeuerwehrverband als Ehrenpräsident ernannt.

In der Zeitschrift der Brandschutz im Jahr 1921 schrieb Czermack in einem Artikel, in dem sein eigener Charakter am besten selbst beschrieben wird:

„Der Krieg ist beendet! - Ob die früheren Feinde jetzt wieder ohne weiteres wieder Freunde werden können, begegnet trotz Friedensschluss einigen Zweifel, da zu viel des Schmerzes dazwischenliegt. Es jedoch bloß der Zeit zu überlassen, geschlagene Wunden zu heilen, kann auf allen Gebieten des menschlichen Erlebens nicht gutgeheißen werden, am allerwenigsten auf dem Gebiete der Menschlichkeit und der Barmherzigkeit. ..Auch zur Zeit des tobenden Kampfes wurde erbarmender Menschenliebe gedacht und auf diesem Gebiete gewiss in hervorragender Weise durch Österreich! Kein anderer Staatsverband des Feuerwehr- und Rettungswesens hat eine Organisation werktätiger Menschenliebe der gleichen Art aufzuweisen, wie dies in Österreich der Fall ist. ...De Erfolg meiner Organisation, die nur dadurch von Erfolg gekrönt werden konnte, dass alle Teilnehmer vom Gefühl der Menschenliebe beherrscht und darin einig waren, zu helfen, wo Hilfe nötig ist, gleichgültig, ob es dem Freunde oder dem Feinde galt! Dieser Samaritergedanke soll nun nach Kriegsende der vorherrschende sein und in diesem Gedanken kann auch wieder eine Annäherung der Feuerwehren der ganzen welt trotz früherer Feindschaft, erfolgen, die alte Kameradschft erneuert und der Gedanke, der in der Schaffung des internationalen Feuerwehrausschusses lag, fortgesponnen werden.“

Neben diesen Tätigkeiten fand er auch noch Zeit, in Teplitz eine Sektion des Deutschen Alpenvereins im Jahr 1886 zu gründen. Seine Aktivität kann man ersehen, dass die Sektion bereits nach einem Jahr 100 Mitglieder aufwies.[2] Auf seine Anregung wurde auch auf dem Milešovka (Donnersberg) im Böhmischen Mittelgebirge auf einer Höhe von 835 Meter im Jahr 1904 eine meteorologische Warte, die Donnersbergwarte, die noch heute von Mitarbeitern des „Institute of Atmospheric Physics“ betrieben wird.[3]

Am 4. März 1929 starb Czermack in Teplitz-Schönau. Begraben ist er auf dem aufgelassenen Evangelischen Friedhof in Teplitz. Das Grab wurde erst 1990 wieder entdeckt und durch den ÖBFV wieder etwas renoviert.[4]

Werke [5]

  • Zehn Jahre Feuerwehr-Verbandswesen in Böhmen und Feuerwehr-Landes-Central-Verband für Böhmen vom Jahre 1885 bis Zum Jahre 1888, 1888
  • Vorträge des zweiten Feuerwehr-Fachkurses des Feuerwehr-Landes-Centralverbandes für Böhmen in Teplitz 1896, 1898
  • Oesterreichs Feuerwehr- und Rettungswesen am Anfang des XX. Jahrhunderts, 1903
  • Oesterreichs Feuerwehr - und Rettungswesen am Anfang des 20. Jahrhunderts, 1904

Literatur

Einzelnachweise

  1. Reginald Czermack in Landeszeitung: Zeitung der Deutschen in Böhmen, Mähren und Schlesien Ausgabe 25/2002 vom 7. Dezember 2002 abgerufen am 7. Dezember 2009
  2. Die „Sudeten-Schutzhäuser“ in Ridnaun abgerufen am 7. Dezember 2009
  3. Am "Milleschauer" spürte er "Gottes schöne Welt" abgerufen am 7. Dezember 2009
  4. Auf den Spuren der Feuerwehrgerätehersteller abgerufen am 7. Dezember 2009
  5. Berichte von Reginald Czermack abgerufen am 7. Dezember 2009

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