Rittergut Kürbitz

Rittergut Kürbitz
Das Rittergut um 1860
Rittergut Kürbitz 2011

Das Rittergut zu Kürbitz im Vogtland war ein Gut der Familie von Feilitzsch, von dem heute nur noch ein Teil des Herrenhauses erhalten geblieben ist.

Geschichte

Die nach ihrem bei Hof gelegenen Stammsitz benannte Familie von Feilitzsch zählte um 1300 herum zu den Grundherren in Kürbitz. Jobst von Feilitzsch erwarb im späten 15. Jahrhundert im Ort bestehende Vorwerke und begründete so das Rittergut Kürbitz. Eine einstige Wasserburg, ein Festes Haus, am Flussübergang der Weißen Elster wird später zum Herrenhaus. Etwa 700 Jahre, bis 1945, befindet sich das Haus im Besitz der Adelsfamilie. Eine herausragende Persönlichkeit in der Geschichte des Anwesens war Urban Caspar Freiherr von Feilitzsch, markgräflich brandenburgischer Geheimer Rat, Kanzler und Lehenrichter. Im 17. Jahrhundert ließ er durch den Umbau zu einem Wohnschloss die bis heute zu erkennende Gebäudeform errichten. Der ursprüngliche mittelalterliche Wohnturm trägt einen vorkragenden Fachwerkaufsatz mit einem steilen Satteldach. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts erfolgte an der Nord- und Ostseite eine Erweiterung durch Anbauten mit Walmdächern. Im Inneren blieb die barocke Raumaufteilung im Wesentlichen erhalten. In den Jahren von 1936 bis 1938 wurde das Gebäude renoviert. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges war das Herrenhaus eine Herberge für heimatvertriebene Deutsche. Die freistehenden Wirtschaftsgebäude auf dem Gelände des Rittergutes wurden immer weniger genutzt, sie verfielen und wurden schließlich abgerissen. Das Herrenhaus diente im oberen Bereich noch bis 1987 als Wohnhaus. Im unteren Bereich wurden Räume als Schulküche genutzt und auch die Gemeindebibliothek war im Gebäude untergebracht.

Am Morgen des 11. November 1987 kam es zu einem verheerenden Brand. Obergeschoss und Dach fielen den Flammen zum Opfer und das Herrenhaus konnte nur mit Mühe vor völliger Zerstörung bewahrt werden. Engagierte Einwohner aus Kürbitz errichteten bald darauf eine provisorische Dachabdeckung, um das Gebäude so vor Witterungseinflüssen zu schützen. Über eine Dauer von fast 20 Jahren war dies die Rettung vor völligem Verfall.

Nach der Wiedervereinigung Deutschlands kümmerte sich zunächst auch Herr Joachim Freiherr von Feilitzsch um den einstigen Sitz seiner Vorfahren und seit 2005 engagiert sich ein Förderverein für die Rettung, Erhaltung und künftige Nutzung des Herrenhauses. Vielseitige Aktivitäten ermöglichten die Bewilligung von Fördergeldern und so konnte im Jahre 2007 eine umfassende Notsicherung des Gebäudes durchgeführt werden. Das Mauerwerk wurde stabilisiert, es erfolgten Sanierungsarbeiten am Fachwerk und auch das beim Brand völlig zerstörte Dach wurde, getreu dem historischen Vorbild, neu errichtet.

Weblinks

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