Wiener Stadtfest

Wiener Stadtfest
Stadtfest 2009, Bühne im Burggarten

Das Wiener Stadtfest (Gründungsname), heute Stadt.Fest.Wien (plus jeweilige Jahreszahl), ist ein seit 1978 bestehendes, von der Wiener ÖVP organisiertes Volksfest in Wien.

Inhaltsverzeichnis

Vorgeschichte

1976 kam es als Protest gegen den Abriss des seit Anfang der 1970er Jahre alternativ kulturell genutzten ehemaligen Auslandsschlachthofes im dritten Wiener Gemeindebezirk zur so genannten Arena-Besetzung. Nach 101 Tagen Besetzung – Protagonisten waren unter anderem die späteren Prominenten Dietmar Steiner, Lukas Resetarits, Erwin Steinhauer, Barbara Rett – wurde das Arena-Gelände am 11. Oktober 1976 von der Polizei zwangsgeräumt und der Gebäudekomplex abgerissen. Einer der Protagonisten der Besetzung war auch der Musiker und Geologe Alf Kraulitz, heute Alf Krauliz, damals Bandleader der Gruppe Misthaufen. Er entwickelte in der Folge das Konzept eines großen Wiener Stadtfestes auf öffentlichen Plätzen.

Kraulitz stieß aber beim Wiener Gemeinderat auf großes Misstrauen[1]. ÖVP-Stadtrat Erhard Busek, der dem damaligen Zeitgeist entsprechend, die alternativen Tendenzen der Jugendkultur politisch zu nutzen versuchte, ermöglichte allerdings gegen beträchtlichen parteiinternen Widerstand ein großes Stadtfest in der Wiener Innenstadt. Am 29. April 1978, also in unmittelbarer zeitlicher Konkurrenz zu den Maifeiern der Wiener SPÖ durfte Kraulitz dieses erste Wiener Stadtfest organisieren. Schauplätze waren der Platz am Hof, der Judenplatz, der Schulhof, Ledererhof und die Kurrentgasse.

Entwicklung

Das Wiener Stadtfest findet seither an wechselnden Standorten statt. Termin war bis 2007 entweder der letzte Samstag im April, oder der erste Samstag im Mai.[2]. Zum 25 Jahresjubiläum, das 208 gefeiert wurde, wurde das Fest auf zweieinhalb Tage erweitert Aufgrund dieser Verlängerung des Festes und des Engagements der bekannten Popsängerin Nena wurden 1,2 Millionen Besucher gezählt. Beim Jubiläums-Stadtfest 2008 wurden über 20 Bühnen bzw. Veranstaltungspunkte bespielt. Die Stadtfeste der Wiener ÖVP wurden in zunehmendem Maß durch Sponsoring finanziert, für die Festbesucher ist die Teilnahme gratis. Die Veranstaltung kommt heute in den Genuss bedeutender Subventionen, etwa im Ausmaß der Hälfte des Gesamtbetrages, der der Wiener SPÖ für ihr Maifest und das Donauinselfest zufließt.[3]Neuerdings ist das Stadtfest terminlich vom 1. Mai abgerückt und auf Ende Mai verschoben worden.

Literatur

  • Gerhard Hofer: Die Festivalisierung der Stadt. Am Beispiel des Wiener Rathausplatzes.Speziell Abschnitt 7.: Moderne Feste in Wien – Vom Heldenplatz zur Donauinsel, S 136ff, Diplomarbeit, Universität Wien, 2008. (Online-Version)
  • Martin Vogg: Das Wiener Stadtfest. In: Olaf Bockhorn (Hg.): Wiener Feste. Mitteilungen aus dem Institut für Volkskunde (Heft 4), Wien 1991.

Einzelnachweise

  1. Gerhard Hofer, S 136
  2. „Bewußt wurde [...] für das Stadtfest [...] immer ein Termin um den 1. Mai gewählt, um zu zeigen, daß man mit Menschen dieses Landes auch gemeinsam etwas tun kann, ohne gleich blockweise im Gleichschritt antreten zu müssen“ (Stadtfestbroschüre 1981)
  3. Die KPÖ erhält für ihr Volksstimmefest erheblich weniger. Siehe [1]

Weblinks

 Commons: Stadtfest Wien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

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