- Dorfkirche Sietow
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Die Dorfkirche in Sietow (Ortsteil Sietow-Dorf) im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte in Mecklenburg-Vorpommern ist ein historisches Kirchengebäude aus dem 13. Jahrhundert.
Geschichte
Die Kirche wurde bereits vor dem Jahr 1344 errichtet, als das Dorf Sietow mitsamt dem Kirchenpatronat an das Kloster Dobbertin kam. Im Dreißigjährigen Krieg wurde das Mittelschiff zerstört und ab 18. Januar 1665 begann man mit dem Wiederaufbau durch das Klosteramt. Um 1760 stürzte der Turm durch ein Unwetter bis auf den Feldsteinsockel ein, woraufhin er einen neuen, niedrigeren Aufbau in Fachwerkbauweise mit spitzem Turmhelm erhielt. Der alte Baumbestand um die Kirche wurde in den 1820er Jahren nach Erneuerung der Feldsteinmauer um den Kirchhof angepflanzt. 1849 wurde die Kirche renoviert, 1856 erhielt sie eine neue Kanzel, 1866 eine neue Orgel von Friedrich Hermann Lütkemüller, die durch den Orgelbauer Rasche reviediert wurde. Die historischen Glocken wurden bis auf eine kleine Glocke von 1581 (umgegossen 1866) in den beiden Weltkriegen eingeschmolzen. Ein ehemals vorhandener Schnitzaltar kam abhanden. Bei einer Renovierung in den 1970er Jahren erhielt das Kircheninnere seine heutige Gestalt.
Beschreibung
Die Dorfkirche ist ein rechteckiger Backsteinbau mit nach Osten angesetztem, eingezogenem rechteckigen Chor und nach Westen angebautem quadratischen Turm. Die Seitenwände des Chors und der Unterbau des Turmes sind aus Feldsteinen errichtet. Die Giebel von Langhaus und Chor sind aus Ziegelsteinen gemauert und weisen charakteristische Blendengliederung auf. Der Turmaufbau ist in Fachwerkbauweise ausgeführt.
Die Fenster in der Ostwand des Chores zeigen typische Formen der Romanik, während alle übrigen Fenster wohl im Lauf der Zeit erneuert wurden und wie das Süd- und das vermauerte Nordportal der Formensprache der Gotik entsprechen. Die alte aus Granitsteinen gebildete Priesterpforte an der Südseite des Chors erhielt ihren Backsteineinsatz erst bei Umbauten des 19. Jahrhunderts.
Das Kirchenschiff ist von einem kalkverputzten Gewölbe überspannt und öffnet sich zum Chor hin mit einem gedrückt spitzbogigen Triumphbogen. Die Innengestaltung erfolgte in einfachen gotisierenden Formen.
Der Altar zeigt ein Gemälde des über das Meer wandelnden Jesus von Prof. Andreae aus Dresden, der geschnitzte Rahmen stammt von Bildhauer Siegfried aus Güstrow. Zur Ausstattung der Kirche zählen außerdem verschiedene silberne und zinnene Kelche und Schalen aus dem 18. Jahrhundert.
53.43412.582028Koordinaten: 53° 26′ 2″ N, 12° 34′ 55″ OKategorien:- Kirchengebäude im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
- Kirchengebäude des Kirchenkreises Güstrow
- Baudenkmal im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte
- Sietow
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