- Alastair Denniston
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Alexander Guthrie „Alastair“ Denniston (* 1. Dezember 1881; † 1. Januar 1961) war ein britischer Kryptoanalytiker (engl.: codebreaker), der während des Ersten Weltkriegs im Room 40 (deutsch: „Zimmer 40“) arbeitete und zu Beginn des Zweiten Weltkriegs die Government Code and Cypher School (GC&CS) leitete, in der der geheime Nachrichtenverkehr der deutschen Wehrmacht entziffert wurde.
Leben
Denniston wurde in Greenock als Sohn eines Arztes geboren. Er studierte an der Universität Bonn und in Paris.
Ab dem Jahre 1914 war er am Aufbau des Room 40 beteiligt, einer geheimen Dienststelle der britischen Admiralität, die sich mit der Entzifferung verschlüsselter feindlicher Nachrichten befasste. Im Jahre 1917 heiratete er seine Kollegin, Dorothy Mary Gilliat, die ebenfalls im Room 40 beschäftigt war.
Nach dem Ersten Weltkrieg wurde der Room 40 der Admiralität mit seinem Pendant bei der britischen Armee, der Dienststelle MI1b, zur neu gegründeten Government Code and Cypher School zusammengelegt. Denniston leitete die GC&CS von ihrer Gründung am 24. Oktober 1919 bis zum Frühjahr 1942.
Am 26. Juli 1939, nur fünf Wochen vor dem Ausbruch des Zweiten Weltkriegs war Denniston einer der drei Briten, der außer Dilly Knox und Humphrey Sandwith beim legendären Treffen im Wald von Pyry mit französischen und polnischen Kryptoanalytikern zusammentraf, bei dem die polnischen Codeknacker des Biuro Szyfrów (deutsch: „Chiffrierbüro“) um Marian Rejewski ihr gesamtes Wissen über die deutsche Rotor-Schlüsselmaschine ENIGMA ihren Verbündeten preisgaben.
Mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs im September 1939 wurde die GC&CS, weiterhin unter der Leitung von Denniston, in das etwa 70 km mordwestlich von London gelegene Bletchley Park verlegt. Im Februar 1942 gab es eine Umstrukturierung und Denniston wurde auf einen weniger einflussreichen, diplomatischen Posten in die britische Hauptstadt versetzt. Sein Nachfolger in Bletchley Park wurde Edward Travis.
Denniston wurde im Jahr 1945 pensioniert und unterrichtete noch eine Zeit lang Französisch und Latein in der englischen Stadt Leatherhead.
Für seine Verdienste wurde ihm 1933 der Order of the British Empire sowie im Jahre 1941 der Order of St. Michael and St. George verliehen.
Literatur
- Friedrich L. Bauer: Entzifferte Geheimnisse, Methoden und Maximen der Kryptographie. Springer, Berlin 2000 (3. Aufl.). ISBN 3-540-67931-6
- Francis Harry Hinsley, Alan Stripp: Codebreakers - The inside story of Bletchley Park. Oxford University Press, Reading, Berkshire 1993. ISBN 0-19-280132-5
- Władysław Kozaczuk: Enigma: How the German Machine Cipher Was Broken, and How It Was Read by the Allies in World War II, editiert und (auf Englisch) übersetzt durch Christopher Kasparek, Frederick, MD, University Publications of America, 1984, ISBN 0-89093-547-5, pp. 59-60.
- Sir Stuart Milner-Barry: A Tribute to Hugh Alexander, in Harry Golombek und William Hartston: The Best Games of C H O'D Alexander. 1976, pp. 1–9. PDF; 12 kB
- Heinz Ulbricht: Die Chiffriermaschine Enigma – Trügerische Sicherheit. Ein Beitrag zur Geschichte der Nachrichtendienste. Dissertation Braunschweig 2005, p. 117. PDF; 4,7 MB
- Gordon Welchman: The Hut Six Story - Breaking the Enigma Codes. Allen Lane, London 1982; Cleobury Mortimer M&M, Baldwin Shropshire 2000. ISBN 0-947712-34-8
Weblinks
- The Papers of Alexander Guthrie Denniston in den Churchill-Archiven (englisch)
- Action This Day – A Daily Chronicle of Churchill's Life (englisch)
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