Johann Georg Walch

Johann Georg Walch
Johann Georg Walch, zeitgenössischer Kupferstich

Johann Georg Walch (* 17. Juni 1693 in Meiningen; † 18. Februar 1775 in Jena) war ein deutscher evangelisch-lutherischer Theologe.

Inhaltsverzeichnis

Leben und Wirken

Walch studierte in Leipzig, wo er unter pietistischem Einfluss stand. Er wirkte dort als Magister für klassische Philologie (1713). Seit 1718 lehrte er an der Universität Jena. 1718 wurde er außerordentlicher Professor für Philosophie und Altertumskunde, 1719 ordentlicher Professor für Beredsamkeit, 1721 für Dichtkunst, 1728 für Theologie. Er gab umfangreiche Zusammenstellungen der Kirchen- und Dogmengeschichte heraus, besonders die „Historische und theologische Einleitung in die Religionsstreitigkeiten der evangelisch-lutherischen Kirche“ (1730-39), die „Historische und theologische Einleitung in die Religionsstreitigkeiten, welche sonderlich außer der evangelisch-lutherischen Kirche entstanden“ (1733-36) und die „Bibliotheca theologica selecta“ (1757-65). In einem auf Verlangen seines Landesherrn 1747 verfassten Gutachten nahm Walch gegen die herrnhutische Brüdergemeine Stellung. 1740-53 gab er in 24 Bänden Luthers Werke deutsch heraus.

Im Wintersemester 1754 war er Prorektor, im Wintersemester 1758 Rektor der Universität Jena

Bedeutsam aus Sicht der Philosophiegeschichte sind sein „Philosophisches Lexicon“ und seine „Kontroversstücke gegen die Wolffsche Metaphysik“.

Er war seit 1718 verheiratet mit Charlotte Katharina, geb. Budde(us) († 1766), der Tochter von Johann Franz Buddeus. Zu ihren Kindern zählten Johann Ernst Immanuel Walch und Christian Wilhelm Franz Walch.

Werke (Auswahl)

  • Gedancken vom philosophischen Naturell , 1723
  • Kontroversstücke gegen die Wolffsche Metaphysik. 1724
  • Philosophisches Lexicon. 1726 (Digitalisat)
  • Historische und theologische Einleitung in die Religions-Streitigkeiten außer der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Jena 1733-1736
Jena 1733-36. Faksimilie-Neudruck in 8 Bänden mit einem Nachwort von Dietrich Blaufuss: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1972-1985, ISBN 978-3-7728-0288-1
  • Historische und Theologische Einleitung in die Religions-Streitigkeiten der Evangelisch-Lutherischen Kirche. Jena 1733-39.
Faksimilie-Neudruck in 8 Bänden mit einem Nachwort von Dietrich Blaufuss: Frommann-Holzboog, Stuttgart-Bad Cannstatt 1972-1985, ISBN 978-3-7728-0287-4
  • Dr. Martin Luthers sämtliche Schriften. Band I - XXIII in 25 Bänden. Herausgegeben von Dr. Joh. Georg Walch. Jena 1740-1753
Nachdruck der 2., überarbeiteten Auflage, St. Louis, Missouri, USA, Concordia Publishing House 1880-1910. Gross-Oesingen: Verlag der Lutherischen Buchhandlung Heinrich Harms, 1986

Literatur

  • Paul TschackertWalch, Johann Georg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 40, Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 650–652.
  • Christoph Schmitt: Johann Georg Walch. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 13, Herzberg 1998, ISBN 3-88309-072-7, Sp. 183–186.
  • Artikel „Walch, Johann Georg“ in. Die Religion in Geschichte und Gegenwart. Handwörterbuch für Theologie und Religionswissenschaft, Tübingen 1997, ISBN 3-16-118452-1
  • Gerald MacDonald: "Die Religion derer Reformierten". Das Bild der reformierten Kirche in der lutherischen Spätorthodoxie am Beispiel Johann Georg Walchs (1693-1775). In: Thomas K. Kuhn / Hans-Georg Ulrichs (Hgg.), Reformierter Protestantismus vor den Herausforderungen der Neuzeit (= Emder Beiträge zum reformierten Protestantismus 11), Wuppertal 2008, S. 197-207.

Weblinks


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