Johann Philipp Fresenius

Johann Philipp Fresenius

Johann Philipp Fresenius (* 22. Oktober 1705 in Nieder-Wiesen; † 4. Juli 1761 in Frankfurt am Main) war ein lutherischer Theologe des 18. Jahrhunderts.

Leben

J.P. Fresenius als Senior des Frankfurter Predigerministeriums

Fresenius war Sohn von Johann Wilhelm Fresenius (1704-1727 Pfarrer von Nieder-Wiesen) und studierte ab 1723 Theologie in Straßburg. 1725 wurde er Privatlehrer des Grafen von Salm-Grumbach und 1727 Nachfolger seines Vaters. 1731 musste er aufgrund einer polemischen Auseinandersetzung mit dem Jesuitenschüler und Schriftsteller Johann Nikolaus Weislinger nach Darmstadt fliehen. Landgraf Ernst Ludwig berief ihn 1734 als Burgprediger nach Gießen. 1736 wurde Fresenius Hofdiakonus in Darmstadt, kehrte jedoch 1742 als Stadtprediger und Professor an die Universität Gießen zurück.

1743 wurde er Pfarrer in Frankfurt am Main, wo er 1748 zum Senior des evangelischen Predigerministeriums und Consistorialrath ernannt wurde. Fresenius war Hauptprediger an der Barfüßerkirche und der Katharinenkirche. Er traute 1748 Johann Caspar Goethe und Catharina Elisabeth Textor und taufte 1749 ihren Sohn Johann Wolfgang. Dieser schilderte Fresenius später im vierten Buch von Dichtung und Wahrheit folgendermaßen:

Der Senior des Predigerministeriums (war) ein sanfter Mann von schönem, gefälligen Ansehen, welcher von seiner Gemeinde, ja, von der ganzen Stadt als ein exemplarischer Geistlicher und guter Kanzelredner verehrt ward, der aber, weil er gegen die Herrnhuter aufgetreten, bei den abgesonderten Frommen nicht im besten Ruf stand, vor der Menge hingegen sich durch die Bekehrung eines bis zum Tod blessierten, freigeistigen Generals berühmt und gleichsam heilig gemacht hatte.

Fresenius starb am 4. Juli 1761 in Frankfurt am Main.


Werke

  • Beicht- und Kommunionbuch, 1746;
  • Von der Rechtfertigung eines armen Sünders vor Gott, 1747;
  • Bewährte Nachrricht von Herrnhutischen Sachen, 4 Bände, 1747 bis 1751;
  • Nötige Prüfung der Zinzendorfschen Lehrart, 1748;
  • Pastoral-Sammlungen, 24 Teile, 1748-60;
  • Heilsame Betrachtungen über die Sonn- u. Festtagsevangelien, 1750;
  • Zuverlässige Nachrichten von dem Leben, Tode und Schriften D. Johann Albrecht Bengels, 1753;
  • Epistelpredigten, 1754;

Literatur



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