Kalkseife

Kalkseife

Kalkseifen sind in Wasser schwer lösliche Calcium- oder Magnesium-Salze, in der Regel von Fettsäuren. Sie bilden sich bei der Verwendung von Seifen in hartem Wasser. Durch die Bildung dieser Kalkseifen wird die Waschwirkung vermindert, da sich die aktive Seifenmenge verringert. Die Kalkseifen setzen sich auf Oberflächen ab (Vergrauung) und bilden auch in Abwasserrohren schwer entfernbare graue Ablagerungen. Der Bildung von Kalkseifen kann mit Enthärtern, die die Calcium- und Magnesium-Ionen binden, entgegengewirkt werden.[1]

Die wasserabweisende (Hydrophobie) Eigenschaft der Kalkseife wird jedoch auch z. B. bei Tadelakt, einer marokkanischen Verputztechnik, gezielt eingesetzt.

Ferner können sie als unerwünschte Verunreinigung in Ölen auftreten, die für Anwendungen in der Kosmetik und der Nahrungsmittelindustrie vorgesehen sind. Sie werden dort qualitativ analytisch beispielsweise mit Phenolphthalein-Lösung nachgewiesen, die sich rot färbt wenn Kalkseifen vorhanden sind.

Die heute überwiegend im Haushalt benutzten Reinigungsmittel enthalten keine oder wenig Seife, sondern andere waschaktive Substanzen (Tenside). Diese bilden wenig bis keine Kalkseifen, führen so nicht zu Vergrauung und behalten in hartem Wasser auch ohne Enthärter ihre Waschwirkung. Dafür entfetten sie die Haut sehr viel stärker, wodurch sie schnell austrocknet, und machen sie durchlässig für beispielsweise vorhandene Konservierungsmittel, Farb- und Duftstoffe. Die Bildung kleinerer Mengen an Kalkseifen wird jedoch in modernen Waschmitteln genutzt, um eine übermäßige Schaum-Entwicklung zu vermeiden.

Literatur

  • Siegfried Hauptmann: Organische Chemie. Neuaufl. Deutscher Verlag für Grundstoffindustrie, Leipzig 2001, ISBN 3-342-00635-8 (Nachdr. d. Ausg. Leipzig 1991).
  • Hans-Georg Henning, Werner Jugelt, Günther Sauer: Praktische Chemie. Ein Studienbuch für Mediziner und Naturwissenschaftler. 5. Aufl.. Verlag Deutsch, Thun 1991, ISBN 3-8171-1139-8 (Nachdr. d. Ausg. Berlin 1982).
  • Hugo Janistyn: Taschenbuch der modernen Parfümerie und Kosmetik. 4. Aufl. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 1974, ISBN 3-8047-0473-5.
  • Hermann Pardun: Analyse der Nahrungsfette (Grundlagen und Fortschritte der Lebensmitteluntersuchung und Lebensmitteltechnologie; 16). Parey, Berlin 1976, ISBN 3-489-78814-1 (völlige Neubearb. von Werner Wachs: „Öle und Fette - Analyse der Nahrungsfette“).

Einzelnachweis

  1. Hauptmann: 1985, S. 740

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