- Karakulmütze
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Der afghanische Präsident Hamid Karzai tritt in der Öffentlichkeit gewöhnlich mit einer Karakulmütze auf (2004)
Die Karakulmütze (QaraQul), nach den unterschiedlichen Bezeichnungen für das gleiche Fell auch Astrachan- (Astrakan) oder Persianermütze genannt (Persisch: قراقلی ), ist eine Kopfbedeckung aus dem Fell des Jungtiers des Karakulschafs.
Das typische Modell der Karakulmütze für Herren ist das sogenannte Schiffchen. Es wird mit der Kante in Blickrichtung getragen. In dieser Form findet man sie unter anderem bei prominenten Anhängern islamischen Glaubens in Zentral-, teilweise auch in Südasien. Der Artikel behandelt diese und ähnliche Herrenmützen, nicht die Mütze aus Karakulfell allgemein.
Verbreitung und Geschichte
Die in deutschsprachigen Ländern als Schiffchen bezeichneten Kopfbedeckungen haben ihre Ursprünge in Schottland und wurden dort 1794 nach ihrer militärischen Einführung unter der Bezeichnung Glengarry bonnet bzw. Glengarry bekannt.[1] Über die britische Armee, welche 1868 die heute bekannte modifizierte Form des Glengarry einführte, fand das Schiffchen weltweite Verbreitung in der zivilen und militärischen Mützenmode und brachte international viele lokale Formen hervor.
In Bessarabien war die typische Kopfbedeckung der bessarabiendeutschen Männer eine, meist schwarze, Lammfellmütze. Die Felle stammten von Jungtieren eines persianerähnlichen Schafes, das aus der Kreuzung mit Karakulschafen hervorgegangen war. Diese Lammfelle sind die feinsten der persianerähnlichen Pelzarten, meist sind sie bereits von Natur aus schwarz. Diese Halbblutpersianerfelle werden wegen dieser Ähnlichkeit und nach den deutschen RAL-Bestimmungen als Bessaraber oder rumänische Halbpersianer gehandelt (nicht als Karakul oder Persianer).[2]
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Bessarabiendeutsche Männer mit Mützen aus „rumänischem Halbpersianer“ (um 1935)
Einzelnachweise
- ↑ Laurent Mirouze: Infanteristen des Ersten Weltkriegs, Verlag Karl-Heinz Dissberger, Düsseldorf, ISBN 3-924753-28-8, S. 10
- ↑ Christian Franke/Johanna Kroll: Jury Fränkel’s Rauchwaren-Handbuch 1988/89, 10. überarbeitete und ergänzte Neuauflage, Rifra-Verlag Murrhardt, S. 297
Weblinks
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