Kernkraftwerk Tatarskaja

Kernkraftwerk Tatarskaja

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Kernkraftwerk Tatarien
Kernkraftwerk Tatarien (Russland)
DEC
Kernkraftwerk Tatarien
Koordinaten 55° 27′ 37,8″ N, 51° 17′ 38,8″ O55.460551.29417Koordinaten: 55° 27′ 37,8″ N, 51° 17′ 38,8″ O
Land: Russland Russland
Daten
Eigentümer: Rosenergoatom
Betreiber: Rosenergoatom
Projektbeginn: 1985
Stilllegung: 1. Dezember 1993

Bau eingestellt (Brutto):

2  (2000 MW)

Planung eingestellt (Brutto):

2  (2000 MW)
Stand: 4. Juni 2008
Die Datenquelle der jeweiligen Einträge findet sich in der Dokumentation.

Das Kernkraftwerk Tatarien (russisch Татарская АЭС/Tatarskaja AES; Tatarisches Kernkraftwerk) sollte ein Kernkraftwerk in Russland werden. Es sollte nahe der Siedlung Kamskije Poljany am Fluss Kama in der Tatarischen ASSR, der heutigen Republik Tatarstan entstehen. Der Bau wurde nach einiger Zeit eingestellt. Die Wiederaufnahme des Baus war immer wieder im Gespräch[1], wurde aber zuletzt 2005 – zumindest für diesen Standort – vom Parlament der Republik Tatarstan mit Verweis auf ökologische Bedenken abgelehnt.[2]

Inhaltsverzeichnis

Geschichte

Im Zuge des sowjetischen Atomprogrammes wurde Anfang der 1980er Jahre beschlossen, entweder bei Kuibyschew (nicht zu verwechseln mit der gleichnamigen Millionenstadt, dem heutigen Samara) oder bei Kamskije Poljany ein Kernkraftwerk zu bauen. Die Wahl fiel schließlich auf Kamskije Poljany, weil eine Prüfung der Standorte insbesondere eine mangelhafte Infrastruktur im Gebiet um Kuibyschew ergeben hatte. Den Bau des Kraftwerkes bei Kamskije Poljany unterstützten neben dem Ort selbst die Städte Nabereschnyje Tschelny, Nischnekamsk und Tschistopol, da sie sich wirtschaftliche Einnahmequellen und eine bessere Anbindung an das Energienetz erhofften. Das Kraftwerk sollte nach dem Kernkraftwerk Tschernobyl die neue Musteranlage und Vorzeigeprojekt werden und wurde deshalb in der Sowjetunion als Projekt des Jahrtausends bezeichnet. Die Baupläne des Kraftwerkes wurden am 1. April 1987 fertiggestellt. Noch am gleichen Tag wurde der Bau des ersten Blockes begonnen. Ab 1. Mai 1988 wurde begonnen, den zweiten Block zu bauen. Während des Baus wurde die Siedlung Kamskije Poljany ausgebaut, um genügend Wohnungen für die Arbeiter des Kraftwerkes bereit zu stellen.[3]

Im Jahr 1990 waren die Kosten auf 96 bis 100 Millionen Rubel pro Jahr gestiegen. Während dieser Zeit arbeiteten rund 1000 Menschen auf der Baustelle des Kraftwerkes. Es wurde rund um die Uhr gearbeitet, um das Projekt möglichst schnell zu realisieren. Der Bau der Reaktorgebäude ging aber sehr schleppend voran. Während dieser Zeit waren schon ein Großteil der Wohnungen und die Kühlwasseraufbereitungsanlage fertiggestellt. Der Kühlsee des Kraftwerkes war zu dieser Zeit noch in Bau. Letztendlich wurde das Projekt aber aufgegeben, da der Bau zu teuer wurde und die Organisation am Bau fehlschlug. Alleine in der Planungsphase verschlang das Projekt über 288 Millionen Rubel und während der Bauzeit ca. 700 Millionen Rubel und das Kraftwerk war zu diesem Zeitpunkt erst zu 25 % fertiggestellt.[3]

Daten der Reaktorblöcke

Das Kernkraftwerk Tatarien sollte vier Blöcke umfassen:

Reaktorblock Reaktortyp Netto-
leistung
Brutto-
leistung
Anfang Projektplanung Baubeginn Projekteinstellung
Tatarien-1 (Kama)[4] WWER-1000 950 MW 1.000 MW 1985 01.04.1987 01.12.1993
Tatarien-2 (Kama)[5] WWER-1000 950 MW 1.000 MW 1985 01.05.1988 01.12.1993
Tatarien-3 (Kama)[6] WWER-1000 950 MW 1.000 MW 1985 - 01.12.1993
Tatarien-4 (Kama)[7] WWER-1000 950 MW 1.000 MW 1985 - 01.12.1993

Quellen

  1. „Vorgeschlagen, unsicherer Status“ laut World Nuclear Association, Nuclear Power in Russia (englisch)
  2. Abgeordnete gegen den Bau des Tatarischen Kernkraftwerkes bei der Nachrichtenagentur REGNUM, 27. September 2005 (russisch)
  3. a b Über das Kraftwerk und den Bau
  4. „Nuclear Power Reactor Tatar-1 (Kama)“ auf der PRIS der IAEO
  5. „Nuclear Power Reactor Tatar-2 (Kama)“ auf der PRIS der IAEO
  6. „Nuclear Power Reactor Tatar-3 (Kama)“ auf der PRIS der IAEO
  7. „Nuclear Power Reactor Tatar-4 (Kama)“ auf der PRIS der IAEO

Siehe auch


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