Königreich Irland

Königreich Irland
Königreich Irland 1541–1801

Königreich Irland (engl: Kingdom of Ireland) war seit 1541 der Name des von England beherrschten irischen Staates. Durch Beschluss des englischen Parlaments ersetzte das Königreich die seit 1171 bestehende Lordschaft Irland. Der englische König Heinrich VIII. wurde somit auch König von Irland und regierte in Personalunion.

Das Königreich wurde durch eine Exekutivbehörde regiert, die unter der Kontrolle eines Lord Deputy, später eines Lord Lieutenant, stand. Obwohl auch einige Iren dieses hohe Amt bekleideten, waren die meisten Lord Deputies englische Adlige. Es bestand ein Zweikammern-Parlament, bestehend aus dem House of Commons (Unterhaus) und dem House of Lords (Oberhaus); beide Kammern tagten fast immer in Dublin. Die Befugnisse des irischen Parlaments waren durch eine Reihe von Gesetzen eingeschränkt, namentlich dem Poynings’ Law aus dem Jahr 1492. Katholiken, die den Großteil der Bevölkerung stellten, waren fast immer von der Vertretung im Parlament ausgeschlossen. Die meisten Beschränkungen wurden 1782 aufgehoben.

Nachdem das irische Parlament dem Act of Union 1800 zugestimmt hatte, erfolgte 1801 die Vereinigung des Königreichs Irland mit dem Königreich Großbritannien; daraus entstand das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Irland. Das irische Parlament hatte aufgehört zu existieren, doch die vom Lord Lieutenant angeführte Exekutive blieb bis 1922 bestehen. Damals bildeten die 26 südlichen Grafschaften den Irischen Freistaat und traten aus dem Vereinigten Königreich aus.

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