Leslie Charteris

Leslie Charteris

Leslie Charteris (* 12. Mai 1907 in Singapur als Leslie Charles Bowyer-Yin; † 15. April 1993 in Windsor, England) war ein britisch-amerikanischer Krimi-Schriftsteller.

Leben

Geboren wurde er als Leslie Charles Bowyer-Yin in der damals britischen Kronkolonie Singapur. Sein Vater war ein angesehener chinesischer Arzt, seine Mutter Engländerin. Schon auf den Privatschulen, die er besuchte, engagierte er sich in den Schülerzeitungen und mit 17 verkaufte er seine erste Geschichte. Nach der Schule änderte er seinen Namen offiziell in „Charteris“. Er begann ein Jura-Studium in Cambridge, das er aber abbrach, als seine ersten größeren Veröffentlichungen „X Esquire“ (1927) und „Begegnungen mit dem Tiger“ (1928) erfolgreich verliefen. Doch die Rückkehr von Bill Kennedy aus seinem ersten Roman und auch die folgenden beiden Romane konnten daran erst einmal nicht anknüpfen. Es war der Held aus „Begegnungen mit dem Tiger“, der ihn berühmt machen sollte: Simon Templar, genannt der Heilige (wegen der Initialen ST). Templar ist ein Dieb und Einbrecher, der sich seine Opfer in Robin-Hood-Manier unter denjenigen aussucht, die es verdient haben, bestohlen zu werden.

Noch 1930 erschienen zwei Romane und sechs Geschichten mit dem Heiligen und bis in die 60er-Jahre hinein schrieb er mit Ausnahme einiger Kurzgeschichten ausschließlich Abenteuer mit Simon Templar. 1932 wechselte er, wie viele britische Autoren, in die Vereinigten Staaten und schließlich nach Hollywood, wo er sich als Drehbuchautor versuchte. Auch schrieb er Hörspiele einer Sherlock-Holmes-Serie, die von dem bekannten Filmduo Basil Rathbone und Nigel Bruce gesprochen wurde. Als Ende der 30er seine Saint-Abenteuer verfilmt wurden, trug auch er selbst ein paar Drehbücher dazu bei.

1942 erwarb er, nachdem es ihm wegen seiner asiatischen Abstammung lange nicht möglich gewesen war, die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Nach dem Krieg verließ er Hollywood und wurde Herausgeber der Zeitschrift Suspense. Später, von 1953 bis 1967 gab er das „The Saint Mystery Magazine“ heraus. 1963 erschienen auch seine letzten eigenen Simon-Templar-Geschichten, ab 1964 übernahmen andere Autoren die Fortsetzung der Reihe; lediglich bei zwei Romanen Anfang der 70er arbeitete er noch einmal mit Fleming Lee zusammen, der wie er ein Mitglied von Mensa war, einem Verein Hochbegabter, die einen besonders hohen IQ vorweisen können.

Die britische Crime Writers' Association (CWA) ehrte ihn 1992 mit dem Cartier Diamond Dagger lifetime achievement award , ihrer höchsten Auszeichnung, für sein kriminalliterarisches Lebenswerk.

Neben den Krimis hatte er auch noch einige andere Interessen, die sich in Publikationen niederschlugen. Zeitweise schrieb er Artikel für das „Gourmet Magazine“, veröffentlichte ein Buch über spanische Grammatik und übersetzte ein Buch über Stierkampf. 1972 erschien als seine letzte Veröffentlichung ein Buch über die vom ihm erfundene universelle Zeichensprache Paleneo. Danach zog er sich zurück und lebte bis zu seinem Tod 1993 in England und Frankreich.

Werke

Simon Templar

  • siehe dort

Andere (Auswahl)

  • X Esquire (1927)
  • The White Rider (1928)
  • The Bandit (1929)
  • Daredevil (1929)
  • Spanish for Fun (1964)
  • Paleneo: A Universal Sign Language (1972)

Übersetzung

  • Juan Belmonte, Killer of Bulls; The Autobiography of a Matador (1937)

Drehbücher (jeweils mit anderen)

  • Midnight Club (1933)
  • Die Dame im Zug (Lady on a Train, 1945)(Drehbuchvorlage)
  • River Gang (1945)
  • Tarzan wird gejagt (Tarzan and the Huntress, 1947)

Weblinks


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