Mýrdalsjökull

Mýrdalsjökull
Mýrdalsjökull
Luftbild

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Höhe 1.512 m
Lage Island
Geographische Lage 63° 37′ 50″ N, 19° 3′ 0″ W63.630555555556-19.051512Koordinaten: 63° 37′ 50″ N, 19° 3′ 0″ W
Mýrdalsjökull (Island)
Mýrdalsjökull
Typ Eiskappe, Subglazialer Vulkan
Alter des Gesteins ca. 200.000 Jahre
Letzte Eruption 1918
Besonderheiten Caldera der Katla unter dem Gletscher
Myrdalsjökull von Süden aus gesehen

Myrdalsjökull von Süden aus gesehen

Solheimajökull, ein Talgletscher des Mýrdalsjökull

Solheimajökull, ein Talgletscher des Mýrdalsjökullbdep2

Mýrdalsjökull ist ein Gletscher im Süden Islands, der den Vulkan Katla bedeckt. Dabei handelt es sich um den viertgrößten Gletscher Islands.

Inhaltsverzeichnis

Name

Der Name bedeutet Gletscher des sumpfigen Tales oder Moortalgletscher[1].

Die Bezeichnung Mýrdalsjökull wird nicht nur für die eigentliche Eiskappe, die die höchsten Anhöhen des Berges bedeckt, verwendet, sondern auch für das Bergmassiv als Ganzes, ähnlich wie bei anderen isländischen Bergen wie etwa Tindfjallajökull oder Snæfellsjökull oder Eyjafjallajökull. Im Gegensatz zu Letzteren erfasst jedoch der Name, jedenfalls meistens, nicht den darunter liegenden Vulkan, der Katla genannt wird.

Geografie

Lage und wichtige Daten

Mýrdalsjökull, der südlichste Gletscher Islands, befindet sich nördlich von Skógar und Vík í Mýrald sowie südlich des Torfajökull. Zwischen dem Mýrdalsjökull und den westlichen Gletschern Eyjafjallajökull und Tindfjallajökull liegt das Tal Goðaland, das oft der Þórsmörk zugerechnet wird. Südöstlich des Mýrdalsjökull erstreckt sich die Sanderfläche Mýrdalssandur.

Die höchste Erhebung des Mýrdalsjökull beträgt 1.512 m[2], seine Ausdehnung 590 km².[3]Allerdings sind Vulkane und Gletscher in Höhe und Ausdehnung stetigem Wandel unterworfen.[4]Sein Durchmesser beträgt 30 km.[5]

Der Gletscher füllt die ovale, von NW nach SO ausgerichtete Caldera des Vulkans Katla mit einer Oberfläche von 110 km² vollständig aus, die sich im Zentrum der Eiskappe befindet und an deren Rand die höchsten Gipfel des Bergmassivs liegen. Zu diesen gehören Goðabunga, Háabunga, Austmannsbunga, Enta und Entukollar.[6]

Seitengletscher

Die Gletscherarme Sléttjökull und Entujökull befinden sich im Nordwesten, der Króssárjökull und Tungnakvíslajökull im Westen und Sólheimajökull im Südwesten.[7] Der wichtigste Gletscherarm im Osten ist der Kötlujökull.

Vulkan Katla

(Siehe Hauptartikel: Katla)

Unter dem breiten Schild des Mýrdalsjökull verbirgt sich der Vulkan Katla mit einem Kraterdurchmesser von etwa 10 Kilometern, die Tiefe der Caldera beträgt etwa 500 bis 700 m. Die in einer großen explosiven Eruption vor ca. 10.000 Jahren entstandene Caldera ist zur Gänze mit Gletschereis gefüllt.

Bei Vulkaneruptionen der Katla tauen je nach Intensität des Ausbruchs mehr oder minder große Teile des Gletschers und Flutwellen ergießen sich als sogenannte Gletscherläufe über die vorgelagerten Ebenen, vor allem über den Mýrdalssandur.

Gletscherflüsse

Unter der Eiskappe strömen etliche Gletscherflüsse hervor. Dabei handelt es sich neben einigen Zuflüssen des Markarfljót um die größeren Flüsse Krossá, Jökulsá á Sólheimasandi, Múlakvísl und Hólmsá.

Sie werden, was Wassermenge, chemische Zusammensetzung und elektrische Leitfähigkeit betrifft, ständig überwacht, um sich ein Bild über die Vorgänge im Vulkan unter dem Gletscher machen zu können.

Verkehr

Vor dem Ausbau der Ringstraße war das Überqueren der dem Gletscher in Richtung Meer vorgelagerten Sander sehr unbeliebt, da stets einer der Gletscherläufe (isl. Jökulhlaup) den Reisenden mit sich reißen konnte. Die Überquerung der von Flüssen durchzogenen Ebene konnte viele Tage dauern.

Inzwischen dauert die Überquerung des Mýrdalssandur von Vík í Mýrdal nach Kirkjubæjarklaustur auf gut ausgebauter Asphaltstraße ca. 1 Stunde.

Siehe auch

Panorama mit Mýrdalsjökull von Nordwesten

Weblinks

Fotos und Videos

 Commons: Mýrdalsjökull – Album mit Bildern und/oder Videos und Audiodateien

Wiss. Artikel

Andere

Einzelnachweise

  1. vgl. H. U. Schmid: Wörterbuch Isländisch-Deutsch. Buske, Hamburg, 2001; S. 163: isl. mýri = Moor, Sumpf, S. 37: isl. dalur = Tal; S. 123: isl. jökull = Gletscher
  2. http://www.jardvis.hi.is/page/ies_katla Nordic Volcanologic Institute, Háskóli Íslands (Informationen zu Mýrdalsjökull und Katla, englisch); Zugriff: 16. Juli 2011
  3. Ari Trausti Guðmundsson: Lebende Erde. Facetten der Geologie Islands. Mál og Menning, Reykjavík 2007, 202
  4. vgl. z.B.Íslandshandbókin. Náttúra, saga og sérkenni. 2. bindi. Hg. T. Einarsson, H. Magnússon. Örn og Örlygur, Reykjavík 1989, 709. Die Höhe des Gletschervulkans wird dort mit 1493 m angegeben. Das muss keine falsche Messung sein, sondern kann u.a. auf ein Wachsen des Gletschers bzw. auf ein Aufblähen des Vulkans seither zurückzuführen sein. Die Ausdehnung des Gletschers wird am selben Ort mit 595 km² angegeben.
  5. http://earthice.hi.is/page/ies_katlamonitoring Earth Sciences, Univ. of Iceland (englisch); Zugriff: 17. Juli 2011
  6. http://earthice.hi.is/page/ies_katlamonitoring Earth Sciences, Univ. of Iceland (englisch); Zugriff: 17. Juli 2011
  7. [1]

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