Osterchronik

Osterchronik

Das Chronicon Paschale (Osterchronik, auch Chronicon Alexandrinum, Chronicon Constantinopolitanum oder Fasti Siculi) ist eine um 630 von einem anonymen Autor im oströmischen Reich in griechischer Sprache verfasste Chronik. Der Name rührt aus der Rechnung nach dem christlichen Osterkanon her.

Obwohl der Autor, offenbar ein Geistlicher, unbekannt ist, lässt sich aus dem Werk doch erschließen, dass er wohl ein Vertrauter des Patriarchen Sergios war. Das umfangreiche Werk stellt eine christliche Weltchronik von den Tagen Adams (6. Jahrtausend v. Chr.) bis ins Jahr 629 dar; die Haupthandschrift aus dem 10. Jahrhundert bricht jedoch mit dem Jahr 628 ab. Die Quellen, die der Autor benutzt hat, sind nicht immer klar zu identifizieren, allerdings hat er etwa Johannes Malalas verwendet; nach dem Tod des Kaisers Maurikios war er aber Augenzeuge des Geschehens.

Das Werk ist zwar teils fehlerhaft, beinhaltet aber auch einige sehr wichtige historische Informationen über die Zeit der ausgehenden Spätantike im Osten. Einige der Dokumente, die in die Chronik aufgenommen wurden, gelten als authentisch. So wird etwa der Text des Briefes, in dem der neue Sassanidenkönig Kavadh II. Siroe den oströmischen Kaiser Herakleios im Jahr 628 um Frieden bittet, zitiert.

Literatur

  • Eduard Schwartz: Griechische Geschichtschreiber. Leipzig 1957, S. 291ff.
  • Mary und Michael Whitby (Übersetzer): Chronicon Paschale 284–628. Liverpool University Press. Liverpool 1989 (= Translated Texts for Historians), ISBN 0-85323-096-X (die Übersetzung beinhaltet nur den Teil des Werks, der sich mit der Spätantike befasst).

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