Oswaldsgarten

Oswaldsgarten
Galerie Neustädter Tor

Der Oswaldsgarten ist ein ehemaliger Garten und Platz in der mittelhessischen Stadt Gießen, der heute mit dem Einkaufszentrum Galerie Neustädter Tor überbaut ist.

Erstmals erwähnt wurde der Garten 1686. Es war ein sogenannter Wallgarten, der durch die Erweiterung der Stadt um eine Festungsanlage entstand, und gehörte einer Familie Oswald.[1] Anfang des 19. Jahrhunderts beteiligte sich Gottlieb Wilhelm Oswald am Abriss der Festungsanlage und konnte so sein Grundbesitz am Neustädter Tor auf etwa 17.000 m² erweitern. 1842 wurde das Gelände an die Stadt verkauft, nachdem kein Erbe mehr in Gießen wohnte.

Anfangs für Lagerzwecke eingesetzt, wurde der Garten seit 1849 vermehrt zu Marktzwecken sowie zu Veranstaltungen und Festen eingesetzt. Im Laufe der Zeit wurden auch Teile des Grundstücks bebaut, etwa für den Bau der Trasse der Main-Weser-Bahn, der städtischen Mädchenschule (1849 an Stelle des 1808 gebauten Wohnhauses von Oswald entstanden), der städtischen Knabenschule, eines Feuerwehrhauses sowie für Straßenbau. In der Zeit des Nationalsozialismus sollte der Platz zu einem Kundgebungsplatz für 8.000 bis 10.000 Menschen werden und in Platz der SA umbenannt werden. Diese Pläne scheiterten aber ebenso wie viele andere Umgestaltungsvorschläge. Aus diesem Grund war er oft Politikum und Gegenstand heftiger Diskussionen in der Stadt.

Im November 2005 wurde auf dem Platz des Oswaldsgartens die Galerie Neustädter Tor eröffnet, nachdem der Platz lange Zeit als großer Parkplatz in der Gießener Neustadt genutzt wurde. Bereits ein Jahr zuvor wurde der Regionalhaltepunkt Oswaldsgarten an der Main-Weser-Bahn errichtet, an den die innerstädtischen Buslinien 2, 3, 7, 800, 801, 802, 12, 13 und 24 angeschlossen sind.

Zughaltepunkt Oswaldsgarten

Einzelnachweise

  1. Ein Erinnerungsort verschwindet: Der Gießener Oswaldsgarten. In: Mitteilungen des Oberhessischen Geschichtsvereins (MOHG), Bd. 91 (2006), S. 315

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