- Paul-Louis Courier de Méré
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Paul-Louis Courier (* 4. Januar 1772 in Paris; † 10. April 1825 bei Veretz/ Indre-et-Loire), mit vollem Namen Paul-Louis Courier de Méré, war ein französischer Autor von Werken zur Antike sowie von Texten zu politischen Themen. Er galt als erbitterter Gegner der Monarchie unter Ludwig XVIII. und verfasste Schriften und Briefe, in denen er ab 1814 die Zustände nach der Restauration der Bourbonenherrschaft in Frankreich scharf angriff. Die Umstände seines Todes - er wurde erschossen in der Nähe seines Wohnsitzes gefunden - konnten nie vollständig geklärt werden.
Inhaltsverzeichnis
Leben
Jugend und Armeekarriere
Paul-Louis Courier wuchs auf dem Anwesen seiner Eltern in Luynes in der Provinz Touraine auf. Obwohl er selbst adliger Abstammung war, entwickelte er eine mit der Zeit immer stärker werdende Abneigung gegenüber dem Adel. Im Alter von 15 Jahren schickten ihn seine Eltern für die Fortsetzung seiner Ausbildung nach Paris. Da er bereits durch seinen Vater in griechischer Literatur unterrichtet worden war, vertiefte er in der Folgezeit seine entsprechenden Interessen in den klassischen Altertumswissenschaften. Anschließend begann er eine militärische Ausbildung an der Artillerieschule in Châlons-en-Champagne und trat nach seiner Ernennung zum Sublieutenant im Jahr 1792 in die französische Rheinarmee ein. Während der Französischen Revolution und den Jahren danach nahm er vor allem in den Kämpfen um Mainz (Mainzer Linien), wo er auch sein Patent als capitaine en second erhielt, und in Italien an verschiedenen Feldzügen teil. 1808 zog er sich zunächst von seiner aktiven Armeelaufbahn zurück, schloss sich jedoch kurze Zeit später dem Korps eines Artilleriegenerals an. Geschockt durch seine Erlebnisse während der Schlacht bei Wagram am 5. und 6. Juli 1809 verliess er jedoch erneut den Armeedienst und entging einer Anklage wegen Desertation nur aufgrund der Tatsache, dass seine vorherige erneute Verpflichtung noch nicht offiziell bestätigt worden war.
Literarisches Wirken und politische Veröffentlichungen
Seine erste Veröffentlichung als Autor war eine 1802 in der Zeitschrift Magasin encyclopedique veröffentlichte Kritik von Johannes Schweighausers Athenaios-Ausgabe. Im folgenden Jahr erschien seine Eloge d'Helene, eine freie Nachahmung von Isokrates. 1807 veröffentlichte er eine Xenophon-Übersetzung. Nachdem er die Armee endgültig verlassen hatte, ging er nach Florenz. Hier entdeckte er in der Biblioteca Medicea Laurenziana ein vollständig erhaltenes Manuskript des Werkes Daphnis und Chloe des antiken Schriftstellers Longos von Lesbos, von dem er 1810 eine Ausgabe veröffentlichte. Aufgrund von Streitigkeiten mit dem Bibliothekar wegen der Verunreinigung des Manuskripts mit Tinte wurde er von der Provinzregierung gezwungen, die Region Toskana zu verlassen. Er zog sich 1812 nach Frankreich auf ein Grundstück in Veretz in der Region Indre-et-Loire zurück. Fortan besuchte er regelmäßig Paris und widmete sich sowohl literarischen Aktivitäten als auch landwirtschaftlichen Tätigkeiten.
Ab der Wiederherstellung der Bourbonenmonarchie durch die Rückkehr von Ludwig XVIII. auf den französischen Thron im Jahr 1814 widmete Paul-Louis Courier sich verstärkt dem Verfassen politischer Schriften, und wurde in der Folgezeit zu einem erbitterten Gegner der herrschenden Monarchie. Im Jahr 1816 veröffentlichte er das Pamphlet Petition aux deux chambres (Petition an beide Kammern), in dem er die Situation der Landbevölkerung nach der Restauration darstellte und sich gegen willkürliche Verhaftungen wandte. In den folgenden Jahren erschienen von ihm weitere politische Schriften und Briefe an verschiedene Institutionen, in denen er sich für eine liberale Monarchie unter Ludwig Philipp einsetzte. Zum Beginn der 1820er Jahre wurde er für sein Wirken zu einer kurzen Gefängnisstrafe und einer Strafzahlung verurteilt. Im Jahr 1824 erschien sein Pamphlet des pamphlets (Pamphlet der Pamphlete).
Todesumstände
Am 10. April 1825 (nach den Angaben der elften Ausgabe der Encyclopædia Britannica von 1911 am 18. August 1825) wurde er in einem Wald in der Nähe seines Grundstücks erschossen aufgefunden. Die genauen Umstände seines Todes wurden nie vollständig geklärt. Fünf Jahre nach seinem Tod kam es zur Mordprozessen gegen drei ehemalige Diener seines Haushalts, die jedoch aus Mangel an Beweisen mit einem Freispruch endeten. Später aufgetauchte Belege für ihre Schuld konnten aufgrund der vorherigen Entscheidung nicht für eine Verurteilung verwendet werden. Seine Frau Esther-Etienne-Herminie geb. Clavier, die ihn Gerüchten zufolge mit einem oder mehreren dieser Diener betrogen und später den Mord initiiert haben soll, wurde von diesem Vorwurf ebenfalls freigesprochen.
Ein Jahr nach seinem Tod erschien unter dem Titel Collection complete des pamphlets politiques et opuscules litteraires de P. L. Courier eine Sammlung seiner politischen Schriften und Briefe.
Literatur
- Courier de Méré, Paul Louis. In: Meyers Konversations-Lexikon. Bd. 4, 4. Aufl. Leipzig: Bibliographisches Institut, 1885–1892, S. 313.
- Courier de Méré, Paul Louis. In: Brockhaus’ Konversationslexikon., 14. Aufl. 1893–1897, Bd. 4, S. 564
- Courier, Paul Louis. Artikel in: Encyclopædia Britannica, 11. Auflage 1910–1911, Bd. 7, S. 319/320
Weblinks
Personendaten NAME Courier, Paul-Louis KURZBESCHREIBUNG französischer Autor von Texten zur Antike sowie zu politischen Themen GEBURTSDATUM 4. Januar 1772 GEBURTSORT Paris STERBEDATUM 10. April 1825 STERBEORT bei Veretz/ Indre-et-Loire
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