Peggy A. Whitson

Peggy A. Whitson
Peggy Whitson
Peggy Whitson


Land (Behörde): USA (NASA)
Datum der Auswahl: 1. Mai 1996
(16. NASA-Gruppe)
Anzahl der Raumflüge: 2
Start erster Raumflug: 5. Juni 2002
Landung letzter Raumflug: 19. April 2008
Gesamtdauer: 376d 17h 23min
EVA-Einsätze: 6
EVA-Gesamtdauer: 39h 46min
Raumflüge

Peggy Annette Whitson (* 9. Februar 1960 in Mount Ayr, Iowa, USA) ist eine amerikanische Astronautin. Mit insgesamt 39 Stunden und 46 Minuten hält sie den Rekord für die längste Gesamtzeit, die sich eine Frau außerhalb eines Raumfahrzeugs aufhielt. Seit April 2008 hält sie außerdem mit insgesamt 377 Tagen den Rekord als Amerikaner mit der längsten Gesamtaufenthaltsdauer im All.

Inhaltsverzeichnis

Geboren in der kleinen Ortschaft Mount Ayr, wuchs Whitson in Beaconsfield (Iowa) auf, wo ihre Eltern einen landwirtschaftlichen Betrieb hatten. 1978 beendete Whitson die High School und begann, Chemie und Biologie zu studieren. Sie besuchte das private Iowa Wesleyan College in Mount Pleasant, das von den Methodisten unterhalten wird und wo schon der Astrophysiker James van Allen studierte. Mit „hervorragend“ (summa cum laude) erhielt sie 1981 ihren Bachelor.

Whitson zog dann nach Houston (Texas) − ein Wechsel vom Land in die Großstadt, den sie als „Kulturschock“ bezeichnet. An der dort ansässigen Rice University arbeitete sie an ihrer Doktorarbeit in Biochemie. Nach ihrer Promotion im Jahr 1985 über Eiweißbausteine der Desoxyribonukleinsäure wollte sie eine Stelle am Johnson Space Center (JSC) der NASA antreten. Dazu hatte sie sich für ihre Dissertation selbst unter Zeitdruck gesetzt, denn sie wollte in ihrer Bewerbung unbedingt angeben können, dass sie „Dr.“ sei.

Im Oktober 1986 wechselte Whitson als wissenschaftliche Mitarbeiterin ans JSC. Zunächst arbeitete sie für den Nationalen Forschungsrat der USA (National Research Council), danach leitete sie eine Forschungsgruppe von KRUG International, eine Firma, die im Auftrag der NASA die medizinische Abteilung des JSC führt. Seit Herbst 1989 war sie direkt für das JSC tätig. Sie war technische Leiterin des biochemischen Labors, als sie ein Experiment für die japanische Spacelab-Mission STS-47 entwickelte: es flog acht Tage im September 1992 und erforschte das Knochenwachstum. Anschließend wurde sie zur Projektwissenschaftlerin des Shuttle-Mir-Programms berufen. Daneben war sie bis 1997 außerordentliche Assistenzprofessorin an der University of Texas.

Ab 1993 war Whitson drei Jahre lang stellvertretende Leiterin der medizinischen Abteilung des JSC und die letzten zwei Jahre (1995-1996) Vizevorsitzende der russisch-amerikanischen wissenschaftlichen Arbeitsgruppe.

Astronautentätigkeit

Es war die erste Mondlandung, die auf die Grundschülerin Whitson 1969 einen tiefen Eindruck gemacht hat. Als Astronaut auf dem Mond herumzulaufen, müsse großartig sein, dachte sie. Dies war für sie der Auslöser, ins All fliegen zu wollen. Ihr Berufswunsch erhielt neue Nahrung, als neun Jahre später erstmals Frauen ins Astronautenkader aufgenommen wurden.

Whitson wurde mit der 16. Astronautengruppe der NASA im Mai 1996 der Öffentlichkeit vorgestellt. Die zweijährige Grundausbildung zum Missionsspezialisten begann Mitte August 1996 im JSC. Danach wurde sie aufgrund ihrer Reputation nach Russland geschickt. Beruflich hatte sie seit 1989 immer wieder dort zu tun. Diesmal bestand ihre Aufgabe im Schreiben der zweisprachigen Handbücher für die ISS und den im Juri-Gagarin-Kosmonautentrainingszentrum trainierenden US-Raumfahrern beratend zur Seite zu stehen.

Danach bereitete sich Whitson auf ihren ersten Raumflug vor. Sie wurde sofort für eine Langzeitmission ausgewählt. An Bord von STS-111 startete sie mit ihrem Kommandanten Korsun und dem Bordingenieur Treschew zur Internationalen Raumstation (ISS). Die drei bildeten die 5. Langzeitbesatzung, die ab Juni 2002 auf der Station arbeitete. Am 16. August verließ Whitson mit Korsun für Außenarbeiten die ISS. In viereinhalb Stunden montierten sie sechs Schilde zum Schutz gegen Mikrometeoriten. Einen Monat später wurde sie zum ersten ISS-Wissenschaftsoffizier ernannt. Die NASA wollte dadurch die Forschung auf der Raumstation mehr in den Vordergrund stellen. Nach 178 Tagen kehrten die drei mit STS-113 wieder zur Erde zurück.

Im Sommer 2003 verbrachte Whitson zusammen mit den Astronauten Clayton Anderson und Garrett Reisman sowie drei weiteren Freiwilligen eineinhalb Wochen im Unterwasserlabor „Aquarius“. Diese Exkursion fand im Rahmen des NEEMO-Programms statt. Seit Jahren führt die US-Raumfahrtbehörde diese „NASA Extreme Environment Mission Operations“ durch. NEEMO bietet eine gute Vorbereitung auf den Raumflug, weil die Verhältnisse ähnlich sind: man muss mit mehreren Personen für eine bestimmte Zeit auf engstem Raum zusammen leben, man muss mit den Ressourcen auskommen und Probleme müssen ohne Hilfe von Außen gelöst werden.

Danach wurde Whitson zur Vizechefin des Astronautenbüros ernannt. Ab März 2005 leitete sie ein halbes Jahr die Abteilung ISS-Betrieb am JSC und trainierte seit Ende 2005 für ihren nächsten Flug. Sie befand sich als Kommandantin in der Ersatzmannschaft der Expedition 14.

Im Februar 2007 wurde sie offiziell zur Kommandantin der Expedition 16 berufen, deren Start am 10. Oktober 2007 erfolgte. Damit war sie gleichzeitig erster weiblicher Kommandant der ISS. Die Rückkehr erfolgte nach 192 Tagen am 19. April 2008.

Privates

Whitson ist mit Dr. Clarence F. Sams verheiratet und kinderlos.

Siehe auch

Weblinks


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