Pseudorinderpest

Pseudorinderpest

Die Pest der kleinen Wiederkäuer (Pseudorinderpest) ist eine, vor allem in Afrika vorkommende Viruserkrankung der kleinen Wiederkäuer (Schafe und Ziegen). Sie ist eine anzeigepflichtige Tierseuche.

In Europa wurden bislang keine Fälle beobachtet, allerdings gibt es seit 1999 regelmäßige Ausbrüche in der Türkei, so dass die Gefahr der Einschleppung besteht. Im Sommer 2008 wurden zahlreiche Fälle der Krankheit zum ersten Mal in Marokko beobachtet.[1] Das bedeutet, dass das natürliche Hindernis in Form der Sahara nicht mehr schützt.

Inhaltsverzeichnis

Erreger

Der Erreger der Pest der kleinen Wiederkäuer ist das Peste des petits ruminants virus (PPRV) aus der Gattung Morbillivirus. Antigenetisch ist es eng mit dem Virus der Rinderpest verwandt.

Die Übertragung erfolgt durch direkten oder indirekten Kontakt mit viruskontaminierten Ausscheidungen infizierter Tiere.

Klinisches Bild

Stomatitis

Die Erkrankung ähnelt weitestgehend der Rinderpest. Die Inkubationszeit beträgt etwa fünf Tage. Die Erkrankung beginnt mit Fieber und Fressunlust. Bald darauf bilden sich eine nekrotische Entzündung der Maulschleimhaut, Nasen- und Augenausfluss und schließlich ein starker Durchfall.

Die Pest der kleinen Wiederkäuer verläuft bei Ziegen meist dramatischer als bei Schafen und führt bei etwa 90 % der Ziegenlämmer zum Tod. Die generelle Sterblichkeitsrate variiert zwischen 10 und 90 %. Bei Rindern löst das Virus eine subklinische Erkrankung aus.

Diagnose

In Endemiegebieten kann aufgrund des klinischen Bildes bereits eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Sie muss durch Isolierung und Nachweis des Virus oder durch einen Anstieg der Antikörper im Serum bestätigt werden. Vom Virus der Rinderpest kann es durch einen Kreuzneutralisationstest unterschieden werden.

Bekämpfung

Die Pest der kleinen Wiederkäuer ist wie die Rinderpest anzeigepflichtig. Außerhalb der Endemiegebiete werden keine Behandlungen vorgenommen, sondern infizierte Tiere getötet. Ein spezifischer Impfstoff existiert nicht. In den Endemiegebieten Westafrikas werden allerdings mit Erfolg Rinderpestimpfstoffe eingesetzt.

Hinweise

  1. http://www.oie.int/wahid-prod/reports/en_imm_0000007212_20080723_152013.pdf.
Gesundheitshinweis
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