Roel van Duyn

Roel van Duyn

Roeland Gerrit Hugo (Roel) van Duijn (* 20. Januar 1943 in Den Haag) ist ein niederländischer Politiker, politischer Aktivist und Autor. Er begründete die Provo- und die Kabouter-Bewegung. Er war Stadtrat der Politieke Partij Radikalen und ist zurzeit Deelgemeente-Abgeordneter für die GroenLinks.

Leben

Van Duijn wurde in eine anthroposophische Familie in Den Haag geboren. Er ging zur einer Montessori-Schule und beendete seine Schullaufbahn mit Spezialisierung auf Buchstaben 1963. In Den Haag war er in der Friedensbewegung aktiv und organisierte Sit-Ins gegen die Atombombe. Er war dort Herausgeber des anarchistischen Magazins „De Vrije Socialist“. Zusammen mit Martin Ananar, Rob Stolk und Frank Nieuenhuizen gründete Roel van Duijn im April 1965 die Provo-Bewegung und die Provo-Zeitschrift.

Nach dem Abschluss ging er nach Amsterdam und studierte Politische Wissenschaft und Geschichte. 1969 gründete er die ökologisch orientierte Kabouterbewegung und nahm am „Oranjevrijstaat“ (Oranje-Freistaat) teil. Am 17. April 1970 wurde er kurzzeitig vom Rechtsradikalen Joop Baank entführt, wovon er die Polizeibehörden später nicht in Kenntnis setzte.

1973 wurde er Mitglied der progressiven Partei Politieke Partij Radicalen und wurde mit deren Mandat 1974 Stadtrat. Er wies den zur Verfügung gestellten Dienstwagen zurück und ließ sich ein Dienstfahrrad geben. Am 15. Februar 1975 wurde von Rechtsradikalen, unter ihnen Baank, eine Bombe in der U-Bahn-Station Vensterpolder gelegt, die zu dieser Zeit im Bau war. Die Behörden verdächtigten linke Hausbesetzer der Tat und van Duijn war das einzige lokale Regierungsmitglied, das sich weigerte, eine Anklageschrift zu unterzeichnen. Seine Amtsperiode als Stadtrat endete im Januar 1976. Während der Zeit in der Lokalregierung gingen einige Initiativen etwa für Erneuerbare Energie, lokales Kabelnetz und das lokale Gemeindefernsehen SALTO von ihm aus.

1977 wurde er Biobauer, gründete einen Käsehof in Veele, Kreis Vlagtwedde, und bekam zwei Söhne. 1981 ging er zurück nach Amsterdam. 1983 verkaufte er seinen Hof in Veele. Ein Jahr später kandidierte er für die Green Progressive Accord, einer Kombinationsliste von PPR, Niederländischer Kommunistischer Partei und Pazifistischer Sozialistischer Partei, für das europäische Parlament. Er bekam kein Mandat und wurde als politischer Berater Mitglied der Parlamentarischen Fraktion. Doch kurz darauf überwarf sich van Duijn mit der PPR. Er verließ die Partei, um sich den Grünen anzuschließen. 1989 kandierte er auf Platz 1 deren Liste bei der nationalen Wahl. Er bekam kein Mandat.

1996 wurde van Duijn zum zweiten mal Stadtrat, diesmal für die Grünen. 1999 wurde er Provinzrat in Nordholland. 2001 trat er GroenLinks bei. Vergeblich hatte er zuvor eine Zeitlang für den Zusammenschluss von Grünen und GroenLinks plädiert. 2006 wurde er lokales Ratsmitglied in Amsterdam Oud Zuid.

Literatur

  • Duyn, Roel van: Die Botschaft eines weisen Heinzelmännchens: Das politische Konzept der Kabouter. Eine Betrachtung über das philosophische Werk von Peter Kropotkin in Verbindung mit der heutigen Wahl zwischen Katastrophe und Heinzelmännchenstadt. (Raubdruck) Wuppertal: Jugenddienst-Verlag 1971
  • Roel van Duijn, „Einleitung ins provozierende Denken u.a.“, Oberbaumpresse, Berlin 1966 und Libertad-Verlag, Berlin 1983
  • Roel van Duijn, „Aufruf an dass internationale Provotariat“. Oberbaumpresse, Linkeck-Almanach.

Weblinks


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