Slash (Musiker)

Slash (Musiker)
Slash (2005)

Slash (* 23. Juli 1965 in Hampstead, London, England; eigentlich Saul Hudson) ist ein US-amerikanischer Rockmusiker (Gitarrist) britischer Herkunft. Hudson wurde vor allem mit der Rockband Guns N’ Roses bekannt, in welcher er von 1985 bis 1996 Leadgitarrist war. Hudson spielt auch Gitarre bei der Band Velvet Revolver. 2010 veröffentlichte er sein erstes Solo-Album Slash.

Inhaltsverzeichnis

Leben

Slash (2007)

Saul Hudson wuchs laut eigenen Angaben als Kind einer afro-amerikanischen Mutter und eines englischen Vaters in England auf[1]. Beide Eltern arbeiteten in der Unterhaltungsindustrie: Hudsons Mutter schneiderte Kostüme für Künstler wie David Bowie, der Vater gestaltete Albumcover für Musiker wie Neil Young oder Joni Mitchell. Als er elf Jahre alt war, trennten sich die Eltern und Hudson zog mit seiner Mutter nach Los Angeles. Slash besuchte dort die Beverly Hills High School zusammen mit anderen späteren Künstlern wie Lenny Kravitz und Nicolas Cage.

Als Jugendlicher fuhr er BMX und gewann in dieser Disziplin einige kleinere Preise. Im Alter von 16 Jahren bekam er seine erste Akustikgitarre, auf der er das Gitarrenspiel schnell erlernte. Erste musikalische Einflüsse waren Gitarristen wie Rory Gallagher, Eric Clapton, Jimi Hendrix und Jeff Beck, aber auch Rockbands wie Led Zeppelin, The Rolling Stones, Queen und Aerosmith. Eines der ersten Lieder, die Slash lernte, war Smoke on the Water von Deep Purple. Er begann, seine gesamte Zeit dem Gitarrenspiel zu widmen, worunter seine schulischen Leistungen litten. In der elften Klasse brach er die Schule ab und gründete die ersten Bands. Als Teil der Musikerszene von Los Angeles lernte Slash den Schlagzeuger Steven Adler kennen, mit dem er die Band „Road Crew“ gründete. Diese wurde jedoch lediglich durch ihre ständigen Besetzungswechsel bekannt, wobei Slash und Adler die einzigen Konstanten blieben.

Nachdem Slash und Adler ein Demotape des Gitarristen Izzy Stradlin erhielten, auf welchem auch Axl Rose als Sänger zu hören war, vereinbarten die Musiker ein Treffen. Stradlin und Rose hatten ihrerseits Probleme, die Band „Hollywood Rose“ zusammenzuhalten: Gitarrist Tracii Guns und Schlagzeuger Rob Gardner fanden sich außerstande, Konzerte mit „Hollywood Rose“ zu geben, worauf Slash und Adler zunächst als Aushilfe einsprangen. Nach den ersten erfolgreichen Auftritten fusionierten beide Bands zu „Guns N’ Roses“; Plattenaufnahmen und Welttourneen folgten. Guns N' Roses wurden zu einer der erfolgreichsten Rockbands der ausgehenden 1980er und beginnenden 1990er. Die Tournee zu dem Doppelalbum „Use Your Illusion“ galt bis dato als längste Tour, die eine Band je angetreten hat. Zwischen dem ersten Auftritt im Jahre 1991 und dem letzten im Oktober 1993 gaben Guns N' Roses weltweit über 300 Konzerte. Nach der Welttournee nahm Slash die US-amerikanische Staatsbürgerschaft an.

Im Jahr 1996 verließ Slash Guns N' Roses, nachdem es zu Spannungen in der Band, speziell um Axl Rose gekommen war. Bereits zuvor im Jahr 1994 hatte Slash die Band „Slash's Snakepit“ gegründet, mit der er bis zu ihrem Ende im Jahr 2001 zwei Alben einspielte. Der Kontakt zu den übrigen Mitgliedern von Guns N' Roses riss zu dieser Zeit nie ganz ab, weshalb auch Musiker wie Duff McKagan (Bass) und Matt Sorum (Nachfolger von Adler als Schlagzeuger bei Guns N' Roses) auf der ersten Platte von „Slash’s Snakepit – It’s Five O’Clock Somewhere“ zu hören sind. Weiter gründete Slash die Band „Slash’s Blues Ball“, bei der er alte Bluesrockklassiker nachspielte. Die Band gab einige Konzerte, nahm aber keine Platte auf.

Slash bei Velvet Revolver

Nach einem gemeinsamen Benefizkonzert im Jahr 2002 gründeten die Ex-Guns N' Roses Musiker Hudson, McKagan und Sorum zusammen mit dem früheren Sänger der Stone Temple Pilots, Scott Weiland, und dem Gitarristen Dave Kushner (Ex-Suicidal Tendencies) die Band Velvet Revolver, in der Slash bis heute aktiv ist. Im September 2005 erwies der Spielwaren-Hersteller McFarlane Toys Slash seine Referenz, als er eine realitätsgetreue Miniatur-Skulptur des Musikers veröffentlichte.

Über Slashs Privatleben ist nur wenig bekannt. Slash war fünf Jahre lang mit Schauspielerin und Model Renee Suran verheiratet. Die beiden trennten sich schließlich 1997. Drei Jahre später heiratete er Perla Ferrar, mit der er zwei Söhne hat und bis heute zusammenlebt. Im November 2007 erschien seine Autobiografie Slash.

Im Jahr 2010 spielte Slash zusammen mit Tom Morello bei Cypress Hills neuem Album Rise Up die Songs „Rise Up“ und „Shut 'Em Down“.[2]

Equipment

Slash spielt hauptsächlich Gitarren des Typs Les Paul der Marke Gibson. Sein extensiver Gebrauch dieses Modells seit den Anfangstagen von Guns N' Roses führte regelrecht zu einem Boom dieses Modells und legte den Grundstein für eine enge Partnerschaft mit der Firma, die ihm bis heute mehrere Signaturmodelle widmete.[3]

Slash ist ebenfalls für seine enge Verbindung mit dem britischen Verstärkerhersteller Marshall bekannt, der ihm 1996 als erstem Künstler überhaupt in der Firmengeschichte eine Verstärkerserie widmete.[4] 2010 brachte Marshall mit dem AFD100 einen weiteren Slash Signature Verstärker heraus. Der Name AFD setzt sich aus den Initialen des ersten Guns n' Roses Albums A(ppetite) F(or) D(estruction) zusammen, für dessen Aufnahmen Slash einen modifizierten Verstärker von Marshall benutzte. Den Klang dieses Verstärkers zu reproduzieren war der Grund für die Entwicklung des AFD100.[5]

Soloalbum

Im April 2010 veröffentlichte er sein erstes Solo-Album mit dem Namen Slash, auf welchem er mit vielen Rockgrößen (u.a. Duff McKagan, Andrew Stockdale, Iggy Pop, Ozzy Osbourne, Kid Rock, Fergie und Myles Kennedy) zu hören ist. Das Album erreichte Platz 4 der deutschen Charts.

Als Gastmusiker

Im Video- und Computerspiel Guitar Hero III – Legends of Rock hat Slash einen Gastauftritt als einer von drei Bossgegnern. Dafür wurde ein „Battle“ von Slash komponiert und eingespielt. Außerdem stand er für viele der Animationen Modell.

Neben seinen Bands und Soloprojekten ist Slash in der Vergangenheit auch häufig als Gitarrist für andere Künstler tätig geworden. Diese Gastauftritte umfassen dabei so unterschiedliche Künstler wie Lenny Kravitz, Michael Jackson oder Brian May. Dabei kam es sowohl zu Gastauftritten bei Konzerten als auch als Gastmusiker für ein Musikalbum. Folgend eine Liste seiner Gastauftritte, die für ein Album verwendet wurden:

Künstler Album Jahr Lied
Alice Cooper (diverse Alben) Hey Stoopid
Lost in America
Only Women Bleed
Elected
Under My Wheels
Vengeance Is Mine
BLACKstreet Fix 1997 Fix
Bob Dylan Under the Red Sky 1990 Wiggle Wiggle
Boz Scaggs The Concert for the Rock
Roll
1996 Red House
Brian May Resurrection 1993 Tie Your Mother Down (live)
Brian Tyler The Fast and the Furious: Tokyo Drift 2006 Mustang Nismo
Brüno Brüno 2009 Dove of Peace
Carole King Carole King in Concert 1994 Locomotion
Carmine Appice Carmine Appices Guitar Zeus 1995 Where You Belong
Carole King Colour of Your Dreams 1993 Hold Out for Love
Cheap Trick Silver 2001 You're All Talk
Chic Chic Live at the Budokan 1996 Le Freak
Stone Free
Daughtry Daughtry 2006 What I Want
Derek Sherinian Blood of the Snake 2006 In the Summertime
Doro Pesch Calling the Wild 2000 Now or Never
Duff McKagan Believe In Me 1993 Believe in Me
Just Not There
Elan Street Child 2003 Street Child
Ella El 1998 Bayangan
Gilby Clarke Pawnshop Guitars 1994 Cure Me … or Kill Me …
Tijuana Jail
Graham Bonnet The Day I Went Mad 1999 Oh! Darling
Iggy Pop Brick by Brick 1990 Home, Butt Town, Pussy Power
My Baby Wants to Rock
N' Roll
Insane Clown Posse The Great Milenko 1997 Halls of Illusions
J Pyromania 1997 But You Said I'm Useless
Lenny Kravitz Mama Said 1991 Always on the Run
Fields of Joy
Marta Sánchez Azabache 1997 Moja mi corazon
Matt Sorum Hollywood Zen 2003 The Blame Game
Michael Jackson Dangerous 1991 Black or White
Give In to Me
HIStory 1995 D.S.
Blood on the Dance Floor:
HIStory in the Mix
1997 Morphine
Invincible 2001 Privacy
Motörhead March or Die 1992 You Better Run
I Ain't No Nice Guy
MSG Temple of Rock 2011
Paul Rodgers Muddy Water Blues:
A Tribute to Muddy Waters
1993 The Hunter
In Concert:Merchants of Cool (LIVE) 2002 Wishing Well
Crossroads
Puff Daddy In Concert:NetAid (LIVE) 1999 It's All About the Benjamins
Ray Charles More Music from Ray 2005 Baby Let Me Hold Your Hand
Ray Charles Sings for America 2002 God Bless America Again
Rihanna Rated R 2009 Rockstar 101
Rod Stewart Human 2001 Human
I Can’t Deny It 2001 Peach
Stone Free (Various Artists) A Tribute to Jimi Hendrix 1994 I Dont Live Today
Teddy Andreadis Innocent Loser 1996 Innocent Loser
Shotgun Shack
The Outpatience Anxious Disease 1996 Anxious Disease
(Tribute to Led Zeppelin) Stairway to Heaven 1997 Communication Breakdown
Sammy Hagar Marching to Mars 1997 Little White Lie
Sam Kinison Have You Seen Me Lately 1988 Wild Thing
Leader of the Banned 1990 Highway to Hell
Spinal Tap Break Like the Wind 1992 Break Like the Wind
Steve Lukather Santamental 2003 Broken Heart for Christmas
Edgar Winter Rebell Road 2008 Rebell Road
Yardbirds Birdland 2003 Over, Under, Sideways, Down

Diskographie (Auswahl)

Chartplatzierungen
(vorläufig)
Vorlage:Infobox Chartplatzierungen/Wartung/vorläufige Chartplatzierung Erklärung der Daten
Alben
Slash
  DE 4 23.04.2010 (… Wo.)
  AT 1 23.04.2010 (… Wo.)
  CH 3 18.04.2010 (… Wo.)
  UK 17 17.04.2010 (… Wo.)
  US 3 24.04.2010 (… Wo.)
Singles
Rockstar 101 (mit Rihanna)
  US 64 14.08.2010 (5 Wo.) [6]
Beautiful Dangerous (feat. Fergie)
  DE 90 11.02.2011 (1 Wo.)

[6]

Alben

Singles

mit Guns N' Roses

mit Slash’s Snakepit

  • It’s Five O’Clock Somewhere (1995)
  • Ain’t Life Grand (2000)

mit Velvet Revolver

  • Contraband (2004)
  • Libertad (2007)

Literatur

Weblinks

 Commons: Slash – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

  1. Interview with Slash. In: BBC Channel 5 (Hrsg.): Live from Studio Five. May 28, 2010.
  2. Laut.de: Cypress Hill: Rückkehr mit Snoop und Tom Morello
  3. http://www2.gibson.com/Products/Electric-Guitars/Les-Paul/Gibson-Custom/Slash-Les-Paul.aspx
  4. http://www.marshallamps.de/equipment/2555SL-%28milestones%29--303
  5. http://www.afd100.com/the-afd-story/
  6. a b Rockstar 101 (Rihanna feat. Slash) in den US-Charts

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