Stefanyshyn-Piper

Stefanyshyn-Piper
Heidemarie Stefanyshyn-Piper
Heidemarie Stefanyshyn-Piper


Land (Behörde): USA (NASA)
Datum der Auswahl: 1. Mai 1996
(16. NASA-Gruppe)
Anzahl der Raumflüge: 2
Start erster Raumflug: 9. September 2006
Landung letzter Raumflug: 30. November 2008
Gesamtdauer: 27d 15h 36min
EVA-Einsätze: 5
EVA-Gesamtdauer: 33h 42min
Ausgeschieden: aktiv
Raumflüge

Heidemarie Martha „Heide“ Stefanyshyn-Piper (* 7. Februar 1963 als Heidemarie Martha Stefanyshyn in Saint Paul, Minnesota, USA) ist eine US-amerikanische Astronautin.

Inhaltsverzeichnis

Ausbildung

Stefanyshyn-Piper wuchs in Saint Paul, der Hauptstadt des US-Bundesstaates Minnesota, auf. Sie ist das Kind von Einwanderern: ihr inzwischen verstorbener Vater Michael Stefanyshyn war gebürtiger Ukrainer, während ihre Mutter Adelheid deutsche Wurzeln hat. Stefanyshyn-Piper stammt aus einem religiösen Elternhaus; sie besuchte die private katholische Cretin-Derham Hall High School in Saint Paul und war Mitglied der ukrainischen Pfadfinderorganisation „Plast“. Nach ihrem Abitur 1980 studierte sie mit Unterstützung der US-Navy am Massachusetts Institute of Technology in Boston Maschinenbau und schloss dieses Studium 1984 mit dem Bachelor und 1985 mit dem Master.

Militärische Laufbahn

Nach ihrer Ausbildung nahm Stefanyshyn-Piper ihren aktiven Dienst in der Navy auf. Am Naval Diving and Salvage Training Center in Panama City (Florida) ließ sich sie zur Marine- und Bergungstaucherin ausbilden. Einige Jahre arbeitete sie dann auf dem Gebiet der Instandsetzung und Bergung von Schiffen. Auf dem im November 1986 in Dienst gestellten Bergungskreuzer „USS Grapple“ nahm sie an einem Fortbildungskurs zur Kampftaucherin teil. Während dieser Zeit war sie an zwei Bergungsmissionen beteiligt, die international für Aufsehen sorgten: Ende August 1988 wurde das an der Oberfläche fahrende peruanische U-Boot „BAP Pacocha“ kurz vorm Erreichen seines Zielhafens von einem japanischen Fischtrawler vor der heimatlichen Küste gerammt und sank innerhalb von fünf Minuten. Die Marinetaucher von Peru und USA benötigten elf Monate, um das U-Boot zu bergen. Anfang März 1989 lief der Öltanker „Exxon Houston“ vor der Küste Hawaiis auf Grund. Über 440.000 Liter Rohöl liefen vor der Insel Oahu aus, bevor der Havarist freigeschleppt werden konnte.

Stefanyshyn-Piper arbeitete ab September 1994 am Naval Sea Systems Command in Arlington (Virginia) und koordinierte die Bergungs- und Instandsetzungsaktivitäten für die amerikanische Marine.

Astronautentätigkeit

Ihr Berufsziel war Marinepilotin. Ein nicht bestandener Augentest ließ sie jedoch scheitern. Nach einem Jahrzehnt als Taucherin bewarb sie sich bei der NASA - mit Erfolg.

Stefanyshyn-Piper gehörte zur 16. Astronautengruppe zur NASA, die mit einer Stärke von 35 Kandidaten die größte Gruppe seit den legendären „Thirty Five New Guys“ von 1978 bildete. Aus 2.432 Anwärtern, die den formalen Auswahlkriterien entsprachen, gingen 123 Finalisten hervor, die zwischen Oktober 1995 und Februar 1996 das Johnson Space Center (JSC) in Houston (Texas) besuchten, um Bewerbungsgespräche zu führen und medizinisch untersucht zu werden. Stefanyshyn-Piper stellte sich mit der zweiten Finalistengruppe Anfang November 1995 der Auswahlkommission vor.

Mitte August 1996 begann die 16. Gruppe ihre zweijährige Grundausbildung im JSC. Danach war Stefanyshyn-Piper eine vollwertige Missionsspezialistin. Zunächst wurde sie den Unterstützungsmannschaften zugeteilt und half den Shuttle-Besatzungen am Starttag beim Einstieg in die Raumfähre. Anschließend war sie im Astronautenbüro Ansprechpartnerin für potentielle Experimentatoren, die Versuche an Bord der ISS planten.

STS-115

Im Februar 2002 erhielt Stefanyshyn-Piper ihren ersten Einsatzbefehl für einen Raumflug. Nach über vierjähriger Vorbereitungs- und Wartezeit startete sie am 9. September 2006 zur Mission STS-115. Hauptnutzlast der Atlantis war das 16 Tonnen schwere Element P3/P4, mit dem die Raumstation erweitert wurde. Während der Mission unternahm Stefanyshyn-Piper zusammen mit Joe Tanner zwei Außenbordeinsätze von zusammen 13 Stunden. Sie montierten P3/P4 am P1-Träger, stellten alle notwendigen Verbindungen her und aktivierten ein Kühlsystem. Der Flug ging nach zwölf Tagen zu Ende.

STS-126

Am 15. November 2008 startete Stefanyshyn-Piper mit STS-126 zu ihrem zweiten Raumflug. Bei diesem Flug übernahm sie drei Außenbordeinsätze, beim ersten verlor sie die Kontrolle über ihre Werkzeugtasche, die ins All schwebte und von der Erde aus sichtbar ist.

Familie

Stefanyshyn-Piper und ihr Mann Glenn haben einen Sohn.

Siehe auch

Quellen


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