Bar Fine

Bar Fine

Der Begriff Bar Fine (oft auch barfine geschrieben) heißt übersetzt in etwa „Hausgebühr“ oder „Hausablöse“ in den für ausländische Sextouristen vorgesehenen Lokalen. Bezeichnet wird damit eine Zahlung an einen Beer Bar- oder Go Go Bar-Besitzer (durch Angestellten oder Kunden) wodurch dem Angestellten erlaubt wird, vorzeitig die Bar zu verlassen, gewöhnlich um den Kunden zu begleiten. Diese Zahlungsform tritt typisch in der Prostitution Thailands und der Philippinen auf. In Pattaya wird der vom ausländischen Sextouristen bezahlte Betrag zwischen Barbesitzer und ausgelöster Angestellter geteilt, während der im Anschluss vereinbarte Hurenlohn vollständig Einkommen der Prostituierten darstellt.

Während - wegen des grundsätzlichen Verbots der Prostitution - anderer Bordellbetrieb in diesen asiatischen Ländern offiziell strafrechtlich verfolgt wird, aber wegen der seit Jahrhunderten in der thailändischen Gesellschaft sehr populären Prostitution nicht durchgesetzt werden kann (Doppelmoral), so ist die Verwendung einer Bar Fine als Vermittlungsgebühr an Ausländer erlaubt oder zumindest weitläufig toleriert. Innerhalb der Bar darf hier auch keine sexuelle Leistung stattfinden, die Bar Fine selbst beinhaltet auch nicht den Preis der sexuellen Leistung - diese muss erst danach mit der Prostituierten ausgehandelt werden. Nur in einigen wenigen Rotlichtbezirken der Philippinen (Angeles) findet man Lokale, in denen der Gesamtpreis mit dem Barbetreiber ausgehandelt wird.

In Ländern mit legaler Prostitution (einschließlich Deutschland) ist die Vermittlung der Prostituierten anders geregelt, wodurch ein System einer Bar Fine keinen Rückhalt findet. Stattdessen anzutreffen sind Mietgebühren von Zimmern, etwa als Tagesgebühr in Bordellen oder Zeitgebühr in Stundenhotels.

Die Höhe der Bar Fine Ablöse in Thailand (in Rotlichtbezirken von Nana Plaza / Bangkok oder Pattaya) lag 2008 zwischen 200 - 300 (in Beer Bars) und 500-600 Baht (in Go-Go-Bars), entsprechend zwischen ca. 4 - 12 Euro. Dies versteht sich dort ohne jegliche sexuelle Dienstleistungen, für die nochmals zwischen 1.000 und 2.000 Baht pro Nacht, also ca. 20 - 40 Euro verlangt werden. Zum Vergleich: Das Monatseinkommen eines thailändischen Hotelzimmermädchens oder einer Verkäuferin liegt in der Nähe des gesetzlichen Mindestlohns zwischen ca. 5.000 und 6.000 Baht.

Als umgangssprachliche Synonyme erscheinen im englischen Sprachraum auch "night off" (eine Nacht frei), "buy out" (abkaufen) und im asiatischen Engrish-Slang das "paybar" ('Zahle-Bar').

Eine vergleichbare Form findet sich in manchen lateinamerikanischen Ländern als Salida (etwa "Ausgangsgebühr"). In der Dominikanischen Republik liegt die Spannweite bei 500 bis 1.000 Peso (etwa 12 bis 25 EUR) zwischen den kleinen und hochwertigen Barbetrieben.

Da in den entsprechenden Ländern schon die Zahlung der Hausablöse unzweifelhaft mit Prostitution in Verbindung gebracht wird, haben die US-Streitkräfte zur Wahrung des Ansehens in ihren Ausgangsregeln festgeschrieben, dass schon diese Zahlung gleichgesetzt werde mit der strikt verbotenen Beteiligung an Prostitution und Menschenhandel.


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