Vollgesichtsmaske

Vollgesichtsmaske
Taucher mit Vollgesichtsmaske

Die Vollgesichtsmaske ist eine spezielle Form der Tauchmaske.

Sie ist die wesentliche Tauchmaskenform für das Berufstauchen, wird aber auch beim Technischen Tauchen, beim Eistauchen und mittlerweile verstärkt auch von ambitionierten Hobby- und Freizeittauchern eingesetzt. Im Gegensatz zur regulären Tauchmaske, die nur Nase und Augen umfasst, bedeckt die Vollgesichtsmaske das ganze Gesicht inklusive Ohren und schützt so vor Umwelteinflüssen. Auch die Kommunikation über Sprechfunk wird so ermöglicht, die Wechselatmung allerdings erschwert oder ohne Oktopus unmöglich gemacht. Die Aufteilung der Toträume innerhalb der Maske sind je nach Hersteller und Konstruktionsprinzip unterschiedlich in Anzahl und Gliederung.

Vollgesichtsmasken werden daher von Berufstauchern und Hobbytauchern gerne zum Tauchen in kalten oder verschmutzten Gewässern verwendet. Ein Tauchen etwa in Kläranlagen ist ohne Helmtauchgerät oder Vollgesichtsmaske unmöglich.

Der Lungenautomat ist in der Regel an der Maske befestigt, spezielle Vorrichtungen zum Druckausgleich über die Nase sind bei den meisten Masken vorhanden. Innenmasken oder Spülluft verhindern weitgehend das Beschlagen der Sichtscheibe.

Das breitere Sichtfeld bis zu 180°, der Temperaturschutz, sowie die Unterstützung der natürlichen Atmung durch Nase und Mund machen das Tauchen noch komfortabler, sicherer und ermüdungsfreier. Hersteller wie OCEAN REEF bieten mittlerweile ein Gesamtkonzept unter dem Begriff der "integrierten Maske" an, welches mit Kommunikation, Beleuchtung, Head-up-Display und Trinkeinrichtung beliebig erweitert werden kann.

Eine besondere Bedeutung kommt der Vollgesichtsmaske in Verbindung mit UW-Kommunikation mittlerweile auch in der Tauchausbildung zu. Durch die direkte Ansprache über eine Empfängereinheit des Tauchschülers kann der Tauchlehrer klarere, verbale Anweisungen geben, als es mit reiner Zeichensprache möglich wäre. Ein ständiges Auftauchen an die Oberfläche entfällt.

Eine Episode in der technischen Entwicklung blieb die Vollgesichts-Schnorchelmaske. Hierbei handelte es sich um eine Tauchermaske, die das gesamte Gesicht bedeckte, an die aber statt eines Lungenautomaten ein oder sogar zwei Schnorchel fest montiert waren. Wegen des großen Totraums bestand hier eine große Gefahr der Pendelatmung, die zur Ohnmacht des Trägers führen konnte.

Die bereits früh entwickelten Vollgesichtsmasken sind wahlweise und bis heute, technisch wie entwicklungsgeschichtlich:

  • ein Umbau regulärer militärischer oder kommerzieller Gasmasken,
  • eine größere Version der regulären Tauchermaske mit seitlich angebrachtem Lungenautomaten,
  • eine Abart der modernen leichten Taucherhelme, als Vollgesichtsmaske mit starrem Vorderteil und multipler, eher grober Bänderung bzw. Spinne,
  • eine Eigenkonstruktionen bzw. Abarten und Mischformen der vorherigen drei Punkte.

Das Tauchgerät Rouquayrol-Denayrouze konnte ab 1864/65 mit Vollgesichtsmaske verwendet werden. Dieses dürfte die erste Anwendung dieser Maskenbauart gewesen sein, die auch kommerziell ein Erfolg war.

Einzelnachweise

Vollgesichtsmasken im Praxistest Magazin UnterWasserWelt 3.11


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