Zyme

Zyme
Weinrebe (Vitis vinifera)
Sympodium, Monochasium: Jeder Sprossabschnitt endet in einem Blütenstand. Das weitere Wachstum wird durch eine aus der Blattachsel entspringende Seitenachse fortgesetzt. Die blühende „Scheinachse“ setzt sich hier also aus mindestens vier einander sukzessive ablösenden Seitenachsen zusammen.

Ein Sympodium ist ein Verzweigungsmodus der Gefäßpflanzen, bei dem das weitere Wachstum der Sprosse nicht von der Hauptachse sondern von subterminalen Seitenachsen fortgesetzt wird. Die Hauptachse wird dabei meist - aber nicht in allen Fällen - durch die Bildung eines endständigen Blütenstands oder einer Blüte aufgebraucht.

Wenn das weitere Wachstum von zwei etwa gleich kräftigen Seitenachsen übernommen wird, spricht man von einem Dichasium. Ein Monochasium liegt vor, wenn nur eine einzige Seitenachse das weitere Wachstum übernimmt. Diese richtet sich dabei fast immer in derselben Richtung aus wie die übergipfelte Hauptachse, erschöpft sich dann bald selbst und wird wiederum von einer weiteren Seitenachse übergipfelt. Ein solches Monochasium setzt sich also aus verschiedenen sukzessive miteinander verketteten Seitenachse zusammen und ist auf den ersten Blick meist kaum von einem Spross mit durchlaufender Hauptachse unterscheidbar. Es entsteht dabei eine „Scheinachse“. Bei genauerem Hinsehen ist ein Monochasium an der Anordnung der Blätter zu erkennen. Da Seitenachsen immer aus der Achsel eines Blattes entspringen, stehen bei einem Monochasium die Blätter an der „Scheinachse“ (scheinbar) den Blütenständen gegenüber. Bei durchgehender Hauptachse wären dagegen die Blütenstände in den Achseln der Blätter zu finden.

Ein bekannter Vertreter dieser Verzweigungsform ist die Weinrebe.

Zymen

Sympodiale Blütenstandsformen: A Dichasium, B Wickel, C Schraubel
Der Blütenstand des Echten Beinwells ist wie der vieler Raublattgewächse ein Doppelwickel.

Tritt dieser Verzweigungsmodus in einem Blütenstand auf, und endet die jeweilige Hauptachse mit einer Blüte, so spricht man von einer Zyme oder einem zymösen Blütenstand. In diesem Fall unterscheidet man bei Monochasien noch zwischen dem Fall, dass alle Seitenachsen zu einer Seite weggehen - in diesem Fall spricht man von einem Schraubel, da die scheinbare Hauptachse dann oft schraubig eingerollt zu sein scheint - und dem Fall, dass die Seitenachsen abwechselnd nach links und rechts weggehen. Im letzteren Fall spricht man von einem Wickel.

Abgesehen vom Monochasium und vom Dichasium kann hier auch noch der Fall eines Pleiochasiums auftreten, bei dem sich unter der abschließenden Blüte der Hauptachse mehrere Seitenäste bilden. In diesem Fall ist die Anzahl der Seitenäste im oberen Teil des Blütenstandes oft reduziert, so dass das Pleiochasium in ein Dichasium übergeht.

Allerdings wird die Nomenklatur der zymösen Blütenstände recht unterschiedlich gehandhabt. Diese Darstellung folgt Botanik Online[1] bzw. Schmeil-Fitschen[2]. Nach Rothmaler[3] bezeichnet "Wickel" beispielsweise ein Monochasium, bei dem die Seitentriebe alle auf derselben Seite liegen, und an jedem Knoten zwei Blüten sitzen, so dass eine eingerollte Doppelreihe Blüten entsteht.

Je nach Autor werden weitere zymöse Blütenstände unterschieden, beispielsweise "Doppelwickel", "Büschel" oder "Knäuel".

Quellen und Weblinks

Einzelnachweise

  1. Botanik online: Blütenstände
  2. Otto Schmeil, Jost Fitschen, Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. 84. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.
  3. Werner Rothmaler: Exkursionsflora für die Gebiete der DDR und der BRD. Band 2: Gefäßpflanzen, 14. Auflage. Volk und Wissen, Berlin 1988, ISBN 3-060-12539-2

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