Bützflethermoor

Bützflethermoor

Bützflethermoor ist eine kleine Ortschaft in Niedersachsen, die zur Stadt Stade gehört. Sie ist etwa 55 km nordwestlich von Hamburg, Luftlinie nur 38,5 km entfernt. Bützflethermoor liegt 4 km westlich von Bützfleth und ist mit 0,3 m unter NN einer der tiefstgelegenen Orte Deutschlands.[1] Bützflethermoor bildet die Stadtgrenze von Stade zur Gemeinde Drochtersen und zur Samtgemeinde Himmelpforten und stellt darüber hinaus das Tor ins Kehdinger Land dar.

Inhaltsverzeichnis

Geographie

Geographisch etwas großräumiger betrachtet, liegt Bützflethermoor im Elbe-Weser-Dreieck; kleinräumiger gesehen, zwischen Elbe und Oste und dort wiederum hinter den Elbmarschen direkt am ehemals großen „Kehdinger Moor“. Die Entfernung zum Elbstrand beträgt 4,5 km Luftlinie, zur Oste etwa 10 km. Nach Stade beträgt die Entfernung etwa 6,4 km, und nach Bützfleth sind es nur 3,2 km.

Bützflethermoor gehört zum südlichsten Teil des Kehdinger Landes und ist ein Straßendorf, eine besondere Art des Reihendorfes. Die Häuser und Hofstellen liegen, bedingt durch die Kolonisierung des Moores in früherer Zeit, eng und unmittelbar am Verkehrsweg, der Süderstraße und Norderstraße (K 27), von der noch zwei kleine Gabelungen abgehen, der Schulstieg und die Milchstraße. Die Moorgemeinden liegen alle, von Süden beginnend und nach Norden verlaufend beschrieben, wie Perlen an einer Kette, östlich des ehemals großen „Kehdinger Moores“, an der „Moorstraße“, der K 27, die Stadermoor, Götzdorfermoor, Bützflethermoor, Asselermoor, Ritschermoor, Gauensiekermoor, Drochtersenermoor, Aschhornermoor und Dornbuschermoor verbindet und schließlich auf das T-Stück der ost-westlich verlaufenden B 495 stößt.

Umwelt

Wettern

Der „Bützflether Kanal“ ist ein Entwässerungsgraben (auch Wettern oder Fleth genannt), der das Grünland von Bützflethermoor entwässert.

Der Ursprung dieses größeren Kanals beginnt im „Kehdinger Moor“ (östlich der Süderstraße gelegen), wo durch Drainagen auf den Feldern das Wasser aufgenommen wird und in mehrere kleinere Entwässerungsgräben fließt. Dann, schon zum breiteren Kanal geworden, verläuft er parallel und südlich zur Moorchaussee in Richtung Bützfleth.

Der Kanal tangiert Bützfleth im Norden bei Depenbeck, verläuft dann weiter bis Kreuel und wird dort in die Bützflether Süderelbe eingeleitet, die dann nach etwa 400 m in die Elbe mündet. Der Bützflether Kanal ist auf seinem gesamten Verlauf von 6,5 km mit fünf Pumpwerken bestückt, die das Wasser auf den Wiesen, die früher noch Hochmoor waren, abschöpfen. Da auf das Grünland intensiv Gülle aufgetragen wird, gelangt durch die Entwässerungsgräben dieses belastete Wasser so in die Elbe.

Bützflethermoor und Umgebung früher

Der Name des Ortes „Bützflethermoor“ ist eine topographische Lagebezeichnung, da der Ort zwischen Bützfleth und dem ehemaligen „Kehdinger Moor“ liegt.

Etmymologisch kommt der Name Bützfleth von „Buttesflethe“, so 1060 in der Chronik des Klosters Harsefeld erwähnt, und heißt so viel wie „Butenfleth“, also „Außenfleth" (niederdeutsch bedeutet „Buten“ draußen, außen). 1360 wird der Ort als „Butvlete“ – „am äußeren Fleth“ (Außenfleth) – in einer Familienkunde des Landes Kehdingen erwähnt.

Bützflethermoor ist in der Kurhannoverschen Landesaufnahme des 18. Jahrhunderts, die im Jahr 1769 aufgenommen wurde, noch als „Bützflether Moorstrich“ benannt. „Stadermoor“ hieß zu der Zeit noch „Schölischer Moorstrich“. Beide, Bützflether Moorstrich und Schölischer Moorstrich waren Moordörfer, die direkt nebeneinander am „Kehdinger Moor“ lagen. Zu dieser Zeit waren „Asseler-Sand“, „Kraut-Sand“ und „Bützflether-Sand“, so die damalige Schreibweise, noch wirkliche Inseln, die im „Elbe-Strom“ lagen. Das Bützflethermoor, damals „Bützflether Moorstrich“, lag zwischen Geestrandmoor und den Elbmarschen. Das Kehdinger Moor war zu dieser Zeit und in dem Areal zwischen „Bützflether Moorstrich“ (im Osten) und Burweg bzw. „Ochsenpohl“ (im Westen) nur unterbrochen von kleinen „Geestinseln“, die mitten im Moor lagen. Namentlich waren dies „Die Kleine Villa“ (das heutige „Klein Villah“) und das etwas größere „Hamma“, das heutige „Hammah“. Von Hamma führte ein Stichweg zur Moorinsel, „die große Villa“, die jedoch unbewohnt war und saisonal noch vernässt gewesen sein dürfte und deshalb vielleicht saisonal als Viehweide genutzt wurde.

Im Jahr 1878 (nach der Königlichen Preußischen Landesaufnahme von 1878 im Maßstab 1:25.000) heißt das Bützflethermoor bereits „Bützflether Moor“, es wurde jedoch in zwei Worten geschrieben. Auch Stadermoor wurde in zwei Worten geschrieben und war von Stader-Moorstrich in „Stader-Moor“ umbenannt. Der Ort Götzdorfermoor ist in dieser Karte noch nicht kartiert.

In dieser Zeit gibt es östlich der Süderstraße eine parallel zu ihr verlaufende Straße, der „Schulstieg“, der bis nach Stadermoor verlief und an der auch die Schule von Bützflether Moor lag. Östlich dieser Straße, die ebenso wie die Süderstraße, von Norden nach Süden verlief, lag das „Hochmoor“, genau zwischen Bützflether Moor und Groß Sterneberg, im heutigen im Gebiet der Rotschlammdeponie.

Noch weiter im Osten, Richtung Groß Sterneberg, schloss an das Hochmoor „Das wilde Moor“ an. Beide Moore gehörten zum „Kehdinger Moor“.

Die Moorbauern, die entlang der heutigen Süderstraße und des Schulstiegs siedelten, hatten bis dato nur kleine, höchstens 100 m lange, schmale Streifen, die von ihren Höfen in östliche Richtung (ins Moor) verliefen, landwirtschaftlich nutzbar gemacht. Die weiter im Osten anschließende Fläche dieser landwirtschaftlich genutzten Streifen bestand noch aus ursprünglichem Moor.

Bei der schweren Sturmflut von 1962 wurden große Teil der Grünflächen in Bützflethermoor überschwemmt. Allerdings blieben die Ansiedlungen auf den Wurten unversehrt.

Moor früher und heute

Das Land ist unter dem Meeresspiegel gelegen. In früherer Zeit gab es hier noch ein intaktes Hochmoor, das „Kehdinger Moor“ mit etwa 80 km². Im 13. Jahrhundert war das Kehdinger Moor weitgehend unzugänglich und ließ das begehbare Land als Insel erscheinen. Die beiden Flüsse, Elbe und die Oste, ein Nebenfluss der Elbe, trugen zur Bildung des Hochmoores bei, indem sich glazial Sedimente an den Flussufern ablagerten und das Wasser zwischen den Dämmen nicht ablaufen konnte. Schilf, Rohr und torfbildende Moose siedelten sich an und wurden von Niederschlag gespeist, so dass sich eine mächtige Torfschicht bilden konnte.

Heute ist das „Kehdinger Moor“ ein Überbleibsel, es ist immens geschrumpft und liegt östlich des Dorfkerns. Ein Teil des früher großen „Kehdinger Moores“ liegt zwischen Bützflethermoor und „Groß Sterneberg“; das Kehdinger Moor hat in nur zwei Jahrhunderten einen dramatischen Landschaftswandel erfahren, der noch nicht abgeschlossen ist.

Von der Moorchaussee und von der Süderstraße gehen kleine Stichwege (Feldwege) ab, die an beiden Seiten mit Birken umsäumt sind. Diese liegen etwa 1 m höher als die Wiesen und führen direkt ins Moor, sie haben zum Teil noch die ursprüngliche Höhe aus der Zeit vor der Entwässerung des Moores. Leider ist man heutzutage im Begriff diese malerischen „Moorwege“ zu beseitigen.

Die Moorwege führen hinein in die Wiesen und ins Moor, wo sich die typischen Schwingdecken noch befinden. Sehr vereinzelt gibt es noch auf kleinstem Raum verborgene überschwemmte Wiesentümpel, die im Sommer austrocknen und die typische Moorvegetation, wie z. B. Wollgras und Torfmoose aufweisen, und in denen es noch Moorfrösche gibt. Hochmoortypische Arten erobern sich hier auf kleinstem Raum das Moor zurück. Die intensive Landwirtschaft hat eine Verinselung der Populationen bewirkt.

Der klassische Schichtenaufbau (im Bodenprofil gut zu erkennen) der Moorböden sieht folgendermaßen aus: die oberste und jüngste Schicht besteht aus Weißtorf (helle Torfschicht)und ist etwa 1 m mächtig, sie wurde von 1000 n. Chr. bis heute gebildet. Darunter folgt der Schwarztorf (dunkle Torfschicht), der sich etwa von 2000 v. Chr. bis 1000 n. Chr. formte und ebenfalls etwa 1 m mächtig ist, darunter die Schilftorfschicht, die sich zzt. der Niedermoorbildung formte, darunter wiederum befindet sich der „gewachsene C-Horizont“, der „gewachsene Sand“.

Durch die früheren Überschwemmungen der Elbe (vor dem Deichbau) sind auch Schichten mit Kleianteilen vorhanden.

Früher hatte man sich gegen die Überflutungen zu schützen, in erster Linie von den Überflutungen, die vom Moor her kamen. Deshalb sieht man die alten Höfe heute noch erhöht in der flachen Landschaft liegen, sie sind auf Lehmlinsen und Wurten, auch Warften genannt, angesiedelt. Wegen der auch heute noch hohen Wasserspeicherung erwärmt sich der Boden im Moor im Frühjahr langsamer.

Heute wird die permanente Entwässerung, sowohl des Bützflethermoores, als auch der umgebenden Orte und Flächen durch ein System von Entwässerungsgräben (Drainagen), den so genannten „Flethen“ mit ihren Pumpstationen getätigt, die vom Bützflether Schleusenverband betrieben werden. Alljährlich, im zeitigen Frühjahr, werden die Flethe tief ausgebaggert. Die Entwässerung des Moores ist das Ergebnis der im Laufe der Zeit immer intensiver betriebenen Landwirtschaft, speziell der Milchwirtschaft.

Durch den Torf-Abbau im Handtorfsticherverfahren in früheren Zeiten und die intensive Landwirtschaft und Massentierhaltung, verbunden mit Entwässerungsmaßnahmen, ist das „intakte Moor“ in Bützflethermoor nicht mehr existent, oder nur an vereinzelten kleinräumigen Stellen zu sehen.

Durch den Entzug von Wasser fehlt dem Moorkörper für das Wachstum das lebensnotwendige Regenwasser und es sterben die torfbildenden wasserspeichernden Moose ab, das Moor trocknet aus, Bäume und Sträucher verdrängten die typischen Moorpflanzen. Landwirtschaftliche Nutzung und das intensive Güllen der Wiesen mit flüssiger Rindergülle in neuster Zeit führte darüber hinaus zur Zersetzung bzw. Zerstörung des Moorbodens und zur weiteren Vernichtung des Moores.

Durch die Intensivlandwirtschaft sind bis heute hohe Nitratgehalte in die Böden gebracht worden, die hohe Belastungen im oberflächennahen Grundwasser, des Grundwassers selbst und eine große Belastung des Trinkwassers darstellen. Diese „diffusen Einleitungen“ sickern in den Boden, landen dann über die Wettern, Bäche und Flüsse schließlich im Meer.

Früher, etwa in den 1950er Jahren, war es noch nicht möglich, von Bützflethermoor in Blickrichtung Osten, nach Groß Sterneberg zu sehen, da die Grünflächen in dieser Region durch das Hochmoor noch höher lagen. Die permanente Entwässerung der Wiesen und des Moorbodens und die damit einhergehende Absenkung des Grundwasserspiegels hat eine Absenkung der Wiesen bewirkt, sodass man heute bereits bis Groß Sterneberg sehen kann.

Die Trockenlegung der Wiesen und des Moores haben auch Auswirkungen auf die Häuser: Ssie senken sich an einigen Stellen. Das ist der Grund, warum manche Häuser in Bützflethermoor einseitig abgesenkt sind und mehr oder weniger windschief aussehen.

Um die Balance des natürlichen Grundwasserspiegels wieder herzustellen und für den Umwelt- und Naturschutz Sorge zu tragen, treten die Naturschützer der Region für Maßnahmen ein, die letztendlich eine Wiedervernässung des Moores einleiten, (Natura 2000), ähnlich dem Projekt der Wiedervernässung des „Hohen Moores“ bei Oldendorf/Niedersachsen, das größtenteils von der EU finanziert wurde.

Wirtschaft

Im Ortskern des Dorfes befindet sich die Gastwirtschaft Hartlef.

Der Ortsteil ist durch die konventionelle Landwirtschaft geprägt. Hier steht vor allem die industrielle Milchproduktion mit der Hochleistungszucht von schwarzbunten Rindern im Vordergrund. Es gibt hier keine ökologische oder biologische Landwirtschaft und wenig Umwelt- und Naturschutz. Bützflethermoor ist mit drei Höfen Station der Niedersächsischen Milchstraße (Hof Jan Plath, Hof Peter Hartlef und Hof Reinhard Haak).

Im Laufe der Zeit haben sich mittlerweile eine große Anzahl von Einwohnern in Bützflethermoor angesiedelt, die Berufe außerhalb der Landwirtschaft ausüben. Da Airbus in Stade-Ottenbek und Hamburg-Finkenwerder (nur 42nbsp;km entfernt) und Dow Chemical auf Bützflether Sand (Stade) mit 1.500 eigenen Mitarbeitern ein attraktiver Arbeitgeber ist, lockt die ländliche Gegend um Stade auch dementsprechende Berufssparten zum „Wohnen im Grünen“ an.

Versorgung

In Bützflethermoor gibt es keine weitere Versorgung (Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten, Bank, Post etc.), das nächstgelegene Versorgungszentrum ist das 4 km entfernte Bützfleth.

Rotschlammdeponie

Koordinaten: 53° 38′ 19″ N, 9° 25′ 4″ O53.6386111111119.4177777777778

Zwischen Bützflethermoor und Stadermoor wurde durch die Firma Aluminium-Oxid Stade (AOS) eine Rotschlammdeponie angelegt. Diese Rotschlammdeponie mit den Ausmaßen von 1.130 m × 1.525 m wurde im Jahr 1973, östlich der Süderstraße, zwischen Bützflethermoor und Stadermoor fertiggestellt. Die Firma „Oxidfabrik der Aluminium Oxid Stade GmbH (AOS)“ wurde 1970/73 im Industriegebiet auf 55 ha in Bützfleth gebaut. Ende 1973 wurde die Produktion aufgenommen. Heute beträgt die Produktion 1.050.000 Tonnen Aluminiumoxid pro Jahr [2]. Die Aluminium Oxid Stade GmbH ist eine Umarbeitungsgesellschaft. Der Rohstoff für die Aluminiumoxidproduktion ist Bauxit, der in Bützfleth angeliefert wird. Das Endprodukt, Aluminiumoxid wird an die Industrie für Elektrolysen verkauft. Auch verschiedene Sorten von Aluminiumhydroxid für unterschiedlichste Industriezweige werden in Bützfleth produziert. Bei der Herstellung von Aluminiumoxid in der Nassoxidation wird ein weißes Hydroxid in getrockneter oder feuchter Form hergestellt. Die beim Aufschluss nicht gelösten Bestandteile des Rohstoffs Bauxit (hauptsächlich mineralische Eisen-, Aluminium-, Silizium- und Titanverbindungen) werden nach einer Wäsche über eine Pipeline zur Rotschlammdeponie im Bützflethermoor gepumpt und dort endgelagert. Das auf die Deponie fallende Regenwasser, das nicht natürlich verdunstet, muss abgeführt werden. Zu diesem Zweck wurde bei AOS eine Aufbereitungsanlage installiert, die das überschüssige Regenwasser vor Ableitung in die Elbe reinigt. Bei trockenem, windigem Wetter muss das Gebiet besprenkelt werden, damit der rote Staub nicht aufsteigt und verweht.

Windkraftanlage

Parallel zum Landernweg gelegen wurden fünf Windkraftanlagen mit jeweils 1.000 kVA Leistung gebaut, die Gesamthöhe jeder Windkraftanlage beträgt 103 m.

Politische Themen

Einerseits versucht man im Raum Stade, das maritime Flair, die Natur entlang der Elbe, das Kehdinger Moor, die Moorlandschaft u. a. auch für den Tourismus herauszustellen, andererseits ist es Wunsch der Politiker, Großindustrie entlang der Elbe anzusiedeln. Dabei geht es um drei geplante Kohlekraftwerke, ein 800-MW-Steinkohlekraftwerk in Stade-Bützfleth, auf Bützflether Sand (von der belgischen Firma Electrabel), und zwei weitere in unmittelbarer Umgebung.

Es gibt einen großen Widerstand und eine Bürgerinitiative gegen dieses Vorhaben.[3]

Die zwei konträren Konzepte, einerseits die Natur im Großraum Stade und der Tourismus als Wirtschaftsfaktor, andererseits die Großindustrie mit ihrer Umweltverschmutzung durch den CO2-Ausstoß der Kohlekraftwerke, werden von den Politikern vehement vertreten, sie lassen sich jedoch nicht miteinander vereinbaren und bringen große Unruhe in die Bevölkerung, die größtenteils vom Tourismus und der Landwirtschaft lebt.

Demographie und Religion

Die Gemeinde ist evangelisch-lutherisch geprägt und gehört zur Kirchengemeinde Bützfleth. Pastorin der evangelischen Kirchengemeinde St. Nicolai ist Heike Kehlenbeck.

Verkehr

Der Ort ist über die Kreisstraße 27 mit Asselermoor und Ritschermoor (Norderstraße) im Nordwesten und mit Götzdorfer Moor und Stadermoor (Süderstraße) sowie weiter nach Stade im Süden verbunden. Die Moorchaussee führt nach Bützfleth.

Wanderweg

Ein Wiesen- und Feldweg, der von Bützflethermoor nach Groß Sterneberg führt, sollte in den 30er und 40er Jahren, in der Zeit des Nationalsozialismus, als Straße ausgebaut werden. Dazu kam es jedoch nicht. Dieser Feldweg, der vom Schulsteig und bis zur Gemarkungsgrenze Groß Sternebergs führt, soll als öffentlicher Wanderweg ausgebaut werden.

Fahrradwege

Ein Netz von Fahrradwegen in der gesamten Region, und besonders der landschaftlich reizvolle „Landernweg“, eine autofreie asphaltierte Straße, die von Stadermoor kommend, durch die Wiesenlandschaft nach Aschhornermoor (bzw. Dornbuschermoor) verläuft und das Bützflethermoor tangiert. Besonders schön ist, dass man vom Landernweg zur Rechten den Blick auf die Kirche in Assel hat, die in weiter Ferne sichtbar ist, während man zur linken die Höfe der Milchstraße in Bützflethermoor liegen sieht. Der Landernweg wird sowohl von Erholungssuchenden, Spaziergängern, Joggern, Skatern, Fahrradfahrern und Nordic Walkern genutzt.

Geplante Autobahn

Geplant ist die Fertigstellung der Küstenautoautobahn A 22 im nächsten Jahrzehnt (2017), die die A 28 über Westerstede mit der A 20 mit der Elbquerung bei Drochtersen verbindet. Diese Autobahn ist 3,5 km von Bützflethermoor entfernt.

Eine weitere Autobahn ist in Planung, die A 26 (Hamburg-Stade). Die geplante Trasse verläuft genau neben dem „Landernweg“, und wird somit das Bützflethermoor von Bützfleth trennen. So werden nicht nur Landwirte, sondern auch die Wohnhäuser in Bützflethermoor von den negativen Auswirkungen der nur 800 m entfernten Autobahn betroffen sein.

Beide Autobahnen verstärken die Zersiedelung des Gebietes in und um Bützflethermoor und der Stadt Stade.

Medien

Das Stader Tageblatt erscheint mit Südkehdinger Lokalteil.

Zusätzlich erscheint das vom Handball-Förderverein Bützfleth herausgegebene Bützflether Handball Blatt (BHB) mit Berichten des TuSV Bützfleth, speziell der HSG Bützfleth-Drochtersen, und von lokalen Ereignissen.

Bildung

  • Früher gab es eine Volkssschule im Bützflethermoor, heute ist in diesem Gebäude die Freiwillige Feuerwehr untergebracht.
  • Einen Kindergarten gibt es im etwa 5,5 km entfernten Schölisch und in Bützfleth.
  • Die Grundschule wird in Bützfleth besucht.

Alle weiterführenden Schulen sind in Stade. Dort sind neben einer Waldorfschule zwei Realschulen vorhanden, die Realschule Camper Höhe und die Realschule am Hohenwedel.

  • Es gibt drei berufsbildende Schulen in Stade: BBS I – JOBELMANN-SCHULE (gewerbliche, technische und pädagogische Fachrichtungen), BBS II – Handelslehranstalt (kaufmännische Fachrichtungen) und BBS III (landwirtschaftlich-gärtnerische Fachrichtungen).
  • Im Zentrum der Stadt Stade sind zwei Gymnasien ansässig, das Athenaeum und das Vincent-Lübeck-Gymnasium.
  • Eine Volkshochschule ist ebenfalls in Stade angesiedelt.

Freizeit

Fußballplatz

Zentrum der Dorfgemeinschaft bildet die Freiwillige Feuerwehr (Löschgruppe Bützflethermoor) mit ihrem Standort in der „alten Schule“. Zwischen dem Gebäude der „alten Schule“, die in den 1960er Jahre noch als örtliche Volksschule genutzt wurde, und „Hartlef's Gasthof“ befindet sich ein kleiner Fußballplatz mit einem Spielplatz kombiniert, der im Sommer von Kinder- und Jugendgruppen, die aus entfernteren Dörfern kommen, zum „Bolzen“ genutzt wird. Allerdings ist der Spielplatz sehr vernachlässigt.

Wassersport

Als nächstgelegene Möglichkeit für Wasserwanderer (Kanu und Kajak) bietet sich die Schwinge für eine Paddeltour an. Darüber hinaus bietet sich die Oste an (ein Nebenfluss der Elbe), die auch für Anfänger geeignet ist und gute Ein- und Aussetzmöglichkeiten vorhält. Für Kanu- und Kajaksport bietet insbesondere die Oste von Weertzen bis Bremervörde eine landschaftlich reizvolle Strecke. Die Oste ist von Bremervörde, vom Mühlenwehr, flussabwärts bis zur Mündung in die Elbe (bei Belum) tidenabhängig und eine Seeschifffahrtsstraße. Sie ist in diesem Bereich 72 km lang und kann bei mittlerem Tidehochwasser (MThw) mit Schiffen bis zu einem Tiefgang von 2,20 m befahren werden.

Bademöglichkeiten

In Bützfleth gibt es ein beheiztes Freibad (in der Regel geöffnet von Mai bis September, neuerdings mit eingeschränkten Öffnungszeiten) und nord-östlich von Bützfleth (in Abbenfleth) einen langen Strand mit einem Café hinter dem Deich. Das Freibad wird in der Saison 2006 erstmals von einem privaten Trägerverein betrieben, der die Schließung durch die Stadt Stade abwendete.

Dorffeste und Brauchtum

Rosenmontag (Kohlessen) und Ernteball

Höhepunkte des Dorflebens sind der Ernteball im Oktober, sowie das „Kohlessen“ am Rosenmontag.

Zum traditionellen „Specksammeln“, so wird das Geldeinsammeln für das Fest noch heute genannt, gehen am Sonntag vor Rosenmontag Feuerwehrleute paarweise in Uniform von Haus zu Haus, um von den Einwohnern Beiträge zum Fest einzusammeln und sie einzuladen. Zu Beginn des Kohlessens am Rosenmontag werden Sketche über das Dorfleben mit aktuellem Bezug vor der versammelten Dorfgemeinschaft zum Besten gegeben. Beim „Kohlessen“ serviert die Feuerwehr in Uniformen zu Live-Musik das lokale traditionelle Grünkohlgericht mit Kohlwürsten, Kassler und Pinkel. Veranstalter ist in beiden Fällen die örtliche Feuerwehr.

Osterfeuer

Ein weiteres „Highlight“ im Frühjahr ist das Osterfeuer. Jedes Jahr wird am Abend des Ostersonnabends auf den „Landern“ in den Wiesen, ein Osterfeuer angezündet. Dazu werden Äste und Gestrüpp aus Baum- und Strauchschnitt von den Einwohnern aus den umliegenden Dörfern gebracht. Ein möglichst großer Stapel wird aufgetürmt, der von weit her sichtbar ist. Ganz oben wird eine Hexenpuppe aus Stroh befestigt. Abends, nach Anbruch der Dunkelheit, wird das Feuer angezündet.

Zum Brauch gehört, dass Kinder und auch Erwachsene sich an verrußten Stöcken, die im Feuer gelegen haben, die Finger schwärzen, um sie dann anderen Kindern sowie Erwachsenen durch das Gesicht zu ziehen oder sie im Gesicht zu bemalen, oder auch sich selbst damit das Gesicht zu betupfen. Die Gesichtsbemalung soll im Schein der Feuerflammen recht unheimlich aussehen, um so den Winter auszutreiben.

Der Brauch des Osterfeuers geht auf vorchristliche Traditionen, der jüngeren Bronzezeit und Eisenzeit zurück. Diese frühen Brandopferplätze, durch Erdgruben mit hohem Holzkohleanteil und gebrannten Steinen am Rand belegt, lagen auch früher an einer exponierten Lage im Gelände, in der Nähe zum Wasser, jedoch fernab der Wohnplätze. Später wurde der Brauch von den christianisierten Gemeinschaften übernommen.

Private Osterfeuer sind genehmigungspflichtig (eine Gebühr ist in der Stadt Stade nicht mehr nötig), sie müssen angemeldet werden und mindestens 200 m von den Häusern entfernt sein.

Brauchtum

Neujahrsklopfen

Beim „Neijohrskloppen“, am 1. Januar jeden Jahres gehen, z. T. auch heute noch, einige Bewohner des Ortes von Haus zu Haus, wünschen ein frohes Neues Jahr und trinken in jedem besuchten Haus einen Grog (Rum mit heißem Wasser aufgegossen); beim zuletzt besuchten Haus (oft auch schon bei einem der ersten) werden gemeinsam Spiegeleier gegessen.

Pfingstbaumpflanzen

Beim Pfingstbaumpflanzen sind früher die ledigen Männer (die die Konfirmation bereits hinter sich hatten, aber noch nicht älter als dreißig Jahre waren) von Tür zu Tür gegangen, um sich bei ledigen Jungfrauen vorzustellen. An deren Türen platzierten sie eine junge Birke. Das Mädchen bzw. dessen Eltern geben dann noch einen aus.

Heute dient das Pfingstbaumpflanzen am Pfingstsonnabend hauptsächlich der Förderung der Dorfgemeinschaft und der Integration der jungen Leute in die Gemeinschaft, denn es kommen auch einige Mädchen mit zu den nächsten Häusern.

Hochzeiten und Jubiläen der Hochzeiten

Hochzeiten und Jubiläen der Hochzeiten (Hölzerne Hochzeit, Silberhochzeit, Goldene Hochzeit, Diamantene Hochzeit) werden z. T. noch mit dem „Kranzaufhängen“ begonnen, d. h. die Nachbarn, bzw. sind es heutzutage eher Freunde des Paares, binden einen Kranz aus Tannenzweigen oder Eichenlaub und dekorieren diesen entsprechend der jeweiligen Hochzeit (Hölzerne Hochzeit mit Hobelspänen vom Tischler, Silberhochzeit mit silbernen Kleingegenständen usw.) Der Kranz wird einen oder zwei Tage vor dem eigentlichen Fest an der Haustür des Paares drapiert oder an der Hofeinfahrt befestigt.

Kulinarische Spezialitäten

  • Kehdinger Hochzeitssuppe, eine kräftige Suppe mit viel Einlage und süßsaurem Geschmack, die mit den Zutaten Suppenfleisch (Rinderbrust), Reis, Kartoffeln, Rosinen, Suppengrün, Hackfleischklößchen, Salz und Pfeffer gekocht wird.
  • Grünkohl mit Kohlwürsten und Kassler/Schweinebauch sowie Salzkartoffeln. Für viele gehört noch eine ordentliche Portion Senf dazu.
  • Kehdinger Klüten mit Backobst
  • geräucherte Suppe
  • Bützflether Moorwasser: Zubereitung: 4 cl Vodka, 3 cl Kahlua, 2 cl kalter Filterkaffee, 1 Messerspitze Guaraná, 0,5 cl Sahne. Geschüttelt. Obendrauf legt man ein dünnes Plättchen Schokolade aus grünem Tee (das ergibt eine dunkelgrüne Farbe). Garnierung: 2 lange Halme Binsengras
  • Mischung: Cola und Korn Gemisch (Mischverhältnis 1:1)
  • Rökerte Suppe

Literatur

  • Johann Kleenlof: Chronik von Bützfleth. 1974 Selbstverlag der Ortschaft Bützfleth, S. 94 ff.

Einzelnachweise

  1. Topographische Karte 1:25000, 2322 Stade Nord, Berichtigungsstand 1979.
  2. Homepage AOS Stade, Abschnitt „Wir über uns“, abgerufen am 23. Oktober 2010.
  3. bi-buetzfleth.de.
53.659.4333333333333

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