- Anton Korošec
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Anton Korošec (* 12. Mai 1872 in Biserjane, Untersteiermark; † 14. Dezember 1940 in Belgrad) war ein katholischer Priester und slowenischer Politiker in Jugoslawien.
Inhaltsverzeichnis
Leben und Wirken
Anton Korošec wurde in dem 18 Häuser zählenden untersteirischen Weiler Wisserian/Biserjane bei St. Georgen an der Stainz[1] (heute Sveti Jurij ob Ščavnici in Slowenien) geboren. Der Vater Janez Korošec und seine Frau Neža, geborene Ploj betrieben dort einen kleinen Bauernhof. Vom Jahre 1878 bis 1883 besuchte er die deutschsprachige Volksschule in St. Georgen. Im Herbst 1884 wechselte er zum Pettauer Landesgymnasium, das er jedoch bereits 1885 wieder verließ und seine Ausbildung beim Marburger Staatsgymnasium bis zur Reifeprüfung im Juli 1892 fortsetzte.[2]
Bereits im Herbst 1892 begann Korošec seine philosophisch-theologischen Studien im fürstbischöflichen Priesterseminar der Diözese Lavant in Marburg an der Drau. Am Ende des dritten Jahres seines Studiums, wurde er im Juli 1895 zum katholischen Priester geweiht, wobei die Weihe der Marburger Bischof Michael Napotnik spendete.[3]
Nach Abschluss seines Studiums wirkte Korošec ab August 1896 als Kaplan in dem kleinen Marienwallfahrtsort Süssenberg bei Lemberg (heute Sladka gora in Slowenien) in der Seelsorge.[4] Später nahm er eine führende Rolle innerhalb der 1892 gegründeten Katholischen Volkspartei (Katoliška narodna stranka) ein.
Als deren Vertreter wurde er im Wahlkreis Steiermark 28 bei den Wahlen 1907 sowie im Juli 1911 im Wahlkreis Steiermark 27 zum Mitglied des Österreichischen Abgeordnetenhauses gewählt und gehörte diesem auch nach der Unterbrechung durch den Ersten Weltkrieg bis November 1918 an. Zuletzt war er dort zwischen 1917 und 1918 Vorsitzender des Zusammenschlusses der südslawischen Abgeordneten. Im kurze Zeit bestehenden Staat der Slowenen, Kroaten und Serben war er vom 29. Oktober bis zum 30. November 1918 Vorsitzender des Nationalrates dieses Staates in Zagreb.
Nach der Entstehung des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen am 1. Dezember 1918 wurde Korošec 1919 für kurze Zeit Stellvertretender Ministerpräsident.
Korošec, der eine konservative und opportunistische Politik verfolgte, trat weiterhin für die Interessen der Slowenen ein, und wurde am 8. Juli 1928 als Nachfolger von Velimir Vukićević der einzige nicht von einem Serben gestellte Ministerpräsident des Königreichs der Serben, Kroaten und Slowenen. In seiner bis zum 7. Januar 1929 amtierenden Regierung übernahm er auch das Amt des Innenministers.
Nach der Umbenennung des Staates in Königreich Jugoslawien am 3. Oktober 1929 verlor Korošec zeitweise an Einfluss und befand sich während der zuletzt diktatorischen Herrschaft von König Alexander I. 1933 in einem Internierungslager auf der kroatischen Insel Hvar.
Nach dessen Ermordung am 9. Oktober 1934 wurde Anton Korošec freigelassen; er kehrte in die Politik zurück und war zuletzt zwischen 1935 und 1938 erneut Innenminister im Kabinett von Ministerpräsident Milan Stojadinović.
Literatur
- Feliks J. Bister: “Majestät, es ist zu spat…”, Anton Korošec und die slovenische Politik im Wiener Reichsrat bis 1918, Wien; Köln; Weimar; 1995, ISBN 3-205-98194-4
Quellen
- Chambers Biographical Dictionary. Edinburgh 2002, ISBN 0-550-10051-2, S.867.
Weblinks
Einzelnachweise
- ↑ Orts-Repertorium von Stmk. Wien 1883, S. 158
- ↑ Feliks J. Bister, Majestät, S. 14 ff.
- ↑ Feliks J. Bister, Majestät, S. 24 ff.
- ↑ Feliks J. Bister, Majestät, S. 30
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