Gebäudeversicherung Bern

Gebäudeversicherung Bern
Gebäudeversicherung des Kantons Bern
Gebäudeversicherung Bern Logo.svg
Rechtsform öffentlich-rechtliche Anstalt[1]
Gründung 1807
Sitz Ittigen, Schweiz
Leitung Ueli Winzenried
(Vorsitzender der Geschäftsleitung)
Jörg Kaufmann
(VR-Präsident)
Mitarbeiter 132[2] (31. Dezember 2008)
Umsatz 204,3 Mio. CHF[2] (31. Dezember 2008)
Bilanzsumme 1,130 Mrd. CHF[2] (31. Dezember 2008)
Branche Versicherungen
Produkte Gebäudeversicherung
Website www.gvb.ch

Die Gebäudeversicherung Bern (GVB) (offiziell Gebäudeversicherung des Kantons Bern)[1] ist ein 1807 gegründetes öffentlich-rechtliches, finanziell selbständiges Versicherungsunternehmen des Kantons Bern, das nach privatwirtschaftlichen Grundsätzen geführt wird. Rechtsgrundlage für die Geschäftstätigkeit der GVB bildet das Gesetz über die Gebäudeversicherung des Kantons Bern (GVG).[3]

Die GVB versichert alle Gebäude im Kanton Bern unbeschränkt gegen Feuer- und Elementarschäden. Ihr Versicherungsangebot umfasst die Grundversicherung, die der gesetzlichen Minimaldeckung entspricht, sowie einige optionale Zusatzversicherungen.

Die Gebäudeversicherung Bern beschäftigt 132 eigene Mitarbeiter, was knapp 108 Vollzeitstellen entspricht, sowie 290 externe Mitarbeiter. Die eingenommenen Bruttoprämien beliefen sich 2008 auf 204,3 Millionen Schweizer Franken. Auf Ende 2008 lag der Versicherungswert der 384'424 versicherten Gebäude bei 305,1 Milliarden Franken.[2]

Geschichte

  • 1807: Gründung der Brandversicherungsanstalt des Kantons Bern (BVA, heutige GVB) mit rund 6'000 versicherten Gebäuden und einem Gesamtversicherungswert von rund 20 Millionen Franken.
  • 1881: Einführung des allgemeinen Versicherungsobligatoriums und des Versicherungsmonopols durch die BVA. Die Versicherung der Gebäude erfolgte zu 80 Prozent des Versicherungswertes; die Prämie bemass sich nach Gefahrenklassen.
  • 1903: Gründung der Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen (VKF) als Dachorganisation der 18 öffentlich-rechtlichen schweizerischen Gebäudeversicherungen.
  • 1914: Versicherung der Gebäude zu 100 Prozent des Versicherungswertes. Einführung der Bau- und Explosionsversicherung auf Freiwilligkeit. Einführung der Beiträge an die Schadenverhütung und -bekämpfung. Mitwirkung bei der Feuerpolizei.
  • 1927: Einführung der zusätzlichen Versicherungsdeckung für die Elementarschadenrisiken Sturmwind, Hochwasser, Überschwemmung, Lawinen, Schneedruck und -rutsch, Steinschlag und Erdrutsch.
  • 1942: Einschluss des Hagelrisikos für Gebäude.
  • 1951: Übertragung der feuerpolizeilichen Funktionen vom Kanton Bern auf die BVA und damit der Aufgaben zur Schadenverhütung und -bekämpfung.
  • 1971: Inkraftsetzung des bis heute geltenden Gebäudeversicherungsgesetzes. Es brachte die Prämienberechnung aufgrund eines risikogerechten Tarifs sowie den Einschluss der Versicherungsdeckung für Rauch-, Hitze-, Explosions- und Meteorschäden. Ausserdem führte das Gesetz ein Obligatorium für die Bauversicherung sowie die indexierte Neuwertversicherung ein. Die BVA wurde in Gebäudeversicherung des Kantons Bern (GVB) umbenannt.
  • 1978: Gründung des Schweizerischen Pools für Erdbebendeckung der 19 kantonalen Gebäudeversicherungen.
  • 1999: Lawinen, Hochwasser, Hagel und der Orkan Lothar machten das Jahr zu einem der bisher grössten Schadenjahre der GVB. Rund 72'000 Gebäude wurden beschädigt, der Schaden betrug insgesamt 364,7 Millionen Franken.
  • 2001: Die GVB übernahm vom Kanton Bern den Bereich Öl- und Chemiewehr/Strassenrettung.
  • 2004: Die GVB lancierte zusammen mit dem Feuerwehrverband des Kantons Bern die kantonal organisierte Jugendfeuerwehr, die den Nachwuchs für die Milizfeuerwehren fördert.
  • 2005: Das Hochwasser vom 20. und 21. August wurde zum bisher grössten Elementarschadenereignis der GVB. 6432 Gebäude wurden beschädigt, die Schadensumme betrug 308,6 Millionen Franken. Das Jahr 2005 war damit das insgesamt höchste Schadensjahr der GVB.
  • 2006: Gründung der Bernischen Stiftung zur Prävention von Gebäudeschäden. Sie soll Gebäudeeigentümer motivieren, Massnahmen zum Schutz vor Elementarschäden zu ergreifen.
  • 2007: Unter dem Motto 200 Jahre Schutz und Sicherheit feierte die GVB ihr 200-Jahr-Jubiläum. Gleichzeitig wurde der Kanton Bern im Sommer von einer Reihe schwerer Unwetter heimgesucht; praktisch keine Region blieb verschont. Die Gemeinde Lyss im Berner Seeland wurde durch den Lyssbach gar drei mal überschwemmt.
  • 2009: Ein breiter Hagelzug am 26. Juli 2009 beschädigte 16'800 Gebäude und richtete Gebäudeschäden in Höhe von 60 Millionen Franken an. Der Hagel dauerte etwa 30 Minuten und brachte der GVB so viele Schäden wie sonst durchschnittlich in einem ganzen Jahr.

Einzelnachweise

  1. a b Eintrag der «Gebäudeversicherung des Kantons Bern» im Handelsregister des Kantons Bern
  2. a b c d Geschäftsbericht 2008
  3. Die rechtlichen Grundlagen der Gebäudeversicherung Bern

Weblinks


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