General Atomics Avenger

General Atomics Avenger
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General Atomics Avenger
Typ: Drohne
Entwurfsland: Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Vereinigte Staaten
Hersteller: General Atomics Aeronautical Systems
Erstflug: 4. April 2009
Indienststellung: In der Flugerprobung
Stückzahl: 1 bis 2 (Stand: Ende 2009)[1]

Bei der Avenger von General Atomics handelt es sich um eine Drohne, welche aus der MQ-9 Reaper entwickelt worden ist. Allerdings wurde der Propellerantrieb durch ein Mantelstromtriebwerk ersetzt. Ursprünglich wurde die Avenger auch als „Predator C“ bezeichnet.

Inhaltsverzeichnis

Beschreibung

Nachdem General Atomics seit den 1990er Jahre die Modelle der Predator-Serie auf den Markt gebracht hatte, ist man mit dem Beginn des Krieges gegen den Terror zum quasi Marktführer im Bereich der propellerbetriebenen UAVs aufgestiegen und konnte sich gegen die drei großen verbliebenen Rüstungskonzerne im Luftfahrtbereich (Boeing, Lockheed Martin und Northrop Grumman) behaupten. Diese reagierten mit der Entwicklung von strahlgetriebenen Drohnen mit höherer Leistungsfähigkeit. Um weiterhin konkurrenzfähig zu sein, begann man mit der Entwicklung der Avenger, welche zunächst unter der Bezeichnung „Predator C“ geführt wurde. Dabei handelt es sich um eine Weiterentwickelung der MQ-9 Reaper, welche mit einem Mantelstromtriebwerk ausgerüstet wurde. Bereits beim Auswahlverfahren zur MQ-9 bot General Atomics der US-Luftwaffe die Reaper mit einem Mantelstromtriebwerk an. Diese entschied sich aber für eine propellerbetriebenen Auslegung, um das Entwicklungsrisiko und Kosten zu senken. Nachdem Northrop Grumman mit der Global Hawk kommerzielle Erfolge aufwies und sich in einem Auswahlverfahren der US-Navy mit der RQ-4N gegen die firmeneigenen Modelle MQ-1C und MQ-9N durchsetzen konnte, griff man auf die Pläne der Reaper mit einem Mantelstromtriebwerk zurück, allerdings ohne dabei einen staatlichen Entwicklungsauftrag zu besitzen.

Der unter großer Geheimhaltung entwickelte „Predator C“ absolvierte seinen Jungfernflug am 20. April 2009. Bei dem verwendeten Mantelstromtriebwerk handelt es sich um das Modell PW545B von Pratt & Whitney Canada, welches bereits beim Businessjet Cessna Citation XLS eingesetzt wird. Dieses ermöglicht eine Höchstgeschwindigkeit von rund 740 km/h bei einer Einsatzflughöhe von 18.000 m,[2] wobei jedoch eine Veränderung der Flügelgeometrie notwendig wurde. Gegenüber der als Grundlage dienenden MQ-9 Reaper wurden die Tragflächen auf zunächst 20,12 m gestreckt und besitzen jetzt eine Pfeilung von 17 Grad. Neben der Möglichkeit, extern Waffen mitzuführen, ist nun im Mittelrumpf ein rund 3 m langer Schacht vorhanden, in welchem aber auch Aufklärungs- und Elektronikausrüstung eingesetzt werden kann. Der interne Waffenschacht dient zur Reduzierung des Radarquerschnitts, wozu auch der Wechsel auf ein Mantelstromtriebwerk beiträgt. In Kombination mit der erhöhten Geschwindigkeit eignet sich die Avenger grundsätzlich besser für Kampfeinsätze in Gebieten mit starker Luftverteidigung als die bisherigen Predator-Modelle. Um die Überlebensfähigkeit weiter zu verbessern, verfügt die Avenger optional auch über ein FLIR-System, was bei UAVs bisher eher unüblich ist. Der in Bau befindliche zweite Prototyp soll etwas größer und schwerer sein, wobei sich die Stückkosten auf ca. 12 bis 15 Millionen US-$ belaufen. Dieser verfügt im Bug auch über den für die F-35 entwickelten EOTS-Sensor.

Unter dem Namen Sea Avenger stellte General Atomics am 3. Mai 2010 ein trägergestütztes Modell vor.[3] Dabei sollen die Tragflächen gefaltet werden können, um an Deck eines Trägers Platz zu sparen. Gleichzeitig werden die verwendeten Materialien an die maritime Umgebung angepasst. Die Sea Avenger ist ein Konkurrenzentwurf zu einem möglichen Serienmodell der X-47B Pegasus von Northrop Grumman.

Technische Daten

Kenngröße Daten[1]
Typ: Drohne
Länge: 12,50 m
Flügelspannweite: 20,12 m
Leergewicht: k. A.
Maximales Startgewicht: 5.220 kg
Höchstgeschwindigkeit: 740 km/h
Marschgeschwindigkeit: k. A.
Dienstgipfelhöhe: 18.300 m
Antrieb: Ein Pratt & Whitney Canada PW545B-Mantelstromtriebwerk
Schubleistung: 17,7 bis 21,3 kN (je nach Quelle)

Einzelnachweise

  1. a b Claudio Müller: Flugzeuge der Welt 2010. Motorbuch Verlag, 2010, ISBN 978-3-613-03174-6.
  2. Flightglobal.com - PICTURES: General Atomics reveals Predator C "Avenger" UAV, 21. April 2009
  3. Flightglobal.com - General Atomics offers Sea Avenger for unmanned, carrier-based strike , 4. Mai 2010

Weblinks


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