Python (1935)

Python (1935)

Die Python war ein Kühlschiff, das im Zweiten Weltkrieg von der deutschen Kriegsmarine zum U-Boot-Versorger umgebaut wurde, aber schon nach wenigen Monaten im Atlantik verloren ging.

Inhaltsverzeichnis

Bau und Technische Daten

Die Python (DJQK) wurde mit der Baunummer 170 bei der Deutschen Werft in Hamburg gebaut und lief am 23. November 1935 vom Stapel. Sie war 110,5 m lang und 14,4 m breit und hatte 7,6 m Tiefgang. Sie war mit 3664 BRT vermessen und verdrängte 2795 Tonnen. Ein 5-Zylinder-Schiffsdiesel von MAN mit 3050 PS ergab eine Höchstgeschwindigkeit von 15 Knoten. Das Schiff konnte bis zu 12 Passagiere mitnehmen. Die Besatzung bestand aus 36 Mann.

Bananendampfer

Das Schiff wurde am 27. Januar 1936 von der Afrikanischen Frucht-Compagnie in Dienst gestellt, einer 1912 gegründeten Tochterfirma der Reederei F. Laeisz , deren Hauptaktivität in den 1930er Jahren die Bananenfahrt von Kamerun, aber auch von Jamaika und Kolumbien nach Europa war. Die Python wurde auf der Kamerun-Route eingesetzt.

Die Python befand sich in den Tagen vor dem Beginn des deutschen Angriffs auf Polen auf der Fahrt von Tiko (Kamerun) nach Hamburg. Sie verließ Las Palmas am 29. August 1939 und erreichte, zur Tarnung als norwegische Jamaica fahrend, über Måløy und Schweden am 13. September Hamburg.

Z-Schiff

Am 25. Oktober 1939 wurde die Python von der Kriegsmarine übernommen und zunächst als Zielschiff für Übungen der Luftwaffe eingesetzt. Ab Mai 1941 wurde sie zum U-Boot-Versorger (Z-Schiff) umgebaut und im November als solcher in Dienst gestellt. Am 6. November verließ sie Westfrankreich, begleitet von U 124 und U 129, um U-Boote im Mittel- und Südatlantik zu versorgen. Am 20. November versorgte sie ihre beiden Begleiter bei den Kapverdischen Inseln mit Dieseltreibstoff. Vier Tage später übernahm die Python, herbeigerufen von U 126, 305 Schiffbrüchige des am 22. November von dem britischen Schweren Kreuzer Hilfskreuzers Atlantis von U 126 bzw. aus den von dem U-Boot geschleppten Rettungsbooten.

Ende

Für die Zeit vom 30. November bis 4. Dezember war 780 sm südlich von St. Helena wiederum die Versorgung mehrerer U-Boote (U 68, U A, U 124 und U 129) vorgesehen, die anschließend vor Kapstadt operieren sollten. U 68 und U A übernahmen am 30. November/1. Dezember Proviant, Torpedos und Öl. Dabei wurden die deutschen Schiffe bei der Beölung der beiden U-Boote von dem britischen Schweren Kreuzer Dorsetshire überrascht. Die beiden U-Boote tauchen sofort ab, und U A schoss fünf Torpedos auf die Dorsetshire, die aber ihr Ziel verfehlten. Nachdem der Kreuzer eine Salve vor den Bug der Python geschossen hatte, ging die Besatzung in die Boote und versenkte ihr Schiff mit Sprengladungen auf 27° 53′ 0″ S, 3° 55′ 0″ W-27.883333333333-3.9166666666667Koordinaten: 27° 53′ 0″ S, 3° 55′ 0″ W. Die Dorsetshire verließ wegen der offensichtlichen U-Boot-Gefahr das Gebiet, ohne Schiffbrüchige aufzunehmen.

Rettung der Besatzung

Die Besatzung der Python und die Überlebenden der Atlantis, zusammen 414 Mann, wurden nach dem Ablaufen der Dorsetshire von U 68 und U A teils aufgenommen,[1] teils in Booten und auf Flößen in Richtung Norden geschleppt. Am 3. Dezember kam U 129 hinzu und übernahm die gesamte Python-Besatzung von 109 Mann. Am 5. Dezember kam auch U 124 und übernahm ebenfalls eine Anzahl der Schiffbrüchigen. Zwischen dem 14. und 18. Dezember übernahmen die italienischen U-Boote Luigi Torelli, Enrico Tazzoli, Giuseppe Finzi und Pietro Calvi in der Nähe der Kapverdischen Inseln einen Teil der Atlantis-Besatzung und brachten sie nach Saint-Nazaire. Zwischen dem 23. und 29. Dezember 1941 wurden alle Überlebenden der Python und der Atlantis in Saint-Nazaire an Land gesetzt.

Anmerkungen und Einzelnachweise

  1. U 68 nahm 104 Überlebende an Bord, konnte dann am 16. Dezember 60 von ihnen an das italienische U-Boot Enrico Tazzoli abgeben.

Weblinks

Literatur

  • Dieter Jung, Martin Maass, Berndt Wenzel: Tanker und Versorger der deutschen Flotte. Motorbuch Verlag, Stuttgart, 1981
  • Roger W. Jordan: The World's Merchant Fleets, 1939: The Particulars and Wartime Fates of 6,000 Ships. Naval Institute Press, 1999, ISBN 1-5575-0959-X, 978-1557-50959-8
  • John F. White: Unterwasser-Versorger für die Wolfsrudel im Atlantik. Koehler, Herford, 2000, ISBN 3-7822-0790-4
  • Arnold Kludas & Ralf Witthohn: Die deutschen Kühlschiffe. Koehler, Herford 1981, ISBN 3-7822-0248-1

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