Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft

Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft

Die Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft ist eine freiwillige Vereinbarung zwischen der Sächsischen Staatsregierung und der Sächsischen Wirtschaft zur Einhaltung von Umweltzielen und zur Verminderung der Umweltbelastung. Sie ist ein Teil der „Umweltallianz Sachsen – natürlich wirtschaftlich“.

Inhaltsverzeichnis

Grundlagen und Ziele

Grundlagen

Der Freistaat Sachsen hatte 1998 mit der freiwilligen Vereinbarung zwischen der Sächsischen Staatsregierung und der sächsischen Wirtschaft, vertreten durch die sächsischen Industrie- und Handelskammern, Handwerkskammern und Verbände einen neuen Weg für eine Stärkung der regionalen Wirtschaft bei gleichzeitiger Entlastung der Umwelt eingeschlagen.

Am 6. November 2008 wurde die Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft zum 2. Mal für weitere fünf Jahre fortgeschrieben. Mittlerweile unterstützen 584 Unternehmen aus Industrie und Handwerk mit knapp 850 freiwilligen Leistungen für die Umwelt den partnerschaftlichen Weg von Staatsregierung und sächsischer Wirtschaft.[1]

Ziele

Die Ziele der Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft sind:[1]

  • Ausbau des gegenseitigen Vertrauens zwischen Wirtschaft und Verwaltung
  • Schutz der Umwelt und der natürlichen Ressourcen für eine nachhaltige Entwicklung
  • Stärkung der Eigenverantwortung der Unternehmen
  • Stärkung des Wirtschaftsstandortes Sachsen durch effektive und effiziente Lösungen für den Umweltschutz

Verpflichtungen der Vertragspartner

Klimaschutz und Energie

Die Sächsische Staatsregierung und die sächsische Wirtschaft setzen sich verstärkt für die Reduzierung der Treibhausgasemissionen und die Verbesserung der Ressourcen- und Energieeffizienz ein. Die Vertragspartner tragen aktiv zur Umsetzung der Meseberger Beschlüsse der Bundesregierung bei. Die Sächsische Staatsregierung befürwortet eine zukunftsfähige Klima- und Energiepolitik, die die regionale Wirtschaftspolitik, globale Wettbewerbsbedingungen und Klimaschutzbedürfnisse berücksichtigt. Sie befürwortet weiterhin einen ausgewogenen Energiemix unter Berücksichtigung der Braunkohlevorkommen.[2]

Umweltmanagement

Die Sächsische Staatsregierung und die sächsische Wirtschaft betrachten die eigenverantwortliche und kontinuierliche Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes als ein zentrales Ziel nachhaltiger Unternehmensführung. Sie unterstützen die Einführung von Umweltmanagementsystemen und -ansätzen durch Information, Beratung und Weiterbildungsangebote sowie öffentliche Anerkennung. Für Unternehmen verschiedener Branchen, Betriebsgrößen und Managementerfahrungen sind unterschiedliche, möglichst passgenaue Angebote vorzuhalten. Dabei sind die Instrumente besonders zu unterstützen, die auf der Basis konkreter Umweltziele und Termine kontinuierliche Verbesserungen der Umweltleistung sicherstellen sowie eine eigenständige Motivation im Unternehmen schaffen und aufrechterhalten.

Die Vertragspartner wirken darauf hin, die Anzahl von Organisationen und Standorten mit funktionierendem Umweltmanagement oder mit anderen Instrumenten des systematischen, betrieblichen Umweltschutzes weiter zu erhöhen.[2]

Stoffpolitik und Kreislaufwirtschaft

Die sächsische Wirtschaft und die Sächsische Staatsregierung setzen auf eine zukunftsorientierte Stoffpolitik und Kreislaufwirtschaft, denn die weltweit wachsende Nachfrage nach Rohstoffen und Energie und die damit verbundenen steigenden Preise zwingen zum Umdenken beim Verbrauch von Ressourcen. Dabei ist das Management vorhandener Stoff- und Energieströme so zu gestalten, dass der Ressourcenverbrauch möglichst gering gehalten wird und dass Stoffe möglichst lange abfall- und emissionsarm verwendet werden können.[2]

Branchen- und themenbezogene Vereinbarungen

Über die Teilnahme von Einzelunternehmen hinaus ist es ein Anliegen der Vertragspartner, Besonderheiten und Probleme einzelner Branchen und Wirtschaftszweige im Umweltbereich aufzugreifen und einer Lösung zuzuführen. Daneben ist es wichtig, freiwillige branchenspezifische Initiativen zur Verbesserung des betrieblichen Umweltschutzes zu entwickeln, diese bekannt zu machen und damit weitere Unternehmen zur Mitwirkung und Nachahmung zu motivieren.[2]

Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit

Der Erfolg der Umweltallianz Sachsen ist neben der inhaltlichen Arbeit maßgeblich von der Öffentlichkeitsarbeit abhängig. Damit kann das gesellschaftliche Bewusstsein für den Umweltschutz weiter geschärft und die Zahl der Teilnehmer an der Umweltallianz Sachsen zusätzlich erhöht werden. Hierbei unterstützt die Sächsische Staatsregierung und die sächsische Wirtschaft die Teilnehmer in ihrem Engagement für die Umwelt und informiert die Öffentlichkeit über die Ziele der Umweltallianz Sachsen zur Erhöhung des Bekanntheitsgrades der Umweltallianz Sachsen.[2]

Teilnahme an der Umweltallianz Sachsen

Teilnahmevoraussetzungen

Die Teilnehmer der Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft müssen folgende Voraussetzungen erfüllen, um als Mitglieder der Umweltallianz aufgenommen zu werden.

Unternehmen, Verband, Organisation oder sonstige Einrichtung der Wirtschaft, Verwaltung oder Wissenschaft Unternehmensstandort in Sachsen Keine Verstöße gegen Umweltvorschriften Erbringen einer oder mehrerer freiwilliger Leistungen zum Schutz der Umwelt, die

  • qualitativ und quantitativ den Zielen der Umweltallianz Sachsen entsprechen
  • überwiegend in Sachsen erbracht werden
  • nicht Ziel der gewerblichen Tätigkeit des Unternehmens sein dürfen
  • einer Überprüfung zugänglich sind[3]

Teilnahmebedingungen

Die Teilnahme an der Umweltallianz Sachsen ist kostenfrei.

Die Teilnehmer haben das Recht, das Logo der Umweltallianz Sachsen zu Werbezwecken zu nutzen. Es darf uneingeschränkt in der Geschäftspost, Firmenprospekten, Internetauftritten und auf Tertiärverpackungen verwendet werden. Für die Werbung auf so genannten Primärverpackungen bzw. auf dem Produkt selbst darf das Logo der Umweltallianz Sachsen in der Form des Slogan „wir sind dabei!“ genutzt werden. Die Teilnehmer erhalten eine Urkunde.

Die Teilnahme endet durch Erklärung des Teilnehmers, bei Verstoß gegen Umweltvorschriften und/oder bei Einstellung der freiwilligen Leistungen für den Umweltschutz.[2]

Entwicklung der Teilnehmerzahl und deren Leistung

Genau 584 Unternehmen, Verbände und sonstige Einrichtungen der Wirtschaft und Verwaltung nehmen an der Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft teil. Damit steigerte sich die Teilnehmerzahl von 2003 bis 2008 auf das Dreifache.[4]

Jahr Teilnehmeranzahl
1998 9
1999 41
2000 78
2001 117
2002 166
2003 272
2004 417
2005 476
2006 502
2007 531
2008 533
2009 584

Diese Unternehmen erbrachten circa 850 freiwillige Umweltleistungen und förderten damit eine umweltfreundliche und nachhaltige Entwicklung in Sachsen. Die Umweltleistungen lassen sich nach verschiedenen Verpflichtungen aufschlüsseln.[5]

Verpflichtung Anzahl
EMAS 33
DIN EN ISO 14001 299
QuB 1
ÖKOPROFIT 43
Umweltstandard Handwerk 11
Betriebliche Umweltprüfung 52
branchenspezifische Umweltkonzepte 2
Reduzierung Abfallmenge oder Schadstoffgehalt 55
Selbstverpflichtungsprogramme 7
Kreislaufwirtschaft 37
Reduzierung gefährlicher Stoffe 55
Energieeinsparung 114
Einsatz nachwachsender Rohstoffen 6
Sächsischer Gewerbeenergiepass 1
umweltgerechte Mobilität 62
Energieeffizienzerhöhung 12
Einsparung Wasser 1
Integrieter Umweltschutz, Ressourcenschonung 35
Immissionsschutz, Gewässerschutz, Naturschutz und Schutz des Bodens 21
Sonstiges 2

Die Teilnehmer der Umweltallianz sind im Gebiet des gesamten Freistaates ansässig, jedoch sind in regionalen Ballungsräumen eine höhere Anzahl an Teilnehmern zu verzeichnen.

Gremien

Beirat Umwelt und Wirtschaft

Dem Beirat gehören die Staatsminister für Umwelt und Landwirtschaft sowie für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr sowie die Präsidenten der sächsischen Wirtschaftskammern und der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V. an. Ein Vertreter des Sächsischen Staatsministeriums des Innern ist seit August 2001 Mitglied mit beratender Funktion. Der Beirat kann einvernehmlich weitere Mitglieder berufen.

Der Beirat trifft grundlegende Entscheidungen zur mittel- und langfristigen Entwicklung der Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft. Weiterhin gibt dieser die Geschäftsordnung vor und tritt mindestens einmal jährlich zusammen.[6]

Steuerungsgruppe

Jeweils ein Vertreter der Vertragspartner ist Mitglied in der Steuerungsgruppe. Die Steuerungsgruppe legt Maßnahmen zur Umsetzung der strategischen Vorgaben des Beirates fest. Die Sitzungen finden mindestens dreimal im Jahr statt. Die Geschäftsstelle der Umweltallianz Sachsen kann darüber hinaus einzelne Mitglieder der Steuerungsgruppe bei Bedarf zu Entscheidungen heranziehen. Weiterhin bereitet das Gremium einmal im Jahr ein Gespräch zwischen den Geschäftsführern der sächsischen Industrie- und Handelskammer, der sächsischen Handwerkskammern und der Vereinigung der Sächsischen Wirtschaft e. V. Mit den zuständigen Abteilungsleitern der Staatsministerien für Umwelt und Landwirtschaft sowie Wirtschaft, Arbeit und Verkehr vor.[2][6]

Arbeitsgruppen

Der Beirat und die Steuerungsgruppe können themenbezogene Arbeitsgruppen einsetzen. Folgende Arbeitsgruppen sind zum gegenwärtigen Zeitpunkt tätig:

  • AG Klimaschutz und Energie,
  • AG Umweltmanagement,
  • AG Stoffpolitik und Kreislaufwirtschaft/Branchen/Handwerk,
  • AG Verwaltungsvereinfachung,
  • AG Öffentlichkeitsarbeit und Kommunikation.

Mitglieder der themenbezogenen Arbeitsgruppen sind Vertreter der Vertragspartner und sächsischer Wirtschaftsunternehmen. Die Arbeitsgruppen werden jeweils durch einen Vertreter der Wirtschaft und der Staatsregierung geleitet. Die Sitzungen finden nach Bedarf statt. Die Geschäftsstelle Umweltallianz Sachsen und die Steuerungsgruppe können Sitzungen der themenbezogenen Arbeitsgruppen einberufen.[2]

Geschäftsstelle Umweltallianz Sachsen

Die Geschäftsstelle Umweltallianz Sachsen im Sächsischen Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft organisiert die Sitzungen des Beirats und der Steuerungsgruppe, entscheidet über die Teilnahme an der Umweltallianz, führt die Statistik und nimmt die Überprüfung der von den Antragstellern eingegangenen Verpflichtungen und die Mitteilung über die Teilnahme an die zuständigen Umweltbehörden vor.[2][6]

Einzelnachweise

  1. a b Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft. Website der Umweltallianz Sachen Umwelt und Wirtschaft. Abgerufen am 9. Januar 2010.
  2. a b c d e f g h i Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft - Vertragstext. Vertragstext der Umweltallianz Sachen Umwelt und Wirtschaft. Abgerufen am 9. Januar 2010.
  3. Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft - Flyer. Flyer der Umweltallianz Sachen Umwelt und Wirtschaft. Abgerufen am 9. Januar 2010.
  4. Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft - Teilnehmer nach Jahren (Stand: 6. Oktober 2009). Abgerufen am 9. Januar 2010.
  5. Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft - 584 Teilnehmer mit 849 Verpflichtungen (Stand: 6. Oktober 2009). Abgerufen am 9. Januar 2010.
  6. a b c Umweltallianz Sachsen Umwelt und Wirtschaft - natürlich wirtschaftlich -- Bilanz. Abgerufen am 9. Januar 2010.

Weblinks


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