Elephantiasis

Elephantiasis

Elephantiasis bzw. Elefantiasis (griechisch ελεφαντίασις, oder auch Elefantenmann-Syndrom in etwa „die Elefantenartigkeit“, von ὁ ἐλέφας, „der Elefant“), ist eine abnorme Vergrößerung eines Körperteils durch einen Lymphstau. Meist sind die Beine oder die äußeren Geschlechtsteile betroffen. Diese Krankheit ist vor allem in Entwicklungsländern verbreitet. Man unterscheidet erworbene von angeborenen Formen.

Klassifikation nach ICD-10
B74.- Filariose (Helminthosen)
B74.0 Filariose durch Wuchereria bancrofti (Inkl.: Elephantiasis durch Wuchereria bancrofti und Lymphatische Filariose)
B74.9 Filariose, nicht näher bezeichnet
ICD-10 online (WHO-Version 2011)

Inhaltsverzeichnis

Erworbene Formen

Beine eines Erkrankten
Afrikaner mit Genitalelephantiasis, 1906

Folge von Infektionskrankheiten

  • Die Krankheit tritt als Elephantiasis tropica[1] vorwiegend in tropischen Regionen auf und wird hier als Spätfolge verschiedener Infektionen, unter anderem durch Fadenwürmer wie Brugia malayi (auch Wuchereria malayi oder Filaria malayi genannt) oder Wuchereria bancrofti, aber auch durch Lepra, ausgelöst. Die Würmer gelangen durch den Stich einer Stechmücke oder einer anderen Mücke ins lymphatische System und verursachen dort eine chronische Entzündungsreaktion mit Lymphstau, wodurch es mit der Zeit zu einer extremen Vergrößerung und Verhärtung der Haut kommt.

Als Prophylaxe wird Schutz vor Moskitos durch Repellentien oder Moskitonetze empfohlen.

  • Die Elephantiasis kann durch eine entzündliche Zerstörung der Lymphabflusswege auch eine Komplikation des weltweit vorkommenden Erysipels[1] sein.
  • Nach wiederholten schweren Fällen von Lippenherpes kann es zur so genannten Makrocheilie (griech. μακροχειλία, makrochilía, „große Lippen“) kommen.

andere Ursachen

  • nach schweren oberflächlichen Venenentzündungen[1] mit massiver Gewebestauung
  • Auch Tumorerkrankungen können eine Elephantiasis nach sich ziehen, entweder direkt durch Verschluss von Lymphgefäßen durch tumoröse Lymphmetastasen oder indirekt als Nebenwirkung oder notwendige Mitnahme von Metastasen im Rahmen der Therapie:
    • bei operativer Mitentfernung[1] der Lymphbahnen, z. B. als andauernde Armschwellung nach Brustkrebs-OP
    • bei Strahlentherapie[1]
      • gerade bei Krebserkrankung und -therapie mit Elephantiasisausbildung sind Spätfälle von sekundären bösartigen Tumoren aufgetreten, welche als Komplikation der Elephantiasis gelten können: Meist sind dies schnell wachsende Sarkome, die man unter dem Begriff des 'Stewart-Treves-Syndroms'[1] zusammenfasst. Einzige kurative Behandlungsmöglichkeit ist die möglichst radikale Amputation der betroffenen Gliedmaße; meist gibt es bei Diagnosestellung allerdings Metastasen, die nur noch eine palliative (lindernde) Chemotherapie mit Zytostatika oder eine palliativmedizinische Versorgung zulassen.
  • oder durch eine Vererbung. Das Syndrom kann durch einen Fehler im Erbgut weitergeleitet werden. Jedoch ist dann meist die Krankheit schleichend und tritt erst mehrere Jahre später auf.

Angeborene Formen

  • Als Elephantiasis congenita hereditaria[1] (lat. congenitus, „angeboren“ und hereditarius, „vererbt“) wird eine sich bei Säuglingen entwickelnde Schwellung derjenigen Körperteile bezeichnet, die erblicherseits oder durch eine Entwicklungsstörung unzureichende oder gar keine Lymphabflussbahnen haben.
  • Im Rahmen komplexer Fehlbildungssyndrome wie der Neurofibromatose[2]

Behandlung

Die Krankheit ist nicht übertragbar. Eine echte Heilung gibt es nicht. Aber obwohl die Ursachen des Lymphstaus in vielen Fällen irreversibel sind, ist durch konsequente Anwendung manueller Lymphdrainage mehrfach wöchentlich sowie dauerhaftem Tragen von Kompressionsbandagen bzw. Strümpfen die äußere Symptomatik für viele Patienten reversibel und gut beherrschbar. Allerdings ist die Haut überdehnt und wird kaum ihre ursprüngliche Elastizität zurückgewinnen. In Frage kommt dann höchstens eine Raffung der Haut und Unterhaut im Rahmen der plastischen Chirurgie, welche die ursprünglichen Hauteigenschaften aber auch nicht voll rekonstruieren kann. Versuche, das gesamte gestaute Gewebe großräumig auszuschälen, haben sich jedoch in der Vergangenheit als nutzlos und, durch die weiträumige Narbenbildung, schädlich erwiesen.

Siehe auch

Quellen

  1. a b c d e f g Pschyrembel Klinisches Wörterbuch Version 2002 (elektronische Fassung der 258. Auflage)
  2. Roche Lexikon Medizin, 5. Auflage (online-Version)

Weblinks

 Commons: Elephantiasis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Gesundheitshinweis Bitte den Hinweis zu Gesundheitsthemen beachten!

Wikimedia Foundation.

Поможем написать реферат

Schlagen Sie auch in anderen Wörterbüchern nach:

  • éléphantiasis — [ elefɑ̃tjazis ] n. m. • 1538; lat. elephantiasis, mot gr., de elephas, elephantos « éléphant » ♦ Méd. Maladie cutanée chronique caractérisée par une augmentation considérable de certaines parties du corps, en particulier des jambes et des… …   Encyclopédie Universelle

  • Éléphantiasis — Elephantiasis Classification et ressources externes Éléphantiasis des jambes dû à une filariose lymphatique. CIM 10 …   Wikipédia en Français

  • Elephantiasis — Éléphantiasis Éléphantiasis des jambes dû à une filariose lymphatique. L éléphantiasis, ou filariose lymphatique, désigne une maladie dont les symptômes sont une augmentation du volume d un membre ou d une partie du corps causée par un œdème, qui …   Wikipédia en Français

  • Eléphantiasis — Éléphantiasis Éléphantiasis des jambes dû à une filariose lymphatique. L éléphantiasis, ou filariose lymphatique, désigne une maladie dont les symptômes sont une augmentation du volume d un membre ou d une partie du corps causée par un œdème, qui …   Wikipédia en Français

  • ELEPHANTIASIS — (от лат. elephantus слон), слоновость, разновидность пат. роста тканей тех или иных органов, получающих в силу такого роста не только крупный объем, но часто и неправильную, уродливую конфигурацию. Процесс особенно часто наблюдается и впервые был …   Большая медицинская энциклопедия

  • elephantiasis — [el΄ə fən tī′ə sis] n. [L < Gr elephantiasis < elephas, elephant: from resemblance of the skin to the elephant s hide + ASIS] a chronic disease characterized by the enlargement of certain parts of the body, esp. the legs and genitals, and… …   English World dictionary

  • Elephantiasis — El e*phan*ti a*sis, n. [L., fr. Gr. ?, from ele fas, ele fantos, an elephant.] (Med.) A disease of the skin, in which it become enormously thickened, and is rough, hard, and fissured, like an elephant s hide. [1913 Webster] …   The Collaborative International Dictionary of English

  • Elephantiasis — Elephantiăsis, s. Elefantiasis …   Kleines Konversations-Lexikon

  • Elephantiasis — Elephantiasis, Hautkrankheit bei den oriental. und tropischen Völkern, wobei sich die Haut an den Füßen bis zu den Oberschenkeln unförmlich verdickt, daher der Name E., Elephantenfuß …   Herders Conversations-Lexikon

  • éléphantiasis — ÉLÉPHANTIASIS. s. f. Espèce de lèpre qui rend la peau ridée comme celle de l éléphant …   Dictionnaire de l'Académie Française 1798

Share the article and excerpts

Direct link
Do a right-click on the link above
and select “Copy Link”